Saudi-Arabiens PIF erwägt Zusammenschluss von EA und Savvy

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Grzegorz Walczak

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Der saudi-arabische Staatsfonds Public Investment Fund, kurz PIF, prüft offenbar einen weiteren großen Umbau seines Spieleportfolios. Nach Informationen von Bloomberg wird innerhalb des Fonds über eine mögliche Zusammenführung von Electronic Arts und der Savvy Games Group nachgedacht. Eine endgültige Entscheidung ist demnach noch nicht gefallen. Electronic Arts und Savvy hatten eine solche Fusion bis Freitagmorgen, 11. September 2026, nicht offiziell angekündigt.

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Die mögliche Fusion von Electronic Arts und Savvy Games Group würde zwei bereits vom PIF kontrollierte große Spielekomplexe näher zusammenführen. EA gehört seit Anfang August zu einem Investorenkonsortium aus PIF, Silver Lake und Affinity Partners. Die Übernahme war im September 2025 angekündigt worden und hatte einen Unternehmenswert von rund 55 Milliarden US-Dollar. Am 4. August 2026 meldete EA den Abschluss der Transaktion.

EA und Savvy vereinen zahlreiche große Spielemarken

Electronic Arts gehört mit Reihen wie EA Sports FC, Battlefield, The Sims, Madden NFL, Apex Legends und Need for Speed zu den bedeutenden internationalen Spielepublishern. Im Geschäftsjahr bis Ende März 2026 lag der Umsatz nach Unternehmensangaben bei 7,531 Milliarden US-Dollar. Die Net Bookings, eine für Spieleunternehmen wichtige Kennzahl für gebuchte Erlöse, lagen bei 8,026 Milliarden Dollar.

Savvy Games Group ist vollständig im Besitz des PIF und wurde 2022 als zentrale Plattform für die Gaming- und E-Sport-Investitionen Saudi-Arabiens aufgebaut. Zu Savvy gehört unter anderem Scopely. Für dessen Übernahme zahlte Savvy 2023 rund 4,9 Milliarden Dollar. Scopely wiederum schloss 2025 für 3,5 Milliarden Dollar die Übernahme des Spielegeschäfts von Niantic ab. Damit gehören unter anderem Pokémon Go, Pikmin Bloom und Monster Hunter Now zum Portfolio. Hinzu kommen Spiele wie Monopoly Go.

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Monopoly Go allein hatte nach Schätzungen von Sensor Tower bis 2025 mehr als sechs Milliarden Dollar an kumulierten In-App-Umsätzen erzielt. Die Zahl beschreibt allerdings nicht den Umsatz der gesamten Savvy-Gruppe. Ein direkt vergleichbarer aktueller Konzernumsatz von Savvy ist öffentlich nicht in derselben Form verfügbar wie die früheren Finanzberichte des börsennotierten EA. Deshalb lässt sich für einen möglichen gemeinsamen Konzern derzeit kein belastbarer Gesamtumsatz oder Unternehmenswert errechnen.

Moonton-Übernahme könnte vorher abgeschlossen werden

Eine Zusammenführung von EA und Savvy dürfte laut Bloomberg nicht unmittelbar bevorstehen. Dem Bericht zufolge soll zunächst die Übernahme des chinesischen Spieleentwicklers Moonton durch Savvy abgeschlossen werden. ByteDance hatte im März 2026 dem Verkauf des Studios zugestimmt. Moonton entwickelt das insbesondere in Südostasien erfolgreiche Mobile Legends: Bang Bang. Finanzielle Bedingungen wurden von den Unternehmen zunächst nicht vollständig veröffentlicht. Eine mit dem Vorgang vertraute Quelle bezifferte die Bewertung gegenüber Reuters auf mehr als sechs Milliarden Dollar.

Damit würde Savvy seine starke Position bei mobilen Spielen nochmals ausbauen. Ein Zusammenschluss mit EA würde anschließend ein Portfolio schaffen, das große Konsolen- und PC-Reihen, Sportspiele, Mobile Games und E-Sport-Aktivitäten verbindet. Ob eine solche Struktur tatsächlich geplant und in welcher gesellschaftsrechtlichen Form sie umgesetzt werden könnte, blieb zunächst unklar.

Neue Fusion könnte erneut Wettbewerbshüter beschäftigen

Eine konkrete kartellrechtliche Prüfung der möglichen EA-Savvy-Fusion hat bislang nicht begonnen beziehungsweise ist öffentlich nicht bekannt. Dafür müsste zunächst eine entsprechende Transaktion vereinbart und bei den zuständigen Behörden angemeldet werden, sofern die jeweiligen Schwellenwerte erreicht werden.

Die kurz zuvor abgeschlossene EA-Übernahme wurde bereits von Wettbewerbsbehörden geprüft. Bei der Europäischen Kommission ging die Anmeldung am 16. Juni 2026 ein. In den EU-Unterlagen wurde festgehalten, dass eine vom PIF kontrollierte Erwerbsgesellschaft die alleinige Kontrolle über EA übernehmen sollte. Der Deal wurde anschließend abgeschlossen.

Eine spätere Zusammenführung mit Savvy wäre jedoch eine eigenständige Transaktion. Wettbewerbsbehörden könnten dabei unter anderem die Überschneidungen bei Entwicklung, Veröffentlichung und Vertrieb von Spielen sowie die Stellung bei Mobile Games und digitalen Spielediensten untersuchen. Welche Behörden tatsächlich zuständig wären und ob Auflagen erforderlich wären, lässt sich vor einer konkreten Transaktionsstruktur nicht bestimmen.

Saudi-Arabien baut Einfluss in der Games-Branche aus

Hinter den Investitionen steht die seit mehreren Jahren verfolgte Strategie Saudi-Arabiens, Gaming und E-Sport zu einem wichtigen Wirtschaftsbereich auszubauen. Der PIF gründete Savvy ausdrücklich mit dem Ziel, international in Spieleunternehmen, Entwickler und E-Sport-Strukturen zu investieren.

Mit EA, Scopely, Pokémon Go und künftig möglicherweise Moonton kontrolliert der Fonds inzwischen eine Reihe international bedeutender Spieleunternehmen und Marken. Eine Fusion von EA und Savvy würde diese Beteiligungen organisatorisch noch stärker bündeln. Offiziell bestätigt war am 11. September aber lediglich die bereits abgeschlossene EA-Übernahme und die bestehende Eigentümerstruktur von Savvy. Für einen Zusammenschluss der beiden Unternehmen gab es noch keine verbindliche Vereinbarung.

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