
Adobe hat mit seinen Quartalszahlen im September 2026 die Erwartungen der Wall Street übertroffen und den Ausblick für das Gesamtjahr angehoben. An der Börse überzeugten die Zahlen Anleger zunächst dennoch nicht. Die Adobe-Aktie gab nach der Veröffentlichung am Donnerstagabend im nachbörslichen Handel zunächst um rund 1,9 Prozent nach. Am Freitag drehte das Papier jedoch und beendete den regulären US-Handel 1,37 Prozent höher bei 252,23 US-Dollar.
Adobe veröffentlichte die Ergebnisse für sein drittes Geschäftsquartal am Donnerstag, 10. September 2026, nach dem Ende des regulären US-Börsenhandels. Das Quartal endete am 28. August. Der Umsatz lag bei 6,76 Milliarden US-Dollar und damit 13 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Analysten hatten im Durchschnitt mit rund 6,70 Milliarden Dollar gerechnet.
Auch beim Ergebnis schnitt der Softwarekonzern besser ab als erwartet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 6,13 US-Dollar. Die Markterwartung hatte sich auf etwa 6,09 Dollar je Aktie belaufen. Nach den US-Rechnungslegungsvorschriften GAAP erreichte Adobe einen verwässerten Gewinn je Aktie von 4,62 Dollar. Der Nettogewinn lag bei 1,83 Milliarden Dollar, während sich der operative Mittelzufluss auf 2,52 Milliarden Dollar belief.
Ein großer Teil des Geschäfts basiert inzwischen auf wiederkehrenden Abonnementerlösen. Die gesamten Subscription-Erlöse der Kundengruppen erreichten im Quartal 6,56 Milliarden Dollar. Adobe meldete zudem zum Ende des Quartals einen annualisierten wiederkehrenden Umsatz, kurz ARR, von 27,50 Milliarden Dollar. Diese Kennzahl zeigt vereinfacht, welches jährliche Umsatzvolumen aus den laufenden Verträgen und Abonnements abgeleitet werden kann.
Nach dem starken bisherigen Jahresverlauf erhöhte Adobe seine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2026. Das Unternehmen erwartet nun einen Umsatz zwischen 26,576 und 26,626 Milliarden US-Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie stellt Adobe 24,45 bis 24,50 Dollar in Aussicht. Prognosen sind Unternehmensziele und keine Garantie dafür, dass die genannten Werte tatsächlich erreicht werden.
Für das vierte Geschäftsquartal erwartet Adobe einen Umsatz zwischen 6,80 und 6,85 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll nach Unternehmensplanung zwischen 6,30 und 6,35 Dollar liegen. Gerade dieser kurzfristige Umsatzausblick spielte bei der ersten Reaktion am Aktienmarkt eine Rolle. Der Mittelwert der Prognosespanne lag leicht unter der zuvor von Analysten erwarteten Größenordnung von rund 6,85 Milliarden Dollar.
Die ersten Kursbewegungen nach der Zahlenvorlage fielen negativ aus. Nachbörslich am Donnerstag sank die Adobe-Aktie zeitweise um rund 1,9 Prozent. Vor Veröffentlichung der Geschäftszahlen hatte das Papier den regulären Donnerstagshandel bei 248,83 Dollar beendet. Dieser Schlusskurs lag bereits 2,37 Prozent unter dem Niveau des Vortages, die Quartalszahlen waren zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht veröffentlicht.
Im vorbörslichen Handel am Freitag stand die Aktie zwischenzeitlich ebenfalls unter Druck. Im Verlauf des regulären Handelstages änderte sich das Bild jedoch. Zum Handelsschluss am Freitag, 11. September, lag Adobe bei 252,23 Dollar. Gegenüber dem Donnerstagsschluss entsprach das einem Plus von 1,37 Prozent. Damit wurde die unmittelbar nach den Quartalszahlen beobachtete negative Reaktion im regulären Handel wieder aufgeholt.
Für Anleger ist nicht allein entscheidend, ob Umsatz und Gewinn gegenüber dem Vorjahr steigen. Aktienkurse reagieren häufig darauf, wie Geschäftszahlen im Verhältnis zu den bereits im Markt enthaltenen Erwartungen ausfallen und welchen Ausblick ein Unternehmen für die kommenden Monate gibt. Ein Unternehmen kann deshalb bessere Zahlen als erwartet melden und dennoch zunächst Kursverluste verzeichnen, wenn einzelne Prognosen hinter den Erwartungen zurückbleiben.
Bei Adobe richtet sich die Aufmerksamkeit zudem stark auf die Entwicklung des Geschäfts mit künstlicher Intelligenz. Das Unternehmen teilte mit, dass der annualisierte wiederkehrende Umsatz mit sogenannten AI-first-Angeboten im Jahresvergleich um mehr als 150 Prozent gestiegen sei. Zugleich konkurriert Adobe bei Anwendungen für Grafik, Bildbearbeitung, Dokumente und Marketing zunehmend mit Anbietern, die KI-Funktionen direkt in ihre Plattformen integrieren.
Die Quartalszahlen erscheinen außerdem kurz vor einem angekündigten Wechsel an der Unternehmensspitze. Anil Chakravarthy soll Adobe zum 1. Dezember 2026 als Präsident und Vorstandschef übernehmen. Der langjährige CEO Shantanu Narayen wechselt nach Unternehmensangaben auf den Posten des Executive Chair. Damit fallen die weitere Umsetzung der KI-Strategie und der Führungswechsel zeitlich eng zusammen.
Die Adobe Quartalszahlen September 2026 zeigen damit ein gemischtes Börsenbild. Operativ legte der Konzern bei Umsatz und Ergebnis weiter zu und erhöhte seine Jahresprognose. Gleichzeitig reichte die Prognose für das Schlussquartal zunächst nicht aus, um den Aktienkurs unmittelbar nach Veröffentlichung anzuschieben. Die Kursentwicklung am Freitag machte jedoch deutlich, wie schnell sich die erste Bewertung neuer Geschäftszahlen im laufenden Handel verändern kann.
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