
Erst kommt Fieber, dann schmerzt jeder Schluck: Mundfäule kann für kleine Kinder und ihre Eltern ausgesprochen belastend sein. Meist heilt die Infektion von selbst ab. Entscheidend ist in dieser Zeit, dass das Kind trotz der wunden Stellen im Mund genug Flüssigkeit bekommt. Verweigert es das Trinken, sollte die Kinderarztpraxis frühzeitig einbezogen werden.
Mundfäule heißt medizinisch herpetische Gingivostomatitis. Auslöser ist das Herpes-simplex-Virus, das auch Lippenherpes verursachen kann. Der Name beschreibt also keine Folge schlechter Zahnpflege. Viele erste Infektionen bleiben unbemerkt; bei einem Teil der Kinder entzünden sich jedoch Zahnfleisch und Mundschleimhaut.
Typisch sind Fieber, Gereiztheit und später schmerzhafte offene Stellen im Mund oder Bläschen an den Lippen. Kinder können stärker speicheln, weniger essen und Getränke ablehnen. Nach Angaben des Royal Children’s Hospital verschwinden die Wunden meist innerhalb von zehn bis 14 Tagen. Die Beschwerden können schon vorher nachlassen.
Kleine Mengen in kurzen Abständen sind oft leichter zu bewältigen als ein volles Glas. Kühle Getränke oder geeignete Wassereis-Angebote können angenehmer sein. Bei drohendem Flüssigkeitsmangel kommen nach fachlicher Beratung auch Lösungen zum Ersatz von Flüssigkeit und Salzen infrage. Dass ein Kind vorübergehend weniger feste Nahrung isst, ist meist weniger dringlich als fehlendes Trinken.
Alters- und gewichtsgeeignete Schmerzmittel können helfen, damit Trinken wieder möglich wird. Auswahl und Anwendung sollten Eltern mit Praxis oder Apotheke klären. Betäubende Mundgele sind keine beliebig austauschbaren Hausmittel und gehören bei kleinen Kindern in fachkundige Hände.
Deutlich weniger nasse Windeln oder Urin, trockener Mund und zunehmende Schwäche können auf Austrocknung hinweisen. Ein Kind, das kaum Flüssigkeit aufnimmt oder zunehmend krank wirkt, braucht zeitnah ärztliche Beurteilung. Ist es schwer weckbar, verwirrt oder auffällig benommen, gilt: sofort den Notruf 112 wählen.
Im Mittelpunkt stehen Flüssigkeit und Schmerzlinderung. Antibiotika behandeln die Virusinfektion nicht. Bei geschwächtem Immunsystem oder bestimmten schweren frühen Verläufen kann ärztlich eine Behandlung mit Aciclovir erwogen werden. Das unterscheidet die klinische Leitlinie des Royal Children’s Hospital ausdrücklich vom gewöhnlichen Verlauf.
Weil auch andere Erkrankungen wunde Stellen im Mund verursachen, sollte die Diagnose nicht allein anhand eines Fotos gestellt werden. Der Ratgeber dient der Orientierung; entscheidend für die Behandlung sind Zustand, Trinkmenge und ärztlicher Befund des Kindes.






Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu