McDonald’s startet Milliardenprogramm für Restaurants und Menü

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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McDonald’s will Restaurants, Speisekarte und Kundenservice umfassend weiterentwickeln und stellt dafür über Jahre Milliarden Dollar bereit. Der Fast-Food-Konzern hat seine Strategie McDonald’s > NEXT konkretisiert und will Franchise-Partner bis 2036 mit insgesamt rund 8,5 Milliarden Dollar unterstützen. Das McDonalds Investitionsprogramm trifft auf eine Phase, in der das Unternehmen vor allem in den USA mit schwächerem Kundenverkehr, einer anhaltenden Preisdebatte und stärkerem Wettbewerb kämpft. An der Börse kamen die Pläne zunächst nicht gut an.

Das Programm ist größer als ein klassischer Restaurantumbau. McDonald’s verbindet Veränderungen beim Essen, neue Restaurantkonzepte, technische Systeme, Schulungen für Beschäftigte und ein stärker personalisiertes Kundenbindungsprogramm. Dabei sollen die einzelnen Märkte die Strategie an ihre jeweiligen Bedingungen anpassen.

McDonald’s stellt 8,5 Milliarden Dollar bereit

Nach Angaben des Konzerns sollen bis 2036 rund 8,5 Milliarden Dollar als Unterstützung für Franchise-Partner bereitstehen. Rund fünf Milliarden Dollar davon sind bis 2030 vorgesehen. Das Geld soll unter anderem über Mietentlastungen und Kapitalunterstützung fließen.

Die Summe darf allerdings nicht mit den gesamten Kosten der Modernisierung verwechselt werden. Gerade in den USA tragen Franchise-Unternehmer einen erheblichen Teil der Investitionen selbst. Reuters zufolge könnten vorgeschriebene Umbauten und weitere Maßnahmen im Zuge von NEXT bei einem durchschnittlichen US-Standort mindestens 1,2 Millionen Dollar kosten. Die von McDonald’s zugesagte Unterstützung deckt nach Angaben des Nachrichtendienstes die Kosten der eigentlichen Restaurantumbauten nicht vollständig ab.

McDonald’s betreibt weltweit mehr als 46.000 Restaurants in über 100 Ländern. Rund 95 Prozent der Standorte werden von unabhängigen lokalen Unternehmern geführt. Damit hängt die Umsetzung größerer Veränderungen wesentlich davon ab, ob sich die Investitionen auch für die Franchise-Partner rechnen.

Speisekarte, Restaurants und Technik sollen sich verändern

Der Konzern teilt NEXT in mehrere Bereiche auf. Bei Menu > NEXT stehen Geschmack, Qualität und Produktinnovationen im Mittelpunkt. Consumer > NEXT soll Kundenbeziehungen stärker personalisieren. Restaurant > NEXT umfasst vereinfachte Abläufe, modernisierte Restaurantgestaltung und neue Technik. People > NEXT konzentriert sich auf Service und Mitarbeiter.

Für den US-Markt wurden bereits einige mögliche Veränderungen konkreter beschrieben. Die dortige McDonald’s-Chefin Skye Anderson nannte unter anderem proteinreichere Produkte und flexiblere Portionsgrößen. Nach Reuters-Angaben prüft das Unternehmen beispielsweise Bowls, gegrilltes Hähnchen und sogenannte Egg Bites. Eine endgültige neue US-Speisekarte mit verbindlichen Einführungsterminen wurde damit jedoch nicht angekündigt.

Auch die Technik soll eine größere Rolle spielen. McDonald’s will sein System ArchIQ einsetzen, das mit künstlicher Intelligenz verschiedene Restaurantprozesse unterstützen beziehungsweise automatisieren soll. Dazu zählt nach Unternehmensangaben auch die Weiterentwicklung von Abläufen rund um Bestellungen und Restaurantbetrieb. Insgesamt strebt McDonald’s mit Restaurant > NEXT Effizienzverbesserungen von rund 250 Basispunkten an.

Schwaches US-Wachstum erhöht den Druck

Der Umbau kommt zu einem Zeitpunkt, an dem ausgerechnet der wichtige Heimatmarkt hinter anderen Teilen des Konzerns zurückbleibt. Im zweiten Quartal 2026 stiegen die vergleichbaren Umsätze von McDonald’s weltweit um 1,3 Prozent. In den USA lag das Plus lediglich bei 0,8 Prozent. Die internationalen, direkt betriebenen Märkte kamen auf 1,5 Prozent.

McDonald’s hatte in den USA bereits versucht, preisbewusste Kunden mit günstigeren Angeboten stärker anzusprechen. Dazu gehörten Produkte für höchstens drei Dollar und Frühstücksangebote für vier Dollar. Die Entwicklung zeigte jedoch, dass niedrige Preise allein nicht automatisch mehr Besuche bringen. Reuters berichtete im August, dass Konkurrenten wie Taco Bell und Burger King Preisangebote mit neuen Produkten sowie Verbesserungen bei Qualität und Restaurantbetrieb verbanden und damit teilweise stärker abschnitten.

McDonald’s selbst räumte Schwierigkeiten bei der Umsetzung seiner US-Preisstrategie ein. Reuters zufolge beteiligte sich rund ein Drittel der Franchise-Restaurants nicht an dem vorgesehenen Angebot mit Produkten für weniger als drei Dollar.

Damit verschiebt sich der Wettbewerb zunehmend von der Frage nach dem niedrigsten Preis zu einem breiteren Leistungsversprechen aus Preis, Produktqualität, Geschwindigkeit, Service und digitalen Angeboten.

Kundenbindungsprogramm wird ebenfalls umgebaut

Ein weiterer Bestandteil betrifft MyMcDonald’s Rewards. Das Unternehmen will das Bonusprogramm künftig stärker nach Kundengruppen staffeln. Besonders aktive Nutzer könnten schneller Punkte sammeln oder früher Zugang zu zeitlich begrenzten Produkten erhalten. Weniger aktive Kunden sollen dagegen mit anderen Anreizen zu weiteren Besuchen bewegt werden. Ein genauer Starttermin und die endgültige Zahl der Stufen wurden zunächst nicht genannt.

Die Bedeutung des Programms ist bereits erheblich. Nach Unternehmensangaben gab es Ende des zweiten Quartals weltweit fast 220 Millionen Kunden, die das Bonusprogramm innerhalb der vorangegangenen 90 Tage aktiv genutzt hatten. McDonald’s zufolge entfällt inzwischen ein erheblicher Anteil der Verkäufe auf Mitglieder seiner Loyalitätsprogramme.

McDonald’s-Aktie verliert nach Vorstellung der Strategie

An der Börse lösten die langfristigen Pläne zunächst keine positive Reaktion aus. Am Tag der ausführlichen Vorstellung von NEXT, dem 23. September 2026, fiel die McDonald’s-Aktie an der New York Stock Exchange zwischenzeitlich bis auf 234,03 Dollar. Reuters bezifferte den Rückgang im Tagesverlauf auf bis zu 6,5 Prozent. Der Schlusskurs lag bei 238,32 Dollar und damit 4,81 Prozent unter dem Vortag.

Auch in den folgenden beiden Handelstagen gab es keine deutliche Erholung. Am Freitag, 25. September 2026, schloss die Aktie um 16 Uhr New Yorker Zeit bei 236,50 Dollar. Das waren nochmals 0,22 Prozent weniger als am Donnerstag und rund 5,5 Prozent weniger als vor der Präsentation am 22. September.

Neben den hohen langfristigen Investitionen belastete die Aussage des Managements, dass der Kundenverkehr in wichtigen Märkten bei anhaltend hoher Inflation branchenweit vorerst kaum wachsen dürfte. Dabei handelt es sich um eine Einschätzung des Unternehmens und nicht um eine gesicherte Prognose für die weitere Geschäftsentwicklung.

Deutschland gehört grundsätzlich zum internationalen Programm

Für Deutschland wurde bislang kein eigenes Milliardenbudget oder konkreter Zeitplan für Restaurantumbauten im Zusammenhang mit NEXT veröffentlicht. Das Land gehört bei McDonald’s jedoch zum Segment International Operated Markets. Der Konzern erklärt ausdrücklich, dass Elemente von Restaurant > NEXT sowohl in den USA als auch in den International Operated Markets eingeführt werden sollen. Deutschland zählt damit grundsätzlich zu dem Unternehmensbereich, für den die neue Strategie vorgesehen ist.

Wie die Umsetzung hierzulande konkret aussehen wird, ist damit noch nicht festgelegt. McDonald’s betont selbst, dass die einzelnen Märkte ihren Weg innerhalb der globalen Strategie anhand lokaler Anforderungen bestimmen sollen. Belastbare Angaben dazu, welche deutschen Restaurants umgebaut werden, welche neuen Produkte nach Deutschland kommen oder wie hoch die Investitionen in Deutschland ausfallen werden, lagen zunächst nicht vor.

Für McDonald’s beginnt damit ein langfristiger Umbau, dessen Erfolg besonders vom US-Geschäft abhängen dürfte. Die nächsten Geschäftszahlen werden zeigen, wie sich Kundenfrequenz und vergleichbare Umsätze entwickeln. Die vom Konzern genannten Ziele bis 2030 und 2036 sind Unternehmensplanungen und keine garantierten Ergebnisse.

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