
Münster. Zum Internationalen Tag der Vermissten am 30. August macht der DRK-Suchdienst auf die Schicksale vermisster Menschen und ihrer Angehörigen aufmerksam. Allein in Westfalen-Lippe sind derzeit 354 aktuelle Suchanfragen offen. Hinzu kommen rund 200 ungeklärte Fälle im Zusammenhang mit Vermissten des Zweiten Weltkriegs.
Menschen verlieren insbesondere durch Kriege, bewaffnete Konflikte und Flucht den Kontakt zu ihren Familien. Trotz digitaler Kommunikationsmöglichkeiten gelingt es Angehörigen nicht immer, selbst wieder eine Verbindung herzustellen. Der DRK-Suchdienst unterstützt Betroffene bei der Suche und versucht, getrennte Familien wieder zusammenzuführen oder Klarheit über das Schicksal vermisster Menschen zu schaffen.
In Westfalen-Lippe gibt es entsprechende Beratungsstellen in Bielefeld, Hamm und Olpe. Dort liegen nach Angaben des DRK-Landesverbandes aktuell insgesamt 354 offene Suchanfragen vor. Besonders häufig stammen die Suchenden aus Afghanistan, Guinea, Somalia, Syrien und der Ukraine. Im Jahr 2025 konnten in Westfalen-Lippe 56 Suchanfragen abgeschlossen werden, im laufenden Jahr 2026 waren es bislang 17 Fälle.
Auch bundesweit verzeichnet der DRK-Suchdienst weiterhin zahlreiche neue Fälle. Im Bereich der internationalen Suche wurden im Jahr 2025 insgesamt 1.841 vermisste Angehörige neu registriert. Im ersten Halbjahr 2026 kamen weitere 786 neu registrierte Vermisste hinzu. Zu den wichtigsten Herkunftsländern der Suchenden gehörten Afghanistan, die Ukraine, Somalia, Syrien und der Irak.
Der Präsident des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe, Dr. Fritz Baur, erklärte anlässlich des Internationalen Tags der Vermissten, viele Familien fänden durch die Arbeit des Suchdienstes wieder zueinander oder erhielten zumindest Gewissheit über den Verbleib ihrer Angehörigen. „Wir werden unseren Einsatz für Vermisste und getrennte Angehörige engagiert fortführen, um möglichst viele Menschen wieder zusammenzuführen oder die Schicksale der Vermissten zu klären“, sagte Baur.
Mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wenden sich weiterhin zahlreiche Familien an den DRK-Suchdienst. Bundesweit gingen im Jahr 2025 insgesamt 7.752 Suchanfragen zum Verbleib von Kriegsvermissten ein. In Westfalen-Lippe wurden im selben Jahr 42 neue Nachforschungsanfragen zu Vermissten des Zweiten Weltkriegs aufgenommen. Fünf davon konnten bislang abschließend beantwortet werden, rund 200 Fälle sind weiterhin ungeklärt.
Zum Internationalen Tag der Vermissten beteiligt sich der DRK-Suchdienst auch 2026 an einer bundesweiten Erinnerungsaktion. Dabei werden Vergissmeinnicht ausgesät. Die Blumen sollen symbolisch an vermisste Menschen und ihre Familien erinnern. Auch der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe beteiligt sich nach eigenen Angaben an der Aktion.
Der Internationale Tag der Vermissten wird jedes Jahr am 30. August begangen. Er soll auf Menschen aufmerksam machen, deren Verbleib ungeklärt ist, und auf Familien, die teilweise über Jahre oder Jahrzehnte keine Gewissheit über das Schicksal ihrer Angehörigen erhalten. Der DRK-Suchdienst wird vom Bundesministerium des Innern gefördert und unterstützt sowohl bei internationalen Suchfällen als auch bei Nachforschungen zu Vermissten des Zweiten Weltkriegs.
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