Förderung für Omarchy bringt 1Password unter Druck

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Grzegorz Walczak

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Der Passwortmanager-Anbieter 1Password gerät wegen einer Förderzusage für die Omacom Foundation in die Kritik. Das Unternehmen soll die gemeinnützige Organisation hinter der Linux-Distribution Omarchy über drei Jahre mit insgesamt 300.000 US-Dollar unterstützen. Die Verbindung zwischen 1Password und Omarchy sorgt vor allem deshalb für Protest, weil das Linux-Projekt von dem dänischen Entwickler und Unternehmer David Heinemeier Hansson geschaffen wurde, dessen politische Veröffentlichungen seit längerem kontroverse Reaktionen auslösen.

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Die finanzielle Zusage selbst ist eindeutig dokumentiert. Die Omacom Foundation teilte am 31. August mit, dass 1Password ebenso wie das Softwareunternehmen 37signals jährlich 100.000 US-Dollar über drei Jahre zahlt. Beide Unternehmen werden von der Stiftung als sogenannte Distinguished Corporate Patrons geführt.

Omacom Foundation finanziert Omarchy und weitere Projekte

Die Omacom Foundation beschreibt sich als gemeinnützige Organisation hinter Omarchy Linux. Sie hält nach eigenen Angaben Markenrechte, finanziert Infrastruktur und unterstützt Open-Source-Projekte und Entwickler, auf deren Arbeit Omarchy aufbaut.

Omarchy basiert auf Arch Linux und wurde von David Heinemeier Hansson entwickelt. Hansson ist vor allem als Schöpfer des Webframeworks Ruby on Rails sowie als Mitinhaber und Technikchef von 37signals bekannt. Auf der Omarchy-Webseite wird das Betriebssystem ausdrücklich als von ihm entwickeltes Projekt dargestellt.

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Die Stiftung verfügt mittlerweile über Förderzusagen von mehreren bekannten Unternehmern und Technologieunternehmen. Sie finanziert unter anderem Projekte wie Hyprland und Quickshell. Hansson kündigte zudem an, die eingeworbenen Mittel in den kommenden Jahren für Entwicklung, Infrastruktur, Künstlerprogramme und weitere Bestandteile des Omarchy-Ökosystems einzusetzen.

Kritik richtet sich gegen Verbindung zu Hansson

Die aktuelle Kritik an der Förderung bezieht sich nicht auf technische Eigenschaften des Passwortmanagers. Sie entzündet sich an der Verbindung des Projekts zu Hansson und an dessen öffentlichen politischen Äußerungen.

The Verge berichtete am 2. September über Beschwerden von 1Password-Kunden und über interne Diskussionen bei dem Unternehmen. In sozialen Netzwerken und persönlichen Blogs kündigten einzelne Nutzer an, ihren Vertrag zu beenden oder nach Alternativen zu suchen. Andere forderten 1Password auf, die Unterstützung zurückzunehmen.

Wie viele Kunden tatsächlich gekündigt haben, war zunächst nicht bekannt. Eine unabhängig bestätigte Zahl zu Vertragsbeendigungen oder wirtschaftlichen Folgen lag zunächst nicht vor.

Anlass für einen Teil der Kritik sind Texte, die Hansson selbst veröffentlicht hat. In einem Blogbeitrag vom 21. Juli 2026 schrieb er über Roma und andere Menschen, die er als ausländische Obdachlose beziehungsweise Migranten bezeichnete. Er forderte darin unter anderem Abschiebungen von Menschen, die öffentliche Flächen besetzen. Kritiker bewerten diese Äußerungen als diskriminierend beziehungsweise rassistisch. Diese Einordnung stammt unter anderem von The Verge und einzelnen Nutzern, die sich gegen die Förderung ausgesprochen haben.

Hansson selbst stellte die Aussagen in seinem Beitrag als Forderung nach konsequenterem staatlichem Handeln im öffentlichen Raum dar. Eine eigene Stellungnahme von ihm speziell zu den Kündigungsaufrufen gegen 1Password war zunächst nicht öffentlich dokumentiert.

1Password weist politische Billigung zurück

1Password widerspricht der Darstellung, mit der Förderung persönliche oder politische Positionen Hanssons zu unterstützen. In einer Antwort des Kundendienstes, die mehrere Empfänger öffentlich machten, erklärte das Unternehmen, die Zahlung gehe an die Omacom Foundation und nicht an eine Einzelperson.

Nach Darstellung des Unternehmens soll das Geld Hosting-Infrastruktur sowie langfristige Unterstützung für Open-Source-Projekte und Entwickler finanzieren, von denen Omarchy abhängig ist. 1Password erklärte außerdem, die Förderung bedeute keine Zustimmung zu persönlichen oder politischen Ansichten Einzelner.

Auch intern äußerte sich die Unternehmensführung. The Verge berichtet unter Berufung auf interne Nachrichten, dass CEO David Faugno auf Bedenken innerhalb und außerhalb des Unternehmens reagierte. Er habe dabei ebenfalls betont, dass die Förderung nicht als Billigung von Hanssons persönlichen Äußerungen zu verstehen sei.

1Password begründete die Zusammenarbeit zugleich mit der Bedeutung von Omarchy für einen Teil seiner Nutzerschaft. Nach einer von The Verge wiedergegebenen internen Aussage Faugnos soll Omarchy inzwischen die zweitmeistgenutzte Linux-Distribution unter 1Password-Nutzern sein. Diese Angabe stammt aus einer internen Unternehmensdarstellung und ließ sich zunächst nicht anhand öffentlich zugänglicher Nutzungsdaten überprüfen.

Förderung bleibt bislang bestehen

Eine Rücknahme der 300.000 US-Dollar umfassenden Förderzusage war bis Freitag nicht angekündigt. Auf der Webseite der Omacom Foundation wird 1Password weiterhin als einer von zwei Distinguished Corporate Patrons geführt.

Damit besteht der Kern des Konflikts fort. 1Password stellt die Zahlung als Förderung von Open-Source-Infrastruktur dar. Kritiker wie der Entwickler Andrew Lilley Brinker und einzelne Nutzer sehen dagegen schon die finanzielle Unterstützung einer eng mit David Heinemeier Hansson verbundenen Stiftung als problematisch an und rufen zu Beschwerden oder Kündigungen auf.

Ob diese Proteste für 1Password über einzelne öffentliche Reaktionen hinaus messbare wirtschaftliche Folgen haben, blieb zunächst offen.

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