
Kaufland verändert seinen Drogeriebereich in Deutschland. Der Lebensmittelhändler will Pflegeprodukte, Kosmetik und weitere Drogerieartikel künftig stärker in den klassischen Wocheneinkauf integrieren. Dafür werden Filialbereiche neu gestaltet, die Eigenmarke Bevola erhält einen neuen Auftritt und in Berlin erprobt das Unternehmen zusätzliche Angebote wie KI-gestützte Haut- und Haaranalysen.
Die Kaufland Drogerie-Offensive soll schrittweise auf weitere Filialen ausgeweitet werden. Während einige Elemente bereits für einen breiteren Rollout vorgesehen sind, handelt es sich bei dem besonders umfangreichen Drogerie-Studio in Berlin zunächst um einen zeitlich begrenzten Test.
Kaufland setzt bei der Neugestaltung unter anderem auf niedrigere Regale, hellere Farben und ein überarbeitetes Beleuchtungskonzept. Dadurch sollen Kundinnen und Kunden die verschiedenen Bereiche schneller erkennen und sich leichter zwischen Pflegeprodukten, Kosmetik, Gesundheitsartikeln und anderen Waren orientieren können.
Nach Angaben des Unternehmens umfasst das Drogeriesortiment insgesamt mehr als 9.000 Artikel von bekannten Marken und Eigenmarken. Darunter befinden sich nach Kaufland-Angaben rund 3.300 Bio-Produkte.
Die Neuausrichtung geht damit über einzelne neue Produkte hinaus. Kaufland verändert auch die Präsentation der Waren in seinen Märkten. Ziel ist es, klassische Elemente eines Drogeriemarktes stärker auf die Verkaufsflächen des Lebensmittelhändlers zu übertragen.
Wann das neue Gestaltungskonzept in allen dafür vorgesehenen Filialen zu sehen sein wird, hat Kaufland bislang nicht konkretisiert. Das Unternehmen spricht von einem schrittweisen Ausbau.
Ein zentraler Bestandteil der Veränderungen ist die Kaufland-Eigenmarke Bevola. Sie umfasst mehr als 400 Pflegeprodukte und wird unter anderem für Haarpflege, Körperpflege, Zahnpflege, Rasur, Damenhygiene und Sonnenschutz angeboten.
Für Teile des Sortiments führt Kaufland nun ein neues Verpackungsdesign ein. Zusätzlich kommt ein dreistelliges Nummernsystem zum Einsatz. Anhand der Zahlen sollen Kundinnen und Kunden Produkttyp, Pflegewirkung und Duft schneller unterscheiden können.
Auch die Präsentation im Markt ändert sich. Bei Haar- und Duschpflege sind unter anderem neu gestaltete Regale mit beleuchteten Elementen und Duftstationen vorgesehen.
Die überarbeiteten Bevola-Produkte starten zunächst in fünf Kaufland-Filialen. Vier davon befinden sich in Berlin, ein weiterer Standort liegt in Sinsheim. Anschließend sollen weitere Märkte folgen. Einen festen Zeitplan für eine flächendeckende Einführung hat Kaufland nicht genannt.
Deutlich weiter geht ein Test in einer Kaufland-Filiale im Berliner Prenzlauer Berg. Dort hat das Unternehmen für drei Monate ein eigenes Drogerie-Studio eingerichtet. Bestandteil des Konzepts sind sogenannte smarte Spiegel, die automatisierte Haut- und Haaranalysen ermöglichen sollen.
Hinzu kommen Styling-Plätze, persönliche Beratung durch Styling-Fachkräfte und eine eigene Fläche für Veranstaltungen. Vorgesehen sind dort unter anderem Workshops und weitere Aktionen rund um Pflege und Styling.
Kaufland nutzt das Studio als Testumgebung. Rückmeldungen der Kundinnen und Kunden sollen in die Entwicklung künftiger Konzepte einfließen. Damit ist bislang nicht entschieden, dass KI-Spiegel, Styling-Plätze oder Veranstaltungsflächen anschließend deutschlandweit in Kaufland-Filialen eingeführt werden.
Die klare Trennung ist für Kunden wichtig: Der grundlegende Umbau der Drogeriebereiche ist für weitere Märkte vorgesehen. Das umfassende Berliner Studio mit seinen zusätzlichen digitalen und persönlichen Angeboten ist dagegen zunächst ein befristeter Versuch.
Mit der Neuausrichtung stärkt Kaufland einen Sortimentsbereich, der schon heute deutlich über Shampoo oder Duschgel hinausgeht. Der Händler verbindet Lebensmittel, Haushaltswaren und Drogerieartikel auf großen Verkaufsflächen und will den Einkauf dieser Produktgruppen stärker miteinander verzahnen.
Der Konzern positioniert die Veränderungen ausdrücklich als Möglichkeit, Drogerieprodukte beim normalen Wocheneinkauf mitzukaufen. Damit berührt das Konzept zugleich einen Markt, in dem spezialisierte Drogerieketten wie dm und Rossmann über große Filialnetze und umfangreiche Eigenmarkensortimente verfügen.
Ob einzelne Elemente des Berliner Tests später zum Standard in anderen Kaufland-Märkten werden, ist noch offen. Fest steht dagegen bereits, dass die Neugestaltung der Drogeriebereiche und der neue Auftritt von Bevola über die ersten Teststandorte hinausgehen sollen.
Für Kunden bedeutet die Veränderung deshalb nicht, dass ab sofort jede Kaufland-Filiale anders aussieht. Die Einführung erfolgt schrittweise. Welche Neuerungen vor Ort bereits verfügbar sind, hängt zunächst vom jeweiligen Standort ab.






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