
Bei Borussia Mönchengladbach wächst zu Beginn der neuen Bundesliga-Saison die Liste der angeschlagenen und verletzten Spieler. Nach einem Bericht der BILD soll sich Mittelfeldspieler Enzo Leopold im Training eine schwere Knieverletzung zugezogen haben. Das Blatt nennt einen Kreuzbandriss. Eine offizielle Bestätigung von Borussia Mönchengladbach für diese konkrete Diagnose lag am Donnerstagmorgen zunächst nicht vor. Damit blieb zunächst auch offen, wie lange der 26-Jährige tatsächlich fehlen würde.
Die möglichen Verletzungssorgen bei Gladbach treffen den Klub zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Das Transferfenster in Deutschland ist geschlossen, zugleich fehlen Trainer Eugen Polanski bereits mehrere Spieler. Gerade im zentralen Mittelfeld sind die personellen Möglichkeiten eingeschränkt. Leopold war erst im Sommer ablösefrei von Hannover 96 gekommen und hatte einen Vertrag bis zum 30. Juni 2030 unterschrieben.
Die konkrete Meldung über Leopold wurde am Mittwochabend von BILD veröffentlicht. Nach Informationen der Zeitung soll sich der Mittelfeldspieler im Training einen Kreuzbandriss zugezogen haben. Ein entsprechender Bericht wurde am 2. September gegen 22 Uhr öffentlich bekannt. In der Nacht und am Donnerstagmorgen griffen weitere Angebote die Meldung unter Berufung auf BILD auf.
Offiziell bestätigt war zunächst lediglich, dass Leopold zum Kader von Borussia Mönchengladbach gehört. Eine Vereinsmitteilung, in der ein Kreuzbandriss diagnostiziert oder eine konkrete Dauer der Pause genannt wurde, lag zunächst nicht vor. Auch die von BILD erwartete mehrmonatige Ausfallzeit war damit am Donnerstagmorgen keine offiziell bestätigte Prognose des Klubs.
Entsprechend lässt sich derzeit nicht belastbar angeben, wann Leopold wieder zur Verfügung stehen könnte. Aussagen über eine Pause von sechs Monaten, einem Großteil der Saison oder noch längeren Zeitraum wären ohne medizinische Bestätigung und Prognose des Vereins verfrüht.
Für Gladbach wäre ein längerer Ausfall dennoch sportlich bedeutend. Leopold wurde am 23. Juli 2000 geboren und ist 26 Jahre alt. Er wird überwiegend im zentralen beziehungsweise defensiven Mittelfeld eingesetzt. Vor seinem Wechsel nach Mönchengladbach spielte er vier Jahre für Hannover 96.
In der Zweitliga-Saison 2025/26 stand Leopold in allen 34 Ligaspielen auf dem Platz. Nach den offiziellen Leistungsdaten des DFB gelangen ihm dabei drei Tore und vier Vorlagen. Hannover 96 weist für ihn ebenfalls 34 Ligaeinsätze, drei Treffer und vier Torvorlagen aus. Damit gehörte Leopold in seiner letzten Saison in Niedersachsen zu den Spielern mit der konstantesten Einsatzzeit.
Insgesamt kam er für Hannover in vier Zweitliga-Spielzeiten auf 120 Ligaeinsätze. Borussia verpflichtete ihn im Mai als ablösefreien Neuzugang für die Saison 2026/27 und stattete ihn mit einem langfristigen Vertrag aus.
Zum Pflichtspielstart in Gladbach spielte Leopold zunächst noch keine zentrale Rolle. Im DFB-Pokal kam er zum Einsatz, beim Bundesliga-Auftakt gegen RB Leipzig blieb er ohne Spielminute. Nach dem 0:3 in Leipzig stand für Polanski ohnehin die Frage im Raum, wie er sein Mittelfeld für das erste Heimspiel gegen die SV Elversberg neu ordnen würde.
Die möglichen Verletzungssorgen bei Gladbach beschränken sich nicht auf Leopold. Jens Castrop steht derzeit wegen einer Schulterverletzung nicht zur Verfügung. Der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte sich die Schulter ausgekugelt und fehlt damit ebenfalls in einer Phase, in der Polanski sein neues Zentrum einspielen lassen wollte.
Auch Rechtsverteidiger Yukhym Konoplia hatte sich bereits in der Vorbereitung verletzt. Bei dem ukrainischen Nationalspieler wurde nach einem Testspiel gegen Rot-Weiss Essen eine Verletzung des Innenbandes im Knie festgestellt. Anfang September arbeitete Konoplia allerdings bereits wieder individuell auf dem Platz. Polanski sagte über dessen Fortschritte: „Erst einmal muss er wieder zurück ins Teamtraining.“ Zugleich erklärte der Trainer, die Entwicklung verlaufe möglicherweise schneller als zunächst erwartet.
Hinzu kommt Daiki Hashioka. Der japanische Abwehrspieler hatte sich bei der 0:3-Niederlage in Leipzig nach einem Zusammenprall verletzt. Für das Heimspiel gegen Elversberg wurde mit seinem Ausfall gerechnet. Weitere Untersuchungen sollten Aufschluss über die Dauer seiner Pause geben.
Auch Zento Uno stand zuletzt wegen muskulärer Beschwerden nicht zur Verfügung beziehungsweise galt als fraglich. Damit sind insbesondere im defensiven und zentralen Bereich mehrere Positionen betroffen.
Die personelle Entwicklung fällt unmittelbar in die Zeit nach dem Ende der Sommertransferperiode. Borussia Mönchengladbach hatte seinen Kader in den vergangenen Monaten deutlich verändert. Leopold gehörte ebenso zu den Zugängen wie Castrop und Konoplia.
Kurz vor dem Ende der Transferperiode verstärkte Sportchef Rouven Schröder die Mannschaft noch einmal mit Nicolas Kühn. Der 26 Jahre alte Offensivspieler wurde bis zum 30. Juni 2027 von Como 1907 ausgeliehen. Schröder erklärte bei der Verpflichtung: „Wir haben immer gesagt, dass wir zuschlagen wollen, wenn sich noch einmal ein spannendes Fenster öffnet.“ Kühn solle vor allem Fähigkeiten auf den offensiven Außenpositionen ergänzen, die im bisherigen Kader weniger stark vertreten waren.
Der Transfer war deshalb nicht als unmittelbare Absicherung für das zentrale Mittelfeld angelegt. Schröder beschrieb Kühn als flexibel einsetzbaren Offensivspieler mit Tempo, Stärke im Eins gegen Eins und Torgefahr.
Sollte sich bei Leopold tatsächlich eine längerfristige Verletzung bestätigen, müsste Polanski die entstandene Lücke zunächst mit dem vorhandenen Personal auffangen. Ein regulärer Transfer innerhalb des deutschen Transferfensters ist nach dessen Ende nicht mehr möglich. Eine vorsorgliche Nachverpflichtung für Leopold war vor Bekanntwerden der möglichen Verletzung naturgemäß nicht Bestandteil des Deadline-Day-Geschäfts.
Im zentralen Mittelfeld verfügt Borussia unter anderem über Kevin Stöger, Philipp Sander und Florian Neuhaus. Hinzu kommen jüngere Optionen. Castrop und Leopold sollten nach dem Kaderumbau ebenfalls wichtige Rollen in diesem Mannschaftsteil übernehmen.
Gerade Leopolds Verpflichtung hatte dabei eine langfristige Komponente. Seine Bilanz aus Hannover mit 34 Einsätzen in 34 Ligaspielen der vergangenen Saison dokumentiert, dass Borussia einen Spieler holte, der zuvor über eine komplette Spielzeit nahezu durchgehend zur Verfügung gestanden hatte.
Polanski hatte Leopold zudem in den Mannschaftsrat aufgenommen. Damit war für den Neuzugang nicht nur eine sportliche Rolle vorgesehen. Nach dem personellen Umbau des Sommers sollte er auch innerhalb der neu formierten Gruppe Verantwortung übernehmen.
Wie schwer seine Verletzung tatsächlich ist, hing am Donnerstagmorgen weiterhin von der endgültigen medizinischen beziehungsweise offiziellen Bestätigung ab. Gesichert war zunächst nicht mehr als der konkrete BILD-Bericht über einen Kreuzbandriss. Eine vom Verein genannte voraussichtliche Ausfalldauer gab es zu diesem Zeitpunkt nicht.
Für Borussia kommt die Situation dennoch zu einem schwierigen Zeitpunkt. Nach der 0:3-Niederlage zum Bundesliga-Auftakt bei RB Leipzig steht am Samstag das erste Heimspiel der neuen Saison gegen Aufsteiger SV Elversberg an. Polanski muss dabei bereits mehrere personelle Ausfälle berücksichtigen. Ein bestätigter längerer Ausfall Leopolds würde seine Möglichkeiten im zentralen Mittelfeld zusätzlich einschränken.
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