
Beck hat erstmals seit 2019 wieder ein Studioalbum mit ausschließlich neuem Material veröffentlicht. „Ride Lonesome“ erschien am 18. September 2026 bei Capitol Records und umfasst zwölf Stücke. Der US-Musiker greift dabei bewusst einen Teil seiner eigenen musikalischen Vergangenheit auf: Für die Aufnahmen holte er Musiker zurück ins Studio, mit denen er bereits an „Mutations“, „Sea Change“ und dem Grammy-Erfolg „Morning Phase“ gearbeitet hatte. Produziert wurde das Album von Beck selbst, für den Mix war sein langjähriger Weggefährte Nigel Godrich verantwortlich.
Damit endet die längste Phase ohne reguläres Album mit komplett neu geschriebenem Material in Becks bisheriger Karriere. Sein Vorgänger „Hyperspace“ war Ende 2019 erschienen. Von einem vollständigen Rückzug aus der Musik konnte in den Jahren dazwischen allerdings keine Rede sein. Beck veröffentlichte einzelne Songs, arbeitete mit anderen Künstlern, spielte Konzerte und brachte Anfang 2026 mit „Everybody’s Gotta Learn Sometime“ eine Zusammenstellung aus Raritäten, Covers und anderem bereits vorhandenem Material heraus.
Den ersten Hinweis auf die neue Albumphase gab Beck am 20. April 2026 mit dem Titelsong „Ride Lonesome“. Die Aufnahme wurde von Beck produziert und von Nigel Godrich gemischt. Universal Music stellte schon damals eine klangliche Verbindung zu „Sea Change“ und „Morning Phase“ her. Zugleich kündigte Beck eine Nordamerika-Tour an.
Mitte Juli folgte „In The Night“. Gleichzeitig wurde das komplette Album für den 18. September angekündigt. Der dritte Vorabtitel „Disappearing Act“ erschien am 19. August. Die Pressevertretung des Künstlers bezeichnete ihn ausdrücklich als dritte Vorabveröffentlichung nach „Ride Lonesome“ und „In The Night“. Zum Erscheinungstag des Albums kam außerdem ein Video zu „Run Away“ heraus.
Das Album enthält zwölf Titel. Beck schrieb und produzierte das Material selbst. Auf den Aufnahmen kamen unter anderem Gitarrist Smokey Hormel, Schlagzeuger Joey Waronker, Bassist Justin Meldal-Johnsen, Keyboarder Roger Joseph Manning Jr. und Gitarrist Jason Falkner wieder zusammen. Diese Besetzung war bereits an wichtigen früheren Beck-Alben beteiligt. Aufgenommen wurde unter anderem im Room B der United Studios in Hollywood.
Beck beschrieb die erneute Zusammenarbeit mit seiner langjährigen Band als Weiterentwicklung einer über Jahrzehnte entstandenen musikalischen Chemie. Obwohl die Musiker an einen vertrauten Klang und Aufnahmeort zurückgekehrt seien, hätten sie zugleich „new sounds and emotional textures“ gefunden.
Musikalisch schlägt „Ride Lonesome“ einen deutlich anderen Weg ein als das elektronischer und poporientierter angelegte „Hyperspace“. Capitol beschreibt das Album als Rückkehr zu den atmosphärischen Klangwelten von „Morning Phase“ und „Sea Change“. Im Vordergrund stehen akustische Gitarren, zurückhaltende Rhythmik, Streicher, Klavier und weit angelegte Arrangements.
Der NDR ordnet das Album ebenfalls in diese Linie ein und beschreibt einen überwiegend zurückhaltenden, behutsamen Ton. Arrangements mit Streichern und Kontrabass verstärken den akustischen Charakter. David Campbell, der bereits mehrfach mit Beck gearbeitet hat, wird als Arrangeur genannt.
Damit knüpft Beck besonders an zwei Platten an, die in seiner Diskografie für eine introspektivere Seite stehen. „Sea Change“ erschien 2002. „Morning Phase“ folgte 2014 und wurde bei den Grammy Awards 2015 als Album of the Year und als Best Rock Album ausgezeichnet. Beck kommt nach Angaben der Recording Academy insgesamt auf acht Grammy-Gewinne und 24 Nominierungen.
Becks internationale Karriere begann Anfang der 1990er-Jahre. Den entscheidenden Durchbruch brachte 1994 die Single „Loser“ vom Album „Mellow Gold“. Zwei Jahre später festigte „Odelay“ seinen Ruf als Musiker, der Alternative Rock, Hip-Hop, Folk und elektronische Produktion miteinander verband. Zu den bekanntesten Stücken des Albums gehören „Where It’s At“, „Devil’s Haircut“ und „The New Pollution“. Die Recording Academy zählt „Loser“ zum Durchbruch Becks und beschreibt „Odelay“ als den nächsten großen kommerziellen und künstlerischen Schritt.
Mit „Sea Change“ verlagerte Beck 2002 den Schwerpunkt auf einen reduzierteren, melancholischeren Folk-Rock-Klang. „Morning Phase“ griff Jahre später Teile dieser Instrumentierung und auch mehrere beteiligte Musiker wieder auf. Die Recording Academy bezeichnet das Album als klanglichen Begleiter von „Sea Change“. Bei den Grammys 2015 folgten die größten Auszeichnungen seiner Karriere.
2019 erschien schließlich „Hyperspace“. Auch dieses Album wurde für einen Grammy nominiert und gewann 2021 die Auszeichnung für Best Engineered Album, Non-Classical.
Auch erste Chartdaten für das neue Album liegen bereits vor. In den britischen Official Albums Charts stieg „Ride Lonesome“ in der Woche ab dem 25. September 2026 auf Platz 15 ein. In der britischen Album-Verkaufswertung erreichte die Platte Platz vier, ebenso in der Vinylwertung.
Parallel zum Album läuft die „Ride Lonesome Tour“. Der ursprünglich für den 16. September geplante Auftakt in Vancouver sowie zwei weitere frühe Shows mussten wegen Produktionsproblemen verlegt werden. Der reguläre Tourstart erfolgte deshalb am 22. September in Santa Barbara. Weitere Termine führen Beck unter anderem nach Los Angeles, San Francisco, Colorado, Chicago, Toronto, Boston, Brooklyn, Washington und Nashville. Die drei verschobenen Shows wurden für November neu angesetzt beziehungsweise im Fall von Woodinville durch einen neuen Termin in Seattle ersetzt.
Deutschlandtermine sind in Becks derzeit veröffentlichter Tourplanung nicht aufgeführt. Die bestätigten Termine der „Ride Lonesome Tour“ konzentrieren sich auf die USA und Kanada.
„Ride Lonesome“ ist damit weniger eine Wiederkehr nach jahrelanger Funkstille als die Rückkehr Becks zu einem vollständigen Album mit neuem Material. Gleichzeitig führt er eine musikalische Linie weiter, die von „Sea Change“ über das Grammy-prämierte „Morning Phase“ bis zu seiner aktuellen Platte reicht.






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