
US-Präsident Donald Trump hat seine persönliche Beziehung zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un erneut demonstrativ hervorgehoben. Bei einem Auftritt im Weißen Haus am Dienstag, 29. September 2026, bezeichnete Trump Kim als seinen Freund und sprach zugleich offen darüber, dass Nordkorea inzwischen über erhebliche nukleare Kapazitäten verfüge. Die Aussagen fallen in eine Phase, in der Washington weiterhin Möglichkeiten für neue Gespräche mit Pjöngjang auslotet und sich zugleich die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea an der gemeinsamen Grenze verschärfen.
Die jüngsten Äußerungen machen Kim Jong-un damit erneut zu einem zentralen Thema der amerikanischen Außenpolitik. Ein neues Treffen zwischen beiden Staatschefs ist allerdings bislang nicht vereinbart. Auch eine neue öffentliche Erklärung Kim Jong-uns zu einem möglichen Gipfel lag zunächst nicht vor.
Trump äußerte sich im Weißen Haus auf die Frage, warum die Vereinigten Staaten bei Nordkoreas Atomwaffen anders vorgingen als beim iranischen Atomprogramm. Dabei erklärte der US-Präsident, Kim verfüge über eine beträchtliche nukleare Kapazität. Gleichzeitig stellte Trump erneut sein persönliches Verhältnis zu dem nordkoreanischen Machthaber heraus.
Trump sagte über Kim: „He is a friend of mine.“ Zudem erklärte er, Kim respektiere und möge ihn. Die Aussagen knüpfen an Trumps Darstellung aus seiner ersten Amtszeit an, wonach sein direkter Kontakt mit Kim dazu beigetragen habe, eine militärische Eskalation zwischen beiden Ländern zu vermeiden.
Eine formelle Änderung der amerikanischen Nordkorea-Politik kündigte Trump dabei nicht an. Seine Aussagen sind jedoch bemerkenswert, weil Nordkoreas Atomprogramm weiterhin einer der zentralen Streitpunkte zwischen Pjöngjang, Washington, Seoul und weiteren Staaten in der Region ist.
Trump hatte bereits im August erklärt, Kim Jong-un noch 2026 treffen zu wollen. Berichte über Vorbereitungen für einen solchen Gipfel gibt es seitdem wiederholt. Bestätigt wurde bislang jedoch kein konkreter Termin und kein Veranstaltungsort. Südkoreanische Stellen hatten Anfang September ebenfalls von Anzeichen gesprochen, die auf eine mögliche Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Nordkorea und den USA hindeuten könnten. Konkrete Kontakte zwischen Washington und Pjöngjang waren damals jedoch nicht bestätigt.
Trump und Kim trafen sich während Trumps erster Amtszeit insgesamt dreimal. Das erste Gipfeltreffen fand im Juni 2018 in Singapur statt. Im Februar 2019 folgte ein zweites Treffen in Hanoi, das ohne umfassende Einigung über Nordkoreas Atomprogramm endete. Im Juni 2019 kamen beide schließlich in Panmunjom an der innerkoreanischen Grenze zusammen.
Die persönlichen Kontakte führten damals zwar zu einer zeitweiligen diplomatischen Annäherung, eine Vereinbarung über den Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms kam aber nicht zustande.
Die Ausgangslage für mögliche neue Verhandlungen unterscheidet sich inzwischen deutlich von der Situation bei den früheren Gipfeltreffen. Nordkorea hat seinen Anspruch, eine Atommacht zu sein, in den vergangenen Jahren weiter verfestigt.
Erst im September wies Pjöngjang erneut internationale Forderungen nach einem Ende seines Atomprogramms zurück. Nordkoreanische Stellen bezeichneten den Status des Landes als Atomwaffenstaat als nicht umkehrbar. Auch Forderungen nach einem Stopp von Atomtests wurden zurückgewiesen.
Damit bleibt eine zentrale Voraussetzung für frühere amerikanische Verhandlungsansätze umstritten. Kim Jong-un hatte bereits zuvor erkennen lassen, dass Gespräche mit den USA aus nordkoreanischer Sicht grundsätzlich möglich sein könnten, Pjöngjang aber keine Verhandlungen akzeptieren wolle, deren Voraussetzung die vollständige Aufgabe seiner Atomwaffen ist.
Während Trump erneut seine persönliche Verbindung zu Kim Jong-un betont, hat sich die Lage zwischen Nord- und Südkorea in den vergangenen Tagen verschärft. Hintergrund ist eine Minenexplosion vom 21. September in der demilitarisierten Zone. Dabei wurden drei südkoreanische Soldaten verletzt, zwei von ihnen schwer.
Südkoreas Militär und das von den USA geführte United Nations Command kamen nach Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass nordkoreanische Minen für die Explosion verantwortlich waren. Eine weitere nordkoreanische Antipersonenmine wurde nach südkoreanischen Angaben südlich der militärischen Demarkationslinie gefunden. Das United Nations Command wertete den Vorgang als Verletzung des Waffenstillstandsabkommens von 1953.
Nordkorea weist diese Darstellung zurück. Kim Yo-jong, die Schwester Kim Jong-uns und eine einflussreiche Vertreterin der Führung in Pjöngjang, bestritt am Mittwoch eine nordkoreanische Verantwortung und warnte Südkorea vor militärischen Gegenmaßnahmen gegen nordkoreanische Soldaten bei Arbeiten im Grenzgebiet.
Die aktuellen Äußerungen Trumps zeigen, dass der US-Präsident weiterhin auf seinen persönlichen Zugang zu Kim Jong-un setzt. Ob daraus tatsächlich ein neuer diplomatischer Prozess entsteht, ist offen. Washington und Pjöngjang haben bislang weder ein Gipfeltreffen bestätigt noch eine neue Vereinbarung über Atomwaffen, Sanktionen oder Sicherheitsgarantien angekündigt.
Gleichzeitig verfolgt auch Südkoreas Präsident Lee Jae Myung das Ziel, Gespräche mit Nordkorea wieder in Gang zu bringen. Bei seinem Treffen mit Trump am Rande der UN-Generalversammlung im September bekräftigte Trump nach Angaben des südkoreanischen Präsidialamts seine Bereitschaft zum Dialog mit Nordkorea. Beide Seiten verständigten sich darauf, über Möglichkeiten für eine dauerhafte Entspannung auf der koreanischen Halbinsel in Kontakt zu bleiben.
Damit steht Kim Jong-un erneut im Mittelpunkt möglicher diplomatischer Initiativen. Ein konkreter Durchbruch ist mit Trumps jüngsten Aussagen jedoch noch nicht verbunden.






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