DAX nach Rekordhoch: Schwächerer Start zeichnet sich ab

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Nach dem Rekordhoch vom Freitag deutet sich für den DAX am Montag zunächst ein schwächerer Start an. Belastend wirken vor allem deutlich höhere Ölpreise und gestiegene Erwartungen an weitere Zinserhöhungen in den USA. In Deutschland richtet sich der Blick zudem auf die vorläufigen Verbraucherpreise für August, die am Nachmittag veröffentlicht werden.

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Vor dem Beginn des regulären Xetra-Handels taxierte der Broker IG den deutschen Leitindex am Montagmorgen niedriger. Stand 7.28 Uhr lag die vorbörsliche Indikation bei 26.479 Punkten und damit rund 0,4 Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Freitag. Quelle: IG, zitiert von tagesschau.de. Ein offizieller DAX-Eröffnungskurs für Montag lag zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor. Der reguläre Xetra-Handel beginnt um 9 Uhr.

DAX hatte am Freitag neuen Rekord erreicht

Am Freitag hatte der DAX noch eine neue Bestmarke aufgestellt. Im Tagesverlauf stieg der Index bis auf 26.618,74 Punkte. Zum Xetra-Handelsschluss am 28. August stand er bei 26.569,99 Punkten, ein Tagesplus von 0,77 Prozent. Quelle für Hoch und Schlussstand ist die Deutsche Börse beziehungsweise der dort veröffentlichte dpa-AFX-Marktbericht.

Damit liegt die vorbörsliche Montagstaxe rund 91 Punkte unter dem Freitagsschluss und etwa 140 Punkte unter dem Rekordhoch. Ob daraus im regulären Handel tatsächlich eine Korrektur entsteht, war vor Handelsbeginn offen.

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Das Rekordhoch am Freitag war nach einer Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh in Jackson Hole erreicht worden. Seine Aussagen verstärkten zugleich die Erwartungen, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen weiter anheben könnte. Warsh stellte die Bekämpfung der weiterhin erhöhten Inflation in den Mittelpunkt und ließ erkennen, dass weitere geldpolitische Straffungen notwendig werden könnten, falls die Preisentwicklung nicht ausreichend nachlässt.

Wahrscheinlichkeit einer US-Zinserhöhung gestiegen

Am Montagmorgen spiegelte sich diese Einschätzung deutlich am Terminmarkt wider. Nach Daten des CME FedWatch Tools wurde eine Zinserhöhung der Federal Reserve im September mit einer Wahrscheinlichkeit von 60,4 Prozent eingepreist. Die Zahl beschreibt Markterwartungen und keine bereits getroffene Entscheidung der US-Notenbank.

Das Analysehaus Barclays änderte nach Warshs Rede seine eigene Prognose und erwartet inzwischen jeweils eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte im September und Dezember. Auch dabei handelt es sich um eine Prognose eines Finanzinstituts, nicht um eine Festlegung der Federal Reserve. Die nächste US-Zinsentscheidung ist für den 16. September vorgesehen.

Höhere Zinserwartungen können Aktienmärkte belasten. Steigende Renditen am Anleihemarkt erhöhen die Konkurrenz für Aktien und verteuern zugleich die Finanzierung für Unternehmen.

Ölpreis steigt wieder über 90 Dollar

Zusätzlichen Gegenwind liefert zum Wochenbeginn der Rohstoffmarkt. Die Ölpreise zogen nach einer erneuten militärischen Eskalation zwischen den USA und Iran deutlich an.

Die Nordseesorte Brent kostete am 31. August um 6.36 Uhr deutscher Zeit 90,31 US-Dollar je Barrel. Das waren 2,21 Dollar oder 2,51 Prozent mehr als zuvor. Die US-Sorte West Texas Intermediate lag zum selben Zeitpunkt bei 85,23 Dollar je Barrel, ein Plus von 1,83 Dollar oder 2,19 Prozent. Quelle: Reuters, Kursstand 4.36 Uhr GMT beziehungsweise 6.36 Uhr MESZ.

Damit liegt Brent wieder oberhalb der Marke von 90 Dollar. Hintergrund sind neue Spannungen rund um die Straße von Hormus. Die USA griffen nach eigenen Angaben am Wochenende iranische Raketenstellungen auf der Insel Larak an. Iranische Medien berichteten anschließend unter Berufung auf die Revolutionsgarden von Angriffen auf US-Stützpunkte in Jordanien.

Besonders relevant für die Finanzmärkte bleibt die Lage an der Straße von Hormus. Vor Beginn des Krieges wurde rund ein Fünftel des weltweiten Ölangebots durch die Meerenge transportiert. Veränderungen bei den Liefermengen können deshalb schnell auf die internationalen Energiepreise durchschlagen.

Deutsche Inflationsdaten werden um 14 Uhr veröffentlicht

In Deutschland richtet sich die Aufmerksamkeit am Montag außerdem auf die Verbraucherpreise für August. Die vorläufigen bundesweiten Daten sind für 14 Uhr MESZ angekündigt. Bereits ab 10 Uhr werden Preiszahlen aus mehreren Bundesländern veröffentlicht.

Im Juli hatte die deutsche Inflationsrate nach endgültigen Angaben des Statistischen Bundesamtes bei 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gelegen. Im Juni waren es 2,3 Prozent gewesen. Gegenüber Juni stiegen die Verbraucherpreise im Juli um 0,8 Prozent.

Energie war dabei ein wesentlicher Preistreiber. Energieprodukte verteuerten sich im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,3 Prozent. Kraftstoffe kosteten sogar 23 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel lag dagegen bei 2,4 Prozent.

Für August liegen am Montagmorgen noch keine offiziellen bundesweiten Werte vor. Marktbeobachter achten besonders darauf, ob der erneute Ölpreisanstieg den Preisdruck weiter erhöht.

Auch EZB-Zinspolitik rückt stärker in den Fokus

Die Inflationsdaten sind auch mit Blick auf die Europäische Zentralbank relevant. Die EZB hatte ihre drei Leitzinsen im Juni um jeweils 0,25 Prozentpunkte angehoben. Der Einlagenzins liegt seither bei 2,25 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,40 Prozent. Die Zentralbank begründete den Schritt insbesondere mit erhöhtem Inflationsdruck infolge gestiegener Energiepreise.

Eine weitere Zinserhöhung im September wird an den Finanzmärkten inzwischen verstärkt erwartet. Reuters berichtete zuletzt unter Berufung auf mit den Beratungen vertraute Personen, dass im EZB-Rat eine Erhöhung auf 2,50 Prozent beim Einlagenzins als wahrscheinlich gelte. Eine Entscheidung ist damit jedoch nicht vorweggenommen. Die EZB betont, ihre Geldpolitik von Sitzung zu Sitzung anhand der aktuellen Wirtschafts- und Inflationsdaten festzulegen.

Für den DAX kommen damit zum Wochenauftakt mehrere Belastungsfaktoren zusammen. Nach dem Rekord vom Freitag sprechen die vorbörslichen Kurse zunächst für Gewinnmitnahmen beziehungsweise niedrigere Notierungen. Wie sich der Index im regulären Handel entwickelt, hängt jedoch unter anderem von der weiteren Entwicklung der Energiepreise, den Anleihemärkten und den neuen Inflationsdaten ab.

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