Hertha will mit Stefan Leitl erst in der Rückrunde sprechen

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Hertha BSC hat den Zeitplan für Gespräche über die Zukunft von Cheftrainer Stefan Leitl abgesteckt. Trotz des starken Starts in die neue Saison soll es vorerst keine vorgezogenen Verhandlungen geben. Der Vertrag von Stefan Leitl läuft bis zum 30. Juni 2027. Über eine mögliche Verlängerung wollen die Berliner nach Angaben von Geschäftsführer Peter Görlich erst in der Rückrunde sprechen. Eine Einigung oder ein neues Vertragsangebot ist bislang nicht bekannt.

Anzeige

Auslöser der neuen Vertragsdebatte ist ein Interview des Fachmagazins kicker mit Görlich. BILD und B.Z. griffen die Aussagen am 7. September auf. Eine separate Mitteilung von Hertha BSC zu Vertragsverhandlungen gab es zunächst nicht. Der Zeitplan stammt allerdings unmittelbar von einem der beiden Geschäftsführer des Vereins und ist damit von der Hertha-Führung selbst bestätigt.

Gespräche über Leitls Zukunft erst in der Rückrunde

Görlich machte deutlich, dass der aktuelle sportliche Erfolg nichts am vereinbarten Ablauf ändert. Zur Zukunft des Trainers sagte er: „Was Stefans Zukunft angeht, haben wir klar vereinbart, dass wir in der Rückrunde sprechen. Dabei bleibt es.“ Damit ist auch klar, dass der Zeitpunkt bereits mit Leitl abgestimmt wurde.

Hertha hatte Leitl bei seiner Verpflichtung am 17. Februar 2025 offiziell mit einem Vertrag bis 2027 ausgestattet. In der damaligen Vereinsmitteilung wurde keine zusätzliche Option genannt. Nach den aktuellen Angaben endet das Arbeitspapier konkret am 30. Juni 2027. Eine automatische Verlängerung oder andere Option über diesen Termin hinaus ist öffentlich nicht bestätigt.

Anzeige

Leitl selbst äußerte sich zu den nun angekündigten Vertragsgesprächen zunächst nicht öffentlich. Auch von Sportdirektor Benjamin Weber ist aktuell keine eigene Aussage über eine mögliche Verlängerung des Cheftrainers veröffentlicht. Bei Leitls Verpflichtung hatte Weber vor allem dessen Erfahrung in der 2. Bundesliga sowie seine Fähigkeit hervorgehoben, Mannschaften und einzelne Spieler weiterzuentwickeln.

Hertha hatte sich schon früh für Kontinuität entschieden

Dass Leitl die Mannschaft auch in der laufenden Saison trainiert, war bereits im Frühjahr geklärt worden. Nach einer Saison 2025/26, in der Hertha die eigenen sportlichen Ambitionen verfehlte und am Ende Siebter der 2. Bundesliga wurde, entschied sich die Führung ausdrücklich gegen einen erneuten Trainerwechsel. Görlich erklärte im Mai, der Verein habe sich nach einer früh begonnenen Analyse bewusst für personelle Kontinuität entschieden. Als Argumente für Leitl nannte er unter anderem Stabilität, Struktur, klare Abläufe und die Entwicklung der Mannschaft.

Diese Entscheidung ist von der Frage einer Vertragsverlängerung zu trennen. Leitls Beschäftigung bis zum Sommer 2027 war bereits vertraglich abgesichert. Neu ist nun, dass Hertha auch den Zeitpunkt für die Entscheidung über die Zeit danach festgelegt hat. Trotz des gelungenen Saisonbeginns sollen die Gespräche nicht vorgezogen werden.

Vier Siege zum Ligastart verändern den Zeitplan nicht

Sportlich geht Hertha mit einer deutlich besseren Ausgangslage in die Vertragsfrage als noch vor einigen Monaten. Die Berliner gewannen alle vier bisherigen Ligaspiele der Saison 2026/27 und übernahmen nach dem 2:1 gegen den 1. FC Magdeburg die Tabellenführung der 2. Bundesliga. Auch im DFB-Pokal erreichte die Mannschaft die nächste Runde.

Der Start fällt auch deshalb auf, weil der Kader im Sommer deutlich verändert wurde. B.Z. und BILD bezifferten die Bilanz der Transferperiode auf 16 Abgänge und vier Neuverpflichtungen. Görlich verwies auf einen schlankeren Kader und eine gewachsene Eigenverantwortung innerhalb der Mannschaft. Eine vorzeitige Vertragsrunde mit dem Trainer leitet Hertha aus den ersten Ergebnissen jedoch ausdrücklich nicht ab.

Noch Anfang September hatte Leitl selbst vor allem die sportliche Arbeit in den Mittelpunkt gestellt. Vor dem vierten Ligaspiel verwies er darauf, dass die Mannschaft ihre Intensität und ihren Einsatz Woche für Woche bestätigen müsse. Eine öffentliche Verbindung zwischen dem aktuellen Tabellenstand und seiner persönlichen Vertragsfrage stellte der Trainer nicht her.

Stefan Leitl arbeitet seit Februar 2025 bei Hertha

Leitl wurde am 29. August 49 Jahre alt. Der gebürtige Münchner übernahm Hertha BSC am 17. Februar 2025 als Nachfolger von Cristian Fiél. Im Profibereich hatte er zuvor den FC Ingolstadt 04, die SpVgg Greuther Fürth und Hannover 96 trainiert. Mit Fürth gelang ihm 2021 der Aufstieg in die Bundesliga. Hannover führte er in der Saison 2023/24 auf Rang sechs, ehe seine Tätigkeit dort Ende Dezember 2024 endete. Vor seiner Zeit als Cheftrainer der Ingolstädter Profis arbeitete Leitl bereits im Nachwuchs und bei der zweiten Mannschaft des Vereins.

Hertha selbst bezifferte Leitls Bilanz am 29. August 2026 auf 54 Pflichtspiele. Seitdem kam das Ligaspiel gegen Magdeburg hinzu. Damit stand er inzwischen in 55 Pflichtspielen als Hertha-Trainer an der Seitenlinie. Ausgehend von seiner Bilanz nach 50 Partien und den fünf Pflichtspielen der laufenden Saison stehen 26 Siege, 14 Unentschieden und 15 Niederlagen zu Buche.

Herthas Konsolidierung setzt den wirtschaftlichen Rahmen

Parallel zum sportlichen Aufschwung befindet sich Hertha weiter in einem wirtschaftlichen und strukturellen Umbau. Görlich hatte im Mai erklärt, die Planung des Vereins sei nicht zwingend auf einen Aufstieg angewiesen und Hertha sei für die 2. Bundesliga finanziert. Gleichzeitig bezeichnete er den Verein als Konsolidierungsclub mit notwendigem Transfererlösdruck. Auch die Kaderkosten sollten reduziert werden.

Zum Trainingsauftakt Ende Juni erinnerte Görlich daran, dass Hertha noch drei Jahre zuvor mit existenziellen Problemen zu kämpfen hatte. Ziel sei deshalb eine schrittweise Restrukturierung mit Investitionen dort, wo sie langfristig tragfähig seien. Im aktuellen kicker-Interview beschreibt er den Verein als inzwischen stabiler, aber noch nicht vollständig wirtschaftlich gesund. Transfererlöse und der Aufbau neuer Spielerwerte bleiben nach seinen Angaben Teil des Kurses.

Damit sind die Eckpunkte der Trainerfrage zunächst klar. Leitl besitzt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2027, eine darüber hinausgehende Option ist öffentlich nicht bestätigt. Die Vereinsführung hält an ihm fest und hat mit ihm vereinbart, erst in der Rückrunde über die weitere Zusammenarbeit zu sprechen. Eine Vertragsverlängerung ist bislang weder beschlossen noch angekündigt.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu