Jean Pierre Kraemer will seine Unternehmen schließen

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Kraemer kündigt Ende von JP Performance an

Jean Pierre Kraemer hat am Dienstag, 1. September 2026, eine weitreichende geschäftliche Entscheidung angekündigt. Der 45 Jahre alte Unternehmer und Auto-Influencer erklärte in einem neuen Video auf seinem YouTube-Kanal, dass er JP Performance nicht weiterführen wolle. Im weiteren Verlauf kündigte er an, sämtliche seiner Unternehmen schließen zu wollen.

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Damit steht der Firmenverbund rund um eine der bekanntesten Persönlichkeiten der deutschen Tuning-Szene vor einer ungewissen Zukunft. Zu Kraemers geschäftlichen Aktivitäten gehören neben JP Performance unter anderem das Dortmunder Automuseum PACE, Gastronomieangebote und verschiedene Marken rund um Fahrzeuge, Kleidung und Merchandising.

Die Schließung von JP Performance war am Dienstag allerdings zunächst eine Ankündigung des Unternehmers. Wie die einzelnen Gesellschaften abgewickelt werden sollen, wann der Geschäftsbetrieb endet und ob einzelne Marken oder Standorte verkauft oder von anderen Personen weitergeführt werden könnten, erklärte Kraemer nicht. Auch für die Beschäftigten waren zunächst keine konkreten öffentlich bekannten Schritte genannt worden.

JP Performance selbst besteht als Unternehmen bereits seit vielen Jahren. Kraemer baute die Marke seit 2012 rund um Fahrzeugumbauten und seine Präsenz auf YouTube auf. Der gleichnamige Kanal erreicht inzwischen rund 2,7 Millionen Abonnenten. Aus dem ursprünglichen Tuninggeschäft entstand ein größerer Firmenverbund mit mehreren Geschäftsfeldern.

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Öffentlicher Rückzug nach Auseinandersetzungen um seine Ehe

Kraemers Ankündigung folgt auf mehrere Tage intensiver öffentlicher Auseinandersetzungen um sein Verhalten gegenüber seiner getrennt lebenden Ehefrau Julia Meck. Kraemer hatte selbst bestätigt, während eines Streits körperliche Gewalt angewendet zu haben. In zuvor veröffentlichten Videos äußerte er sich ausführlich zu den Geschehnissen und bewertete eigene Handlungen als falsch und nicht zu entschuldigen.

Eine Stellungnahme Kraemers liegt damit vor. In zwei YouTube-Videos sowie einem Instagram-Beitrag reagierte er auf die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Kraemer bestreitet damit nicht sämtliche gegen ihn erhobenen Vorwürfe, sondern bestätigte unter anderem, seiner Frau eine Kette vom Hals gerissen und sie mit der flachen Hand geschlagen zu haben. Zudem erklärte er zu einer weiteren Aufnahme selbst, er habe seine Frau am Hals gepackt, zur Seite geschubst und an den Haaren gezogen. Andere Darstellungen zu den Auseinandersetzungen stellte Kraemer anders dar und erklärte seinerseits, auch von seiner Ehefrau geschlagen worden zu sein. Meck wies diese Darstellung gegenüber der Bild-Zeitung zurück. Eine gerichtliche Klärung der gegenseitigen Darstellungen liegt nicht vor.

Nach Angaben des WDR hatte die Staatsanwaltschaft frühere Ermittlungsverfahren nach einem Polizeieinsatz zunächst eingestellt, nachdem keine Strafanträge gestellt worden waren. Inzwischen wurde nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft gegenüber der Deutschen Presse-Agentur ein Strafantrag von Mecks anwaltlicher Vertretung eingereicht. Dieser werde geprüft. Damit ist noch keine Entscheidung darüber verbunden, ob es zu einer Anklage oder einem Gerichtsverfahren kommt. Ein gerichtliches Urteil liegt nicht vor.

Noch am Wochenende hatte Kraemer einen vollständigen geschäftlichen Rückzug nicht angekündigt. Nach einer vom WDR wiedergegebenen Nachricht an seine Mitarbeiter wollte er zunächst darauf hinarbeiten, dass das Unternehmen weiterbestehen könne. Am Dienstag änderte er diese Position grundlegend und erklärte öffentlich, seine Geschäftstätigkeiten beenden zu wollen.

Geschäftspartner reagieren bereits

Parallel zu Kraemers Rückzug haben Geschäftspartner Konsequenzen gezogen. Borussia Dortmund bietet die gemeinsame Kollektion mit JP Performance nicht mehr an. Ein Sprecher des Fußball-Bundesligisten bestätigte, dass die gemeinsame BVB-JP-Modekollektion nicht mehr zum Sortiment gehöre.

Die Kooperation war erst im März 2026 öffentlich vorgestellt worden. Borussia Dortmund und JP Performance hatten dabei ihre gemeinsame Verbindung zur Stadt Dortmund hervorgehoben und eine eigene Bekleidungskollektion veröffentlicht.

Auch die Getränkemarke Gönrgy erklärte öffentlich, die Zusammenarbeit mit Kraemer zu beenden. Damit hatten bereits vor seiner Ankündigung vom Dienstag geschäftliche Folgen eingesetzt.

Welche wirtschaftlichen Konsequenzen die geplante Schließung sämtlicher Unternehmen haben wird, ist derzeit offen. Der WDR spricht von rund 80 Beschäftigten in Kraemers Unternehmen. Angaben über einen konkreten Zeitplan für die Stilllegung einzelner Betriebe oder die Zukunft des PACE Automobil Museums lagen am Dienstag zunächst nicht vor.

Kraemer korrigiert frühere Aussage über seine Mutter

Neben seiner geschäftlichen Entscheidung veröffentlichte Kraemer am Dienstag eine weitere persönliche Erklärung. Darin korrigierte er eine Darstellung, die er früher über den Tod seiner Mutter verbreitet hatte.

Kraemer hatte in der Vergangenheit öffentlich erzählt, seine Mutter habe sich das Leben genommen. Diese Darstellung sei falsch gewesen, erklärte er nun nach einem Bericht von Auto Bild über eine von ihm veröffentlichte Instagram-Story. Seine Mutter sei stattdessen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

Die neue Angabe stammt von Kraemer selbst. Eine unabhängige Bestätigung der von ihm nun genannten Todesumstände lag zunächst nicht vor.

Die frühere Version hatte Kraemer nicht nur beiläufig erwähnt. Sie war Bestandteil seiner öffentlich erzählten Lebensgeschichte und wurde auch im Zusammenhang mit seiner Autobiografie und früheren Videos aufgegriffen. Noch 2020 hatte er in einem emotionalen Video über eine Begegnung mit seiner Mutter gesprochen und dabei erklärt, er habe sie danach nicht mehr lebend gesehen.

Auch Darstellungen aus seiner Kindheit relativiert

Kraemer beschränkte seine Korrektur nach Angaben von Auto Bild nicht auf die Todesursache seiner Mutter. Er erklärte außerdem, einzelne Ereignisse aus seiner Kindheit seien von ihm stärker dargestellt worden, als sie tatsächlich gewesen seien.

Dabei wandte er sich auch an seine Schwester und entschuldigte sich dafür, bestimmte familiäre Darstellungen öffentlich gemacht zu haben. Weitere Einzelheiten zu privaten Familienverhältnissen sind für die aktuelle Entwicklung nicht erforderlich.

Die Korrektur erhält vor allem deshalb Bedeutung, weil Kraemer seine Biografie über Jahre selbst öffentlich zum Bestandteil seiner Person und Marke gemacht hatte. Zu seinem Bekanntheitsgrad trugen neben seinen Autoformaten auch persönliche Videos und seine Autobiografie bei.

Zukunft des Firmenverbunds noch nicht geklärt

Mit seiner Erklärung vom 1. September hat Kraemer einen deutlich weitergehenden Schritt angekündigt als noch wenige Tage zuvor. Aus einer zunächst angekündigten persönlichen Auszeit soll nach seinen Worten nun der Rückzug aus seinen Unternehmen werden.

Ob daraus tatsächlich die vollständige Auflösung aller Gesellschaften folgt, war am Dienstagabend noch nicht erkennbar. Die Website von JP Performance war weiterhin erreichbar. Auch aus öffentlich zugänglichen Unternehmensinformationen ergab sich zu diesem Zeitpunkt noch keine bereits vollzogene Löschung der JP Performance GmbH.

Damit steht bislang fest, dass Jean Pierre Kraemer das Ende seiner geschäftlichen Tätigkeit angekündigt hat. Wann und in welcher Form JP Performance, das Museum, gastronomische Betriebe und weitere Unternehmen tatsächlich ihren Betrieb einstellen oder organisatorisch verändert werden, blieb zunächst offen.

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