Neue Wärmequelle für Münster: Energie aus dem Dortmund-Ems-Kanal

Münster gewinnt Wärme aus dem Dortmund-Ems-Kanal. Eine neue Großwärmepumpe versorgt rund 800 Haushalte.
Foto: Stadtwerke Münster

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Münster. Eine Großwärmepumpe am Dortmund-Ems-Kanal liefert in Münster ab sofort zusätzliche Fernwärme. Die Stadtwerke Münster haben ihre zweite Anlage dieser Art nach einer erfolgreichen Probephase in den Regelbetrieb übernommen. Sie nutzt Wärme aus dem Wasser des Kanals und kann damit rund 800 Haushalte versorgen. Gleichzeitig soll der Erdgasverbrauch im Hafenkraftwerk sinken.

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Die Anlage steht in der Gebäudehülle des früheren Kohleheizkraftwerks am Stadthafen. Mit einer Wärmeleistung von zwei Megawatt kann sie nach Angaben der Stadtwerke rund zwei Prozent des gesamten Fernwärmebedarfs in Münster abdecken. Pro Jahr sollen dadurch mehr als 3.000 Tonnen lokale CO₂-Emissionen eingespart werden.

Großwärmepumpe erreicht fast 100 Grad

Damit die gewonnene Wärme direkt in das Münsteraner Fernwärmenetz eingespeist werden kann, muss sie auf ein vergleichsweise hohes Temperaturniveau gebracht werden. Die neue Großwärmepumpe erreicht knapp 100 Grad Celsius.

Die Anlage ist Teil eines sogenannten innovativen Kraft-Wärme-Kopplungssystems und wird in diesem Rahmen vom Bund gefördert. Die Stadtwerke wollen damit fossile Energieträger schrittweise durch erneuerbare Wärmequellen ersetzen.

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Fernwärme deckt rund 20 Prozent des Wärmebedarfs in Münster

Pro Jahr werden in Münster mehr als 550 Gigawattstunden Fernwärme genutzt. Das entspricht nach Angaben der Stadtwerke rund 20 Prozent des gesamten Wärmebedarfs der Stadt. Langfristig muss auch diese Wärmeversorgung weitgehend auf erneuerbare Quellen umgestellt werden.

Großwärmepumpen sollen dabei nur ein Baustein sein. Weitere wichtige Technologien sind Tiefengeothermie, Solarthermie und Wärmespeicher. Auch industrielle Abwärme kann künftig eine größere Rolle spielen.

Fernwärme soll künftig aus vielen Quellen kommen

Die Wärmeversorgung in Münster soll künftig stärker dezentral aufgebaut werden. Anstelle eines einzelnen zentralen Kraftwerks sollen unterschiedliche kleinere Erzeugungsanlagen dort entstehen, wo erneuerbare Wärmequellen und Anschlüsse an das Fernwärmenetz verfügbar sind. Neben Gewässern wie dem Dortmund-Ems-Kanal kommen dafür unter anderem Industriestandorte mit nutzbarer Abwärme sowie geologisch geeignete Flächen für Tiefengeothermie infrage.

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