
Taylor Swift erhält bei den MTV Video Music Awards 2026 eine neu geschaffene Auszeichnung für ihre Arbeit hinter der Kamera. Bei der Verleihung am Sonntag, 27. September, im Peacock Theater in Los Angeles soll die US-Sängerin als erste Künstlerin mit den MTV VMA Artist Director Honors ausgezeichnet werden. CBS und MTV gaben die Entscheidung am Montag bekannt. Gewürdigt wird damit nicht ein einzelnes Musikvideo, sondern Swifts Entwicklung als Regisseurin und ihre langfristige Arbeit an der visuellen Gestaltung ihrer Musik.
Mit der neuen Ehrung rücken die VMAs einen Bereich stärker in den Mittelpunkt, der für Swift seit mehreren Jahren ein wichtiger Teil ihrer Arbeit ist. Taylor Swift bei den MTV VMAs 2026 steht damit nicht nur für ihre Rolle als Musikerin und nominierte Künstlerin, sondern ausdrücklich auch für ihre Tätigkeit als Regisseurin. Die Veranstalter beschreiben die neue Auszeichnung als Ehrung für Musiker, deren Arbeit hinter der Kamera die Möglichkeiten des Musikvideos erweitert und zur Weiterentwicklung visueller Erzählformen beigetragen hat.
Für Swift kommt die Auszeichnung zu einem Zeitpunkt, an dem sie bereits zu den erfolgreichsten Künstlerinnen in der Geschichte der Video Music Awards gehört. Vor der diesjährigen Verleihung stehen für sie 30 VMA-Auszeichnungen zu Buche. Damit liegt sie gemeinsam mit Beyoncé an der Spitze der bisherigen Gesamtwertung. Durch den neuen Artist Director Award erhöht sich Swifts Zahl auf 31 Auszeichnungen und sie übernimmt damit allein die Spitzenposition.
Swifts Arbeit als Regisseurin entwickelte sich über mehrere Jahre. Bereits 2019 war sie bei den Musikvideos zu ME! und You Need To Calm Down als Co-Regisseurin beteiligt. Mit The Man folgte 2020 ihr erstes Musikvideo, bei dem sie allein Regie führte. Das Projekt markierte den Beginn einer Reihe von Produktionen, bei denen Swift neben ihrer Rolle vor der Kamera auch die kreative Leitung hinter der Kamera übernahm.
In den folgenden Jahren inszenierte sie unter anderem die Videos zu cardigan und willow. Hinzu kam All Too Well: The Short Film, bei dem sie sowohl für Drehbuch als auch Regie verantwortlich war. Später folgten unter anderem Anti-Hero, Bejeweled, Lavender Haze, Karma, I Can See You und Fortnight. Auch bei neueren Produktionen wie The Fate of Ophelia und Opalite wird Swift in den offiziellen Credits als Regisseurin geführt.
Damit unterscheidet sich die neue VMA-Ehrung von den regulären Wettbewerbskategorien. Bei Best Direction wird jeweils die Regieleistung eines bestimmten Videos ausgezeichnet. Der Artist Director Award soll dagegen die längerfristige Arbeit eines Musikers als Regisseur und die Entwicklung einer eigenen visuellen Handschrift würdigen.
Swifts Arbeit hinter der Kamera wurde bei den VMAs bereits mehrfach berücksichtigt. Sie war bislang siebenmal in der Kategorie Best Direction nominiert und gewann dort viermal. Damit ist ihre Regietätigkeit schon seit mehreren Jahren Bestandteil ihrer VMA-Bilanz und nicht erst mit der neuen Sonderauszeichnung verbunden.
Eine besondere Rolle spielte dabei The Man. Mit dem Video gewann Swift 2020 den VMA für die beste Regie. Sie war damit die erste Frau, die als alleinige Regisseurin in dieser Kategorie gewann. Zuvor hatte es bereits weibliche Gewinnerinnen gegeben, die sich die Regie mit weiteren Personen teilten. Die Auszeichnung zeigte zugleich, dass Swift zunehmend selbst Verantwortung für die filmische Umsetzung ihrer Musik übernahm.
Auch All Too Well: The Short Film verstärkte diese Entwicklung. Die Produktion war deutlich länger angelegt als ein klassisches Musikvideo und verband Musik mit einer eigenständigen filmischen Erzählung. Swift führte Regie und schrieb das Drehbuch. Bei den VMAs 2022 erhielt das Projekt unter anderem die Auszeichnungen für Video of the Year und Best Direction.
Mit den Artist Director Honors ergänzen die Video Music Awards ihr System um eine Auszeichnung, die ausdrücklich die Doppelrolle von Musikern als Künstler und Regisseure berücksichtigt. Die VMAs vergeben seit ihrer Einführung 1984 Preise für Musikvideos und haben neben Wettbewerbskategorien immer wieder besondere Ehrungen geschaffen. Zu den bekanntesten gehört der Video Vanguard Award für langfristige Beiträge zur Musikvideo-Kultur.
Der neue Artist Director Award setzt einen anderen Schwerpunkt. Er richtet sich speziell an Musiker, die selbst Regieverantwortung übernehmen und damit die visuelle Präsentation ihrer Arbeiten maßgeblich gestalten. Swift ist die erste Empfängerin. Eine längere Liste möglicher künftiger Preisträger oder feste Kriterien für eine jährliche Vergabe wurden mit der Ankündigung zunächst nicht veröffentlicht.
Die Sonderauszeichnung verändert zugleich die historische VMA-Bilanz. Swift hatte 2024 sieben Preise an einem Abend gewonnen und ihre Gesamtzahl damit auf 30 erhöht. Dazu gehörte damals auch Video of the Year für Fortnight, ihre Zusammenarbeit mit Post Malone. Mit insgesamt 30 Auszeichnungen zog sie mit Beyoncé gleich.
Der erstmals verliehene Artist Director Award hebt diese Zahl nun auf 31. Damit wird Swift nach der diesjährigen Verleihung die Künstlerin mit den meisten VMA-Auszeichnungen sein. Ihre bisherige Bilanz umfasst neben Preisen für einzelne Videos auch Ehrungen in Kategorien wie Artist of the Year, Best Pop, Best Direction und Video of the Year.
Die MTV Video Music Awards 2026 finden am 27. September im Peacock Theater in Los Angeles statt. Die Show wird in den USA von CBS und MTV übertragen und über Paramount+ angeboten. Gastgeber ist Snoop Dogg. Für Swift bedeutet der Abend unabhängig von den Ergebnissen der regulären Wettbewerbskategorien bereits einen festen Eintrag in die Geschichte der Veranstaltung: Sie erhält die erste Ausgabe eines Preises, mit dem die VMAs künftig die Regiearbeit von Musikern ausdrücklich als eigenständigen Teil ihres künstlerischen Schaffens würdigen.
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