LEAG beginnt Bau eines neuen Großspeichers in der Lausitz

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Energiekonzern LEAG treibt den Umbau seiner bisherigen Braunkohlestandorte voran. Am Kraftwerksstandort Boxberg in Sachsen hat das Unternehmen am Montag den symbolischen ersten Spatenstich für einen neuen Großbatteriespeicher gesetzt. Die sogenannte GigaBattery Boxberg 400 soll eine Anschlussleistung von 400 Megawatt und eine Speicherkapazität von 1.600 Megawattstunden erreichen.

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Damit gehört die Anlage nach ihrer geplanten Fertigstellung zu den größten Batteriespeichern in Deutschland. Einzelne Veröffentlichungen bezeichnen das Projekt bereits als größten Batteriespeicher Deutschlands. LEAG selbst verwendete diese Einordnung in seiner Mitteilung zum Baustart jedoch nicht. Das Unternehmen spricht von einem Großprojekt, das sich zu einem der größten Batteriespeicher Europas entwickeln soll.

Die LEAG GigaBattery Boxberg ist Teil eines weit größeren Umbaus der Energieversorgung in der Lausitz. Bis 2030 will LEAG nach eigenen Angaben Windkraft, Photovoltaik, Speicher und flexible Kraftwerke in einem neuen Energiesystem miteinander verbinden. Für dieses unter dem Namen GigawattFactory laufende Vorhaben hatte der Konzern Investitionen von mehr als zehn Milliarden Euro angekündigt.

Batteriespeicher soll vier Stunden lang Energie liefern

Die neue Anlage entsteht auf einer rund sechs Hektar großen sanierten Fläche des früheren Werks II am Kraftwerksstandort Boxberg. Dort standen früher Anlagen des alten Kraftwerks. Das Gelände wurde inzwischen für eine neue Nutzung vorbereitet.

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Geplant ist eine Anschlussleistung von 400 Megawatt. Die Speicherkapazität soll bei 1.600 Megawattstunden beziehungsweise 1,6 Gigawattstunden liegen. Daraus ergibt sich eine Speicherdauer von vier Stunden bei voller Leistung.

LEAG rechnet die Kapazität in seiner Projektbeschreibung auf den Verbrauch privater Haushalte um. Demnach könnte die gespeicherte Energiemenge rechnerisch rund 640.000 Haushalte vier Stunden lang versorgen. Dabei handelt es sich um einen Vergleichswert des Unternehmens und nicht um eine vorgesehene ausschließliche Nutzung des Speichers zur Haushaltsversorgung.

Technisch setzt das Projekt auf Lithium-Eisenphosphat-Batteriezellen. Für Lieferung, Systemintegration und schlüsselfertige Errichtung ist HyperStrong International Germany zuständig, eine Tochtergesellschaft des chinesischen Speicherherstellers Beijing HyperStrong Technology. Siemens Energy baut parallel eine neue gasisolierte 380-Kilovolt-Schaltanlage.

Diese soll den Speicher an das Übertragungsnetz von 50Hertz anbinden. Über den Netzanschluss können sowohl Strom aus umliegenden erneuerbaren Energieanlagen aufgenommen als auch gespeicherte Energiemengen später wieder in das Netz eingespeist werden.

Fertigstellung für Ende 2027 bis Anfang 2028 vorgesehen

LEAG hatte für seine Großspeicherprojekte in Boxberg und Jänschwalde ursprünglich einen Baustart im Jahr 2026 angekündigt. Für beide Anlagen nennt das Unternehmen als vorgesehenen Zeitraum für die Inbetriebnahme Ende 2027 bis Anfang 2028.

Mit dem Spatenstich am 31. August ist der Bau des Boxberger Projekts nun offiziell gestartet. Eine konkrete Investitionssumme ausschließlich für die GigaBattery Boxberg 400 wurde dabei nicht genannt. Auch frühere Projektmitteilungen von LEAG und dem beteiligten Unternehmen HyperStrong bezifferten die Kosten nicht.

Deshalb lässt sich die Investitionssumme des einzelnen Speichers derzeit nicht belastbar beziffern. Bekannt ist lediglich der wesentlich größere finanzielle Rahmen der gesamten Transformationsstrategie. LEAG hatte bereits 2022 angekündigt, für seine GigawattFactory mit Investitionen von mehr als zehn Milliarden Euro zu rechnen.

Bis 2030 soll nach Unternehmensplänen eine erneuerbare Erzeugungsleistung von bis zu sieben Gigawatt aufgebaut werden. Im Mittelpunkt stehen Windkraft und Photovoltaik, vor allem auf früheren oder rekultivierten Bergbauflächen. Hinzu kommen Batteriespeicher und perspektivisch wasserstofffähige Kraftwerke.

Noch größerer LEAG-Speicher ist in Jänschwalde geplant

Boxberg ist nicht das größte Speicherprojekt im eigenen LEAG-Portfolio. Am Kraftwerksstandort Jänschwalde in Brandenburg bereitet das Unternehmen die GigaBattery Jänschwalde 1000 vor.

Diese Anlage ist mit einer Leistung von 1.000 Megawatt und einer Speicherkapazität von 4.000 Megawattstunden geplant. Auch sie soll Strom vier Stunden lang mit maximaler Leistung abgeben können. Auf Grundlage der Unternehmensrechnung entspräche die gespeicherte Energie dem vierstündigen Verbrauch von rund 1,6 Millionen Haushalten.

Zusammen kommen die Projekte in Jänschwalde und Boxberg auf 1,4 Gigawatt Leistung und 5,6 Gigawattstunden Speicherkapazität. Damit würde allein dieses geplante Speichercluster eine Größenordnung erreichen, die über dem gesamten Bestand deutscher Großbatteriespeicher noch wenige Jahre zuvor lag.

Genau deshalb ist die Einordnung von Boxberg als größter Batteriespeicher Deutschlands nur mit Vorsicht zu verwenden. Sie hängt unter anderem davon ab, ob bereits laufende, im Bau befindliche oder lediglich geplante Projekte miteinander verglichen werden und ob Leistung oder Speicherkapazität als Maßstab dient.

Deutscher Batteriespeichermarkt wächst stark

Der Ausbau in der Lausitz fällt in eine Phase stark steigender Investitionen in stationäre Großbatterien. Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren im Oktober 2025 in Deutschland Großbatteriespeicher mit zusammen rund 2,4 Gigawatt Bruttoleistung und etwa 3,2 Gigawattstunden nutzbarer Speicherkapazität in Betrieb.

Weitere Anlagen mit rund fünf Gigawatt Leistung und etwa 10,4 Gigawattstunden Kapazität waren zu diesem Zeitpunkt bereits geplant. Branchenanalysen gehen für 2026 von einem weiteren deutlichen Anstieg aus.

Die zunehmende Bedeutung der Speicher hängt unmittelbar mit dem Ausbau von Windkraft und Photovoltaik zusammen. Deren Produktion schwankt mit Wetter und Tageszeit. Große Batteriesysteme können Energie aufnehmen, wenn viel Strom vorhanden ist, und sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgeben.

Darüber hinaus können Batteriespeicher kurzfristig Regelenergie bereitstellen und damit auf Schwankungen im Stromnetz reagieren. Gerade Standorte ehemaliger oder bestehender Großkraftwerke sind dafür interessant, weil dort häufig bereits leistungsfähige Netzanschlüsse vorhanden sind.

Boxberg wird vom Braunkohle- zum Speicherstandort

Für die Lausitz besitzt der Bau deshalb auch eine industriepolitische Bedeutung. Boxberg ist seit Jahrzehnten eng mit der Braunkohleverstromung verbunden. Deutschland hat gesetzlich beschlossen, spätestens 2038 aus der Kohleverstromung auszusteigen. Damit stehen traditionelle Kraftwerksregionen vor einem grundlegenden wirtschaftlichen und infrastrukturellen Umbau.

LEAG versucht, einen Teil der bestehenden Standorte und ihrer Netzinfrastruktur für erneuerbare Energie, Speicher und flexible Kraftwerke weiterzuverwenden. Ähnliche Projekte entstehen in Jänschwalde und auf ehemaligen Tagebauflächen.

Dabei wird der Strukturwandel nicht allein durch private Investitionen getragen. Für den Braunkohleausstieg der LEAG wurde eine Entschädigung von bis zu 1,75 Milliarden Euro vereinbart, deren beihilferechtliche Umsetzung auf europäischer Ebene geprüft beziehungsweise in einem gestuften Verfahren geregelt wurde. Diese Summe ist von den angekündigten Investitionen in die GigawattFactory zu unterscheiden.

Der Speicher in Boxberg zeigt damit exemplarisch, wie sich ein ehemaliger beziehungsweise weiterhin konventionell geprägter Energiestandort verändern soll. Die vorhandenen Flächen und Hochspannungsanschlüsse werden nicht aufgegeben, sondern für neue Komponenten des Stromsystems genutzt.

Wie groß die Rolle der Lausitzer Speicher im deutschen Strommarkt tatsächlich wird, hängt vor allem davon ab, in welchem Umfang die derzeit geplanten Projekte realisiert werden. Für Boxberg steht seit dem 31. August zumindest fest, dass die Bauphase offiziell begonnen hat.

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