AMD knackt erstmals die Billionenmarke an der Börse

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die AMD-Aktie hat am Montag einen neuen Meilenstein erreicht. Der Börsenwert des US-Chipherstellers Advanced Micro Devices stieg am 21. September 2026 erstmals über eine Billion US-Dollar. Gleichzeitig erreichte die Aktie im laufenden Nasdaq-Handel ein Allzeithoch. Damit gehört AMD nun zu der kleinen Gruppe von Halbleiterkonzernen, die diese Bewertungsmarke zumindest zeitweise überschritten haben.

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Im Nasdaq-Handel am 21. September war bis 10.27 Uhr Ortszeit an der US-Ostküste, 16.27 Uhr MESZ, ein Intraday-Hoch von 613,924 US-Dollar registriert worden. Zu diesem Zeitpunkt lag die Aktie bei 609,295 US-Dollar und damit 8,84 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag von 559,82 US-Dollar. Wenig später wurde AMD weiterhin mit rund 610 US-Dollar gehandelt. Die AMD-Aktie über einer Billion Dollar Marktkapitalisierung markiert damit einen neuen Höchststand in der Börsengeschichte des Unternehmens.

AMD profitiert vom Ausbau der KI-Rechenzentren

Hinter dem starken Kursanstieg steht vor allem die Erwartung, dass AMD einen größeren Anteil am wachsenden Geschäft mit Rechenzentren und künstlicher Intelligenz gewinnen kann. Das Unternehmen konkurriert bei leistungsfähigen Grafikprozessoren für KI-Anwendungen vor allem mit Nvidia. Gleichzeitig verkauft AMD Serverprozessoren der EPYC-Reihe und tritt damit gegen Intel an.

Die Geschäftszahlen liefern dafür eine messbare Grundlage. AMD erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 11,536 Milliarden US-Dollar. Das waren 50 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Umsatz der Data-Center-Sparte stieg um 107 Prozent auf 6,7 Milliarden US-Dollar und machte damit bereits deutlich mehr als die Hälfte der Konzernerlöse aus. AMD führte das Wachstum unter anderem auf die Nachfrage nach EPYC-Prozessoren und Instinct-Grafikprozessoren zurück.

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Der Konzern versucht zudem, sein Angebot über einzelne Chips hinaus auszubauen. Neben Prozessoren und Grafikchips umfasst die Strategie zunehmend komplette Systeme mit Rechenhardware, Netzwerkkomponenten und weiteren Bausteinen für KI-Infrastruktur. Damit nähert sich AMD einem Geschäftsmodell an, mit dem Nvidia große Betreiber von Rechenzentren zunehmend aus einer Hand bedient.

AMD-Aktie hat sich 2026 nahezu verdreifacht

Die Entwicklung an der Börse war bereits vor dem Montag außergewöhnlich stark. Seit Jahresbeginn hatte die AMD-Aktie bis zum Vormittag des 21. September rund 185 Prozent gewonnen. Der technologielastige Nasdaq Composite kam im gleichen Zeitraum auf einen Zuwachs von rund 15,8 Prozent. Allein innerhalb von fünf Handelstagen legte AMD zeitweise um etwa ein Viertel zu.

Mit dem Sprung über eine Billion US-Dollar wurde AMD nach Nvidia, Broadcom und Micron zum vierten US-Chiphersteller, der diese Marke überschritt. Der Abstand zum Marktführer bleibt dennoch erheblich. Nvidia war am 21. September mit mehr als fünf Billionen US-Dollar bewertet und damit weiterhin ein Vielfaches von AMD.

Auch Intel profitierte am Montag von der freundlichen Stimmung für Halbleiterwerte. Gegen 10.43 Uhr US-Ostküstenzeit, 16.43 Uhr MESZ, lag die Intel-Aktie im Nasdaq-Handel rund zwölf Prozent im Plus. Qualcomm gewann zu diesem Zeitpunkt etwa 4,5 Prozent. Der Philadelphia Semiconductor Index, der zahlreiche große Chipunternehmen bündelt, legte rund 2,7 Prozent zu und erreichte den höchsten Stand seit mehr als einem Monat.

Breite Halbleiter-Rally stützt den Kurs

Der AMD-Anstieg war damit Teil einer breiteren Bewegung an den internationalen Aktienmärkten. Technologie- und KI-Werte wurden am Montag auch durch sinkende Renditen amerikanischer Staatsanleihen und fallende Ölpreise gestützt. Der Nasdaq Composite und der S&P 500 legten im Tagesverlauf deutlich zu. Besonders gefragt waren Unternehmen, deren Geschäft direkt oder indirekt mit dem Ausbau von Rechenzentren und künstlicher Intelligenz verbunden ist.

Die Nachfrage nach Rechenleistung bleibt dabei der zentrale wirtschaftliche Faktor. Große Technologieunternehmen investieren weiterhin hohe Summen in Rechenzentren, Grafikprozessoren, Netzwerkhardware und Stromversorgung. Davon profitieren nicht nur Hersteller spezialisierter KI-Chips, sondern auch Produzenten klassischer Serverprozessoren und Speicherchips sowie Anbieter von Netzwerktechnik.

AMD nimmt dabei eine besondere Position ein. Bei Grafikprozessoren versucht der Konzern, den deutlichen Vorsprung von Nvidia zu verkleinern. Bei Server-CPUs konnte AMD in den vergangenen Jahren zugleich Marktanteile gegenüber Intel gewinnen. Die zunehmende Verbindung beider Produktgruppen in KI-Rechenzentren eröffnet dem Unternehmen zusätzliche Absatzmöglichkeiten.

Hohe Bewertung erhöht die Erwartungen an AMD

Der starke Kursanstieg hat allerdings auch die Bewertung deutlich nach oben getrieben. AMD wurde am Montag auf Basis der von Analysten erwarteten Gewinne der kommenden zwölf Monate mit etwa dem 41-Fachen des erwarteten Ergebnisses gehandelt. Der langfristige Zehnjahresdurchschnitt lag bei rund dem 44-Fachen. Nvidia wurde zuletzt mit etwa dem 16,3-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet.

Solche Bewertungskennzahlen sind keine Prognose für die weitere Kursentwicklung. Sie zeigen jedoch, welche Wachstumserwartungen bereits in Aktienkursen enthalten sein können. Sollten Investitionen großer Cloudanbieter langsamer steigen als angenommen, neue KI-Produkte später auf den Markt kommen oder Margen unter Druck geraten, könnten sich auch die Erwartungen an Umsatz und Gewinn verändern.

Umgekehrt hängt die weitere Geschäftsentwicklung davon ab, wie erfolgreich AMD neue Instinct-Beschleuniger, EPYC-Prozessoren und komplette Rechenzentrumssysteme bei großen Kunden platzieren kann. Hinzu kommen Konkurrenz durch Nvidia, Intel und kundenspezifische Chips großer Technologiekonzerne sowie mögliche Einschränkungen beim Export leistungsfähiger Halbleiter.

Die Billionenmarke zeigt deshalb vor allem, wie stark sich die Bewertung des Unternehmens innerhalb kurzer Zeit verändert hat. AMD ist vom klassischen Prozessorhersteller zu einem der größten börsennotierten Anbieter von Infrastruktur für Hochleistungsrechnen und künstliche Intelligenz aufgestiegen. Der Rekord vom 21. September 2026 dokumentiert diese Neubewertung an der Börse, während die künftige Geschäftsentwicklung darüber entscheidet, ob die hohen Erwartungen durch weitere Umsatz- und Gewinnsteigerungen gedeckt werden.

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