Einer der größten deutschen Offshore-Windparks ist eröffnet

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Der Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 3 in der deutschen Nordsee ist offiziell eingeweiht worden. Ørsted und der Infrastrukturinvestor Nuveen Infrastructure eröffneten die Anlage am Dienstag, 22. September 2026, bei einer Veranstaltung in Hamburg. Der Windpark mit einer installierten Leistung von 913 Megawatt befindet sich bereits seit Ende August vollständig im kommerziellen Betrieb. Damit gehört er zu den größten Offshore-Windparks Deutschlands.

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83 Windräder liefern bis zu 913 Megawatt

Borkum Riffgrund 3 besteht aus 83 Windenergieanlagen von Siemens Gamesa mit einer Nennleistung von jeweils elf Megawatt. Der Windpark umfasst rund 75 Quadratkilometer und liegt etwa 72 Kilometer vor der deutschen Nordseeküste sowie rund 53 Kilometer von der Insel Borkum entfernt. Die Eigentumsanteile liegen zu jeweils 50 Prozent bei Ørsted und Nuveen Infrastructure.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hatte für das Vorhaben 83 Anlagen auf Monopile-Fundamenten genehmigt. Im Juni 2024 wurde die erste Windenergieanlage installiert. Im Januar 2025 war die Montage aller Turbinen abgeschlossen. Der erste Strom floss allerdings erst am 3. Dezember 2025 in das deutsche Netz.

Nach Angaben von Ørsted kann der Windpark rechnerisch genügend Strom erzeugen, um den Jahresverbrauch von mehr als 900.000 durchschnittlichen deutschen Haushalten abzudecken. Das Unternehmen beziffert die erwartete jährliche Stromproduktion auf rund vier Terawattstunden. Der tatsächliche Ertrag hängt unter anderem von den Windverhältnissen und der technischen Verfügbarkeit der Anlagen ab.

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Kommerzieller Betrieb begann Ende August

Die offizielle Einweihung folgt mehrere Wochen nach dem eigentlichen Betriebsstart. Ørsted teilte am 31. August mit, dass Borkum Riffgrund 3 vollständig in den kommerziellen Betrieb gegangen sei. Bereits seit Dezember 2025 waren nach und nach Anlagen ans Netz angeschlossen worden.

Damit wurde das Projekt später vollständig fertig als zwischenzeitlich vorgesehen. Im Dezember 2025 hatte Ørsted noch mit dem vollständigen kommerziellen Betrieb im ersten Quartal 2026 gerechnet. Ein wesentlicher Faktor war die Netzanbindung DolWin5. Für sie war ursprünglich der 1. Oktober 2024 als verbindlicher Fertigstellungstermin vorgesehen.

Unterlagen der Bundesnetzagentur dokumentieren Verzögerungen beim Bau der zu DolWin5 gehörenden Konverterplattform DolWin epsilon. Die Fertigung der Plattform in Singapur war ab 2021 durch Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinträchtigt worden. Ein von TenneT beantragtes Verschieben des verbindlichen Fertigstellungstermins auf Oktober 2025 wurde von der Bundesnetzagentur nicht genehmigt.

Direkter Anschluss an DolWin epsilon

Technisch unterscheidet sich Borkum Riffgrund 3 von mehreren älteren Offshore-Windparks. Ørsted errichtete keine eigene Offshore-Umspannplattform für den Windpark. Stattdessen sind die Turbinen über 66-Kilovolt-Kabel unmittelbar mit der Konverterplattform DolWin epsilon des Übertragungsnetzbetreibers TenneT verbunden.

DolWin5 ist für den Netzanschluss des Windparks vorgesehen. Der von TenneT veröffentlichte Netzentwicklungsstand weist Borkum Riffgrund 3 ausdrücklich dem Anschluss NOR-1-1 DolWin5 zu. Der Strom wird auf See für die Übertragung über große Entfernungen umgewandelt und anschließend Richtung Festland transportiert.

Projekt geht auf drei frühere Windparks zurück

Borkum Riffgrund 3 entstand aus drei ursprünglich getrennt geplanten Projekten. Dabei handelte es sich um Borkum Riffgrund West I, Borkum Riffgrund West II und OWP West. Die Projekte erhielten 2017 und 2018 Zuschläge bei Offshore-Ausschreibungen der Bundesnetzagentur und wurden 2019 unter dem heutigen Namen zusammengeführt.

Besondere Aufmerksamkeit erhielten die damaligen Ausschreibungen durch Gebote von null Cent je Kilowattstunde. Die Bundesnetzagentur dokumentiert sowohl für die Ausschreibung 2017 als auch für 2018 erfolgreiche Gebote mit einem Zuschlagswert von null Cent. Ørsted gibt für die drei später zu Borkum Riffgrund 3 zusammengeführten Projekte jeweils einen Zuschlagswert von null Euro je Megawattstunde an. Damit besteht für diese Gebote kein Anspruch auf eine klassische EEG-Marktprämie für den erzeugten Strom.

Ein erheblicher Teil der Stromproduktion ist stattdessen langfristig vertraglich gebunden. Ørsted hat Stromabnahmeverträge mit Unternehmen aus Industrie, Handel und Technologie geschlossen. Zu den öffentlich genannten Abnehmern gehören unter anderem Amazon, Google, BASF, Covestro sowie die Energie-Handels-Gesellschaft der REWE Group.

Deutschlands Offshore-Leistung liegt inzwischen über zehn Gigawatt

Mit Borkum Riffgrund 3 hat Ørsted nach eigenen Angaben inzwischen sechs Offshore-Windparks in Deutschland in Betrieb. Die installierte Offshore-Leistung des Konzerns hierzulande liegt damit bei rund 2,5 Gigawatt.

Deutschland hat 2026 insgesamt die Marke von zehn Gigawatt installierter Offshore-Windleistung überschritten. Zum Ende des ersten Halbjahres wurden rund 10,8 Gigawatt ausgewiesen. Zugleich arbeitet die Bundesregierung an einer Reform des Windenergie-auf-See-Gesetzes. Der Anfang September vom Kabinett beschlossene Entwurf sieht unter anderem Änderungen am Ausschreibungsmodell und längere mögliche Betriebszeiten für Offshore-Windparks vor.

Borkum Riffgrund 3 erhöht die deutsche Offshore-Kapazität damit allein um 913 Megawatt. Nach der schrittweisen Netzanbindung seit Dezember 2025 steht die gesamte installierte Leistung des Projekts nun für den kommerziellen Betrieb zur Verfügung.

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