Wolfsburgs Amoura vor Wechsel nach Nizza

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Mohamed Amoura steht kurz vor einem Abschied vom VfL Wolfsburg. Der 26 Jahre alte algerische Nationalspieler soll nach übereinstimmenden Berichten zum französischen Erstligisten OGC Nizza wechseln. Nach Informationen der französischen Sportzeitung L’Équipe haben sich die Gespräche inzwischen so weit entwickelt, dass der Angreifer Anfang der Woche den Medizincheck an der Côte d’Azur absolvieren soll. Vorgesehen sei demnach zunächst eine Leihe mit einer Kaufoption in Höhe von 20 Millionen Euro. Offiziell bestätigt war der Wechsel am Sonntagvormittag weder vom VfL Wolfsburg noch von OGC Nizza.

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Die erste öffentlich zugeordnete Meldung über die konkreten Gespräche kam aus Frankreich. L’Équipe verwies in seinem Bericht vom Freitagabend ausdrücklich darauf, dass die Regionalzeitung Nice-Matin zuvor über die fortgeschrittenen Verhandlungen berichtet hatte. L’Équipe nannte anschließend weitere Details und schrieb, beide Vereine näherten sich bei einem Leihgeschäft an.

L’Équipe berichtet von Leihe mit Kaufoption

Nach dem am 28. August veröffentlichten Bericht von L’Équipe sollte der VfL seinen Angreifer zunächst auf Leihbasis nach Nizza abgeben. In den Verhandlungen sei eine Kaufoption von 20 Millionen Euro vorgesehen. Am Samstagabend legte die Zeitung nach und berichtete, Amoura werde Wolfsburg verlassen und zu Beginn der neuen Woche in Nizza erwartet. Der Medizincheck sei für Montag vorgesehen.

Damit wäre es nach jetzigem Stand kein sofortiger Verkauf für eine feste Ablösesumme. Die genannten 20 Millionen Euro würden vielmehr erst relevant, falls OGC Nizza die Kaufoption nutzt. Eine Verpflichtung zum späteren Kauf wurde von L’Équipe nicht genannt.

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Auch eine über die Leihe hinausgehende Vertragslaufzeit bei OGC Nizza war zunächst nicht bekannt. Einzelne Berichte bezeichneten das geplante Modell als Leihe für die Saison, eine langfristige Vertragsdauer für den Fall einer späteren Festverpflichtung wurde jedoch nicht veröffentlicht. Amoura besitzt in Wolfsburg einen Vertrag bis zum 30. Juni 2029.

Auf der offiziellen Internetseite von OGC Nizza war am Sonntagvormittag noch keine Verpflichtung Amouras veröffentlicht. Dort standen weiterhin das Ligaspiel gegen Paris FC und andere aktuelle Personalien im Mittelpunkt. Auch eine Vollzugsmeldung des VfL lag zunächst nicht vor.

Amoura kam zunächst nur auf Leihbasis nach Wolfsburg

Für Wolfsburg würde mit Amoura ein Angreifer gehen, in den der Klub erst vor gut zwei Jahren erheblich investiert hatte. Der Algerier wechselte im Juli 2024 von Union Saint-Gilloise aus Belgien nach Niedersachsen. Der VfL stellte ihn damals als Neuzugang vor, machte aber selbst keine Angaben zu Ablöse oder Vertragsdetails.

Union Saint-Gilloise bestätigte seinerzeit, dass es sich zunächst um eine Leihe mit Kaufoption handelte. Nach damaligen Transfermarkt-Informationen zahlte Wolfsburg drei Millionen Euro Leihgebühr. Für die anschließende Festverpflichtung seien weitere 14,5 Millionen Euro vorgesehen gewesen. Das gesamte Transfervolumen hätte damit bei etwa 17,5 Millionen Euro gelegen. Andere Berichte nannten rund 17 Millionen Euro.

Später wurde Amoura fest an den VfL gebunden. Sein Vertrag läuft nach den verfügbaren Spielerdaten bis Sommer 2029. Der heute 26-Jährige wurde am 9. Mai 2000 in Algerien geboren, ist algerischer Nationalspieler und wird vor allem als Mittelstürmer eingesetzt. Aufgrund seiner Schnelligkeit kann er auch auf anderen offensiven Positionen spielen.

Schon bei seiner Verpflichtung hatte der damalige Wolfsburger Sportdirektor Sebastian Schindzielorz die Vielseitigkeit des Angreifers hervorgehoben. Der Klub bezeichnete Amoura als schnellen und torgefährlichen Spieler, der mehrere Rollen in der Offensive übernehmen könne.

Acht Bundesliga-Tore in der vergangenen Saison

Sportlich blieb Amoura auch in der schwierigen Wolfsburger Saison 2025/26 ein wichtiger Offensivspieler. In der Bundesliga kam er auf 30 Einsätze und erzielte acht Tore. Je nach Statistikdienst werden drei beziehungsweise bei abweichender Definition einzelner Vorlagen mehr Assists geführt. Die Daten von Opta und FBref weisen drei Torvorlagen bei 30 Ligaeinsätzen aus.

Hinzu kamen Einsätze in den nationalen Pokalwettbewerben und in der Relegation. Der VfL beendete die Bundesliga-Saison auf einem Relegationsplatz und scheiterte anschließend am SC Paderborn. Nach einem 0:0 im Hinspiel verlor Wolfsburg das Rückspiel mit 1:2 und stieg in die 2. Bundesliga ab.

Damit änderte sich auch die sportliche und wirtschaftliche Ausgangslage des Klubs. Ein Kader, der für die Bundesliga zusammengestellt worden war, musste für die zweite Liga angepasst werden. Amoura gehörte aufgrund seines bis 2029 laufenden Vertrags und seiner internationalen Erfahrung zu den prominentesten Spielern, deren Zukunft nach dem Abstieg offen war.

In dieser Saison noch ohne Pflichtspieleinsatz

In der laufenden Saison 2026/27 hat Amoura bislang noch kein Pflichtspiel für Wolfsburg bestritten. Die offiziellen Daten der 2. Bundesliga weisen für ihn keinen Einsatz aus.

Beim Zweitliga-Auftakt gegen den 1. FC Kaiserslautern fehlte der Algerier im Kader. Sky ordnete sein Fehlen damals in die Reihe mehrerer noch ungeklärter Personalien nach dem Abstieg ein. In den folgenden Wochen wurde Amoura zudem als verletzt geführt.

Beim 1:0 in Hannover führte der VfL ihn offiziell unter den verletzten Spielern. Dasselbe galt für das DFB-Pokalspiel bei der VSG Altglienicke am 24. August sowie für das Auswärtsspiel beim Karlsruher SC am 29. August. Amoura kam deshalb weder in den ersten drei Zweitliga-Partien noch in der ersten Pokalrunde zum Einsatz.

Trainer Tobias Strobl hatte Amouras sportliche Situation wenige Tage vor den jüngsten Transfermeldungen noch nicht endgültig festgelegt. Nach einer am 21. August veröffentlichten Darstellung von DZfoot bezeichnete Strobl die Zukunft des Stürmers als offen und hob dessen Einsatz bei der Rückkehr auf den Trainingsplatz hervor. Eine aktuelle, vom VfL selbst veröffentlichte wörtliche Stellungnahme des Trainers oder von Sportdirektor Sebastian Schindzielorz speziell zu den Verhandlungen mit OGC Nizza lag zunächst nicht vor.

Wolfsburg hat seine Offensive bereits deutlich verändert

Ein möglicher Amoura-Abschied trifft auf einen VfL-Kader, der nach dem Bundesliga-Abstieg erheblich umgebaut wurde. In der Offensive stehen Trainer Strobl unter anderem Fabian Reese, Kento Shiogai, Fraser Hornby, Robert Glatzel und Alexander Bernhardsson zur Verfügung. Auch Muhammed Damar kann in offensiven Rollen eingesetzt werden. Bereits beim Saisonauftakt hatte Sky auf die große Zahl neuer Offensivspieler hingewiesen.

Wie konkurrenzfähig die neu zusammengestellte Mannschaft sein kann, zeigte das 5:2 beim Karlsruher SC am Samstag. Bernhardsson erzielte dort einen Treffer, Reese traf doppelt. Wolfsburg holte damit aus den ersten drei Zweitliga-Spielen sieben Punkte und schob sich vorübergehend auf den zweiten Tabellenplatz.

Ein Transfer Amouras würde damit nicht zwangsläufig eine unbesetzte Position hinterlassen. Dennoch verlöre der VfL einen international erfahrenen Angreifer, der in seinen beiden Bundesliga-Spielzeiten insgesamt 18 Ligatore erzielte und insbesondere mit Tempo sowie Läufen hinter die gegnerische Abwehr für eine andere offensive Komponente steht.

Für Wolfsburg drängt die Zeit für die endgültige Kaderplanung. Das deutsche Sommertransferfenster schließt am Dienstag, 1. September 2026, um 20 Uhr. Auch in Frankreich endet die Transferperiode an diesem Tag um 20 Uhr.

Nach dem jüngsten Bericht von L’Équipe deutet vieles darauf hin, dass die Entscheidung bereits vorher fallen könnte. Die Zeitung erwartet Amoura zum Medizincheck in Nizza. Bis zur offiziellen Bestätigung bleibt jedoch offen, ob die zuletzt genannte Konstruktion mit Leihe und 20-Millionen-Euro-Kaufoption tatsächlich unverändert umgesetzt wird.

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