
Die Gamescom 2026 in Köln hat bereits vor ihrem Ende einen neuen Rekord erreicht. Nach Angaben der Veranstalter präsentieren sich in diesem Jahr mehr als 1.700 Unternehmen, Verbände und Organisationen auf dem Gelände der Koelnmesse. Damit übertrifft die Spielemesse ihren bisherigen Höchstwert deutlich. Eine endgültige Besucherbilanz liegt am Freitag, 28. August, dagegen noch nicht vor. Die Veranstaltung läuft noch bis Sonntag.
Der Ausstellerrekord steht damit bereits fest. Zum Vergleich: Bei der Gamescom 2025 waren 1.568 Aussteller vertreten. Damals kamen 357.000 Besucher aus 128 Ländern nach Köln. Die Zahl der Fachbesucher lag bei mehr als 34.000. Rund 70 Prozent der Aussteller kamen aus dem Ausland.
Noch wenige Tage vor Messebeginn hatten die Veranstalter mit mehr als 1.600 Ausstellern aus 67 Ländern gerechnet. Durch zusätzliche Anmeldungen, unter anderem innerhalb von Gemeinschaftsständen, stieg die Zahl zum Start auf mehr als 1.700. Damit wurde der Vorjahresrekord von 1.568 Ausstellern übertroffen.
Auch bei der Flächennutzung erreicht die Gamescom eine besondere Marke. Die Bruttoausstellungsfläche umfasst 233.000 Quadratmeter. Diese Fläche war nach Angaben der Veranstalter erstmals vollständig gebucht. Bereits 2025 hatte die Messe dieselbe Größenordnung erreicht, damals allerdings ohne die nun gemeldete vollständige Belegung.
Die internationale Beteiligung bleibt hoch. Vor dem Messebeginn waren 47 Länderpavillons aus 40 Staaten angekündigt. Neue Gemeinschaftsstände kamen unter anderem aus Bulgarien, Zypern, Ungarn, Marokko und Nigeria hinzu. Rund 70 Prozent der zunächst gemeldeten Aussteller hatten ihren Sitz außerhalb Deutschlands.
Damit bestätigt die Messe ihre internationale Ausrichtung. Neben großen Publishern und Plattformbetreibern spielen kleinere Studios eine immer größere Rolle. Allein die offizielle Übersicht der Gamescom führte während der laufenden Veranstaltung mehrere Hundert Spiele aus dem Indie-Bereich auf. Der Indie Arena Booth kündigte für 2026 mehr als 200 Titel aus mehr als 40 Ländern an.
Auch bei den Eintrittskarten meldeten die Veranstalter eine hohe Nachfrage. Bereits vor dem Start waren die sogenannten Wildcards sowie die regulären Tickets für Samstag vergriffen. Zum Messebeginn waren nach Angaben der Gamescom auch die Kontingente für Mittwoch und Donnerstag ausverkauft.
Aus den ausverkauften Tagen lässt sich allerdings noch kein neuer Besucherrekord ableiten. Die endgültige Zahl wird üblicherweise erst zum Ende der Veranstaltung bekannt gegeben.
Der bisherige Spitzenwert für die Gamescom vor Ort stammt aus dem Jahr 2019. Damals wurden 373.000 Besucher gezählt. 2025 waren es 357.000. Vor Beginn der diesjährigen Messe wurde mit mehr als 350.000 Gästen gerechnet. Ob die Gamescom 2026 den historischen Höchststand erreicht oder übertrifft, ist am Freitag noch offen.
Der öffentliche Auftakt erfolgte bereits am Dienstagabend mit der Gamescom Opening Night Live. Die von Geoff Keighley moderierte Show fand vor rund 5.000 Zuschauern in der Gamescom Event Arena statt und wurde zusätzlich weltweit gestreamt. Präsentiert wurden neue Spiele, Trailer und weitere Ankündigungen aus der internationalen Branche.
Das digitale Publikum hat für die Gamescom in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. 2025 erreichten die offiziellen Showformate nach Angaben des Branchenverbands bis zum Samstagabend mehr als 630 Millionen Abrufe weltweit. Davon entfielen rund 72 Millionen auf die Opening Night Live. Die Zahlen zeigen, dass die Bedeutung der Veranstaltung längst nicht mehr allein an der Zahl der Menschen auf dem Messegelände gemessen wird.
Die Gamescom findet seit 2009 regelmäßig in Köln statt. Organisiert wird sie von der Koelnmesse gemeinsam mit dem Branchenverband Game. Neben dem Publikumsevent dient die Messe zugleich als internationale Geschäftsplattform für Entwickler, Publisher, Plattformanbieter, Investoren und weitere Unternehmen der Spielewirtschaft.
Das Wachstum der Messe steht einer zuletzt verhalteneren Entwicklung des deutschen Spielemarktes gegenüber. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland nach Angaben des Branchenverbands 4,2 Milliarden Euro mit Games, Gaming Hardware und Online Gaming Services umgesetzt. Das waren drei Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die zugrunde liegenden Marktdaten stammen nach Verbandsangaben von YouGov Shopper und Sensor Tower.
Die Gamescom bleibt dennoch eine der zentralen internationalen Plattformen der Branche. Neben Köln betreiben die Veranstalter inzwischen weitere Gamescom Formate in São Paulo und Bangkok. Die lateinamerikanische Ausgabe in São Paulo erreichte im Mai 2026 nach Veranstalterangaben mehr als 154.000 Besucher.
Für die Kölner Ausgabe steht die wichtigste Zahl der Abschlussbilanz noch aus. Erst mit dem Ende der Gamescom am Sonntag, 30. August, lässt sich feststellen, wie viele Menschen die Messe 2026 tatsächlich besucht haben und ob neben dem bereits sicheren Ausstellerrekord auch ein neuer Besucherrekord erreicht wurde.
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