
Borussia Mönchengladbach muss nach dem Fehlstart in die neue Bundesliga-Saison womöglich den nächsten personellen Rückschlag verkraften. Neuzugang Nicolas Kühn soll sich nach Informationen der Bild beim Auslauftraining nach dem Heimspiel gegen die SV Elversberg einen Muskelbündelriss zugezogen haben. Der Offensivspieler werde demnach voraussichtlich fünf bis sechs Wochen fehlen. Eine offizielle Bestätigung durch Borussia Mönchengladbach lag am Montagabend zunächst nicht vor. Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass Kühn kurz vor dem Ende der Transferperiode auf Leihbasis von Como 1907 verpflichtet wurde und am Samstag gegen Elversberg sein Bundesliga-Debüt für Gladbach gegeben hatte.
Nach Darstellung der Bild verletzte sich Kühn nicht während der Partie, sondern am Tag danach beim Auslaufen. Die Zeitung nennt als Diagnose einen Muskelbündelriss und schreibt von einer Pause von mindestens fünf bis sechs Wochen. Diese Angaben waren am Montagabend zunächst nicht durch eine Mitteilung des Vereins, durch Trainer Eugen Polanski oder durch Sportdirektor Rouven Schröder bestätigt.
Damit bleibt der genaue medizinische Stand aus Sicht des Clubs zunächst offen. Auch zu einer möglichen Untersuchung, einem Reha-Plan oder einem konkreten Rückkehrzeitpunkt gab es zunächst keine gesicherten Vereinsangaben. Für Gladbach wäre der Ausfall dennoch sportlich spürbar, weil Kühn erst wenige Tage zuvor als zusätzliche Option für die Offensive geholt worden war.
Kühn hatte sein erstes Pflichtspiel für Borussia Mönchengladbach am Samstag, 5. September 2026, beim 3:4 gegen die SV Elversberg absolviert. Die Bundesliga führte seine Einwechslung in der 69. Minute für Franck Honorat. In der Live-Darstellung wurde der Wechsel um die 70. Minute herum als Debüt des Neuzugangs eingeordnet. Damit kam Kühn auf gut 20 Minuten reguläre Spielzeit plus Nachspielzeit.
Sportlich passte das Debüt in eine schwierige Schlussphase für die Borussia. Gladbach hatte gegen den Aufsteiger bereits mit 3:1 geführt, verlor die Partie aber noch mit 3:4. Für die Gastgeber trafen Hugo Bolin zweimal und Joe Scally, für Elversberg erzielten David Mokwa, Maurice Krattenmacher mit zwei Toren sowie Felix Keidel die Treffer.
Borussia Mönchengladbach hatte Kühn am 1. September 2026 verpflichtet. Der 26 Jahre alte Offensivspieler kam auf Leihbasis vom italienischen Erstligisten Como 1907. Nach Angaben der Bundesliga soll er für den Rest der Saison 2026/27 bei den Gladbachern spielen und trägt die Rückennummer 19. Como bestätigte ebenfalls eine Leihe bis zum Ende der Saison 2026/27.
Kühn ist Linksfuß und wird vor allem als offensiv vielseitig einsetzbarer Außenbahnspieler beschrieben. In seiner Laufbahn spielte er unter anderem in den Nachwuchsbereichen von Hannover 96, RB Leipzig und Ajax Amsterdam, später für Bayern München II, Erzgebirge Aue, Rapid Wien, Celtic Glasgow und Como. Bei Celtic kam er nach Bundesliga-Angaben auf 24 Tore in 69 Spielen.
Zu einer Ablöse für die Leihe nach Mönchengladbach machte der Verein zunächst keine öffentlich belastbare Angabe. Medienberichten zufolge hatte Como im Sommer 2025 für Kühns Wechsel von Celtic nach Italien rund 19 Millionen Euro gezahlt. Der WDR berichtete außerdem, bei der Gladbacher Leihe sei der frühere Como-Zugang als Spieler mit internationaler Erfahrung eingeordnet worden.
Bei der Verpflichtung hatte Sportdirektor Rouven Schröder den Transfer mit Kühns sportlichem Profil begründet. Auf Bundesliga.de wurde Schröder mit den Worten zitiert, man habe immer gesagt, dass der Verein aktiv werde, wenn sich eine spannende Möglichkeit für einen Spieler ergebe, der den Kader sofort verstärken könne. Kühn sei linksfüßig, offensiv vielseitig, schnell, stark im Eins-gegen-Eins und torgefährlich. Dieses Profil habe er auch international gezeigt.
Kühn selbst wurde dort mit der Aussage zitiert, er habe sehr gute Gespräche mit der Vereinsführung geführt. Borussia sei ein ambitionierter Verein, er freue sich auf Fans und Stadion. Es sei generell immer sein Ziel gewesen, in der Bundesliga zu spielen.
Für die vergangene Saison nennt Como 1907 seit Kühns Verpflichtung im Sommer 2025 insgesamt 23 Einsätze in der Serie A, ein Tor und eine Vorlage. Bundesliga.de führte für seine Zeit bei Como einen Treffer in 25 Einsätzen auf. Die Unterschiede können aus unterschiedlichen Zählweisen entstehen, etwa je nach Wettbewerb oder Datenstand.
Die mögliche Verletzung von Nicolas Kühn würde Borussia Mönchengladbach in einer ohnehin angespannten Personallage treffen. Bereits offiziell bestätigt ist der Kreuzbandriss von Enzo Leopold. Der Mittelfeldspieler zog sich im Training einen Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie zu und wird mehrere Monate fehlen. Sportchef Rouven Schröder nannte die Diagnose sportlich bitter und sprach zugleich von einem großen Rückschlag für den Spieler.
Nach WDR-Angaben fallen zudem Yukhym Konoplia und Jens Castrop langfristig aus. Bild und Gladbach-nahe Portale nannten darüber hinaus Daiki Hashioka mit einer Nackenverletzung als weiteren Ausfall. Diese Zusatzangaben waren im Zusammenhang mit Kühn zunächst nicht in einer neuen Vereinsmitteilung gebündelt bestätigt.
Sportlich verschärft sich damit die Lage im Gladbacher Kader kurz nach Saisonbeginn. Kühn war gerade erst als zusätzliche Option für die Offensive hinzugekommen. Sollte sich die gemeldete Pause bestätigen, fehlen Trainer Eugen Polanski auf den Außenpositionen weitere Rotationsmöglichkeiten. In den kommenden Wochen müsste Gladbach die Belastung in der Offensive stärker auf vorhandene Kräfte wie Franck Honorat, Robin Hack, Wael Mohya oder weitere Kaderspieler verteilen. Welche Lösung der Trainer wählt, blieb zunächst offen.
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