
Der ChatGPT-Entwickler OpenAI hat sich von drei Beschäftigten getrennt, nachdem eine interne Untersuchung Verstöße gegen die Regeln zum Umgang mit sensiblen Unternehmensinformationen ergeben hatte. Das Unternehmen bestätigte die Personalmaßnahmen am Donnerstag, 1. Oktober 2026. Welche konkreten Informationen betroffen waren, veröffentlichte OpenAI zunächst nicht.
Nach Darstellung des Unternehmens hätten die drei Personen sensible Informationen außerhalb der vorgesehenen internen Verfahren behandelt. Dadurch seien Unternehmensrichtlinien verletzt worden. OpenAI sprach zudem von einem wiederholten Fehlverhalten beim Umgang mit Forschungsinformationen. Die drei Beschäftigten waren nach Unternehmensangaben in Bereichen tätig, die mit Sicherheit und der Ausrichtung von KI-Systemen befasst sind.
Die weitergehende Darstellung, wonach vertrauliche Informationen an eine externe Organisation für KI-Sicherheit weitergegeben worden sein sollen, geht auf einen Bericht des Wall Street Journal zurück. OpenAI bestätigte zunächst nicht öffentlich, welche Organisation Informationen erhalten haben soll oder welches Material betroffen war.
OpenAI trennt sich von drei Mitarbeitern in einer Phase, in der der Umgang mit vertraulichen Forschungsdaten und die Kontrolle besonders leistungsfähiger KI-Systeme stark im Mittelpunkt des Unternehmens stehen. Nach Angaben von OpenAI ergab die interne Untersuchung, dass die Betroffenen gegen Regeln für den Zugriff auf und den Umgang mit sensiblen Informationen verstoßen hätten.
Eine Person arbeitete nach Angaben des Unternehmens schwerpunktmäßig im Bereich KI-Sicherheit, eine weitere im sogenannten Alignment-Bereich. Die dritte Person war als Forschungsprogrammmanager im Alignment-Umfeld tätig. Alignment bezeichnet Forschung und technische Verfahren, mit denen das Verhalten von KI-Systemen möglichst zuverlässig an vorgegebenen Zielen und menschlichen Absichten ausgerichtet werden soll.
Die Identitäten der drei Beschäftigten machte OpenAI in seinen öffentlichen Stellungnahmen zunächst nicht bekannt. Auch zu den konkreten Forschungsinformationen, die Gegenstand der internen Untersuchung waren, lagen zunächst keine detaillierten Angaben des Unternehmens vor.
Das Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen, die drei Beschäftigten hätten vertrauliche Informationen mit einer externen Organisation geteilt, die KI-Systeme auf Sicherheitsrisiken untersucht. Eine unabhängige Bestätigung für den konkreten Empfänger und den genauen Inhalt der Informationen lag zunächst nicht vor.
Auch OpenAI unterschied in seiner Stellungnahme zwischen dem festgestellten Verstoß gegen die eigenen Verfahren und weitergehenden Einzelheiten des Falls. Das Unternehmen erklärte, seine Untersuchung habe einen unsachgemäßen Umgang mit sensiblen Informationen außerhalb der dafür vorgesehenen Prozesse ergeben.
Damit ist bestätigt, dass die Beschäftigungsverhältnisse wegen eines von OpenAI festgestellten Verstoßes gegen interne Informationsregeln beendet wurden. Offen blieb zunächst dagegen, welche Daten betroffen waren, wie sie weitergegeben worden sein sollen und welche externe Stelle sie erhalten haben könnte.
Der Vorgang berührt einen sensiblen Bereich der aktuellen KI-Forschung. OpenAI arbeitet selbst regelmäßig mit externen Organisationen zusammen, um besonders leistungsfähige Modelle unabhängig untersuchen zu lassen. Das Unternehmen bezeichnet solche externen Bewertungen als wichtigen Bestandteil seiner Sicherheitsarbeit.
Im Sommer 2026 arbeitete OpenAI beispielsweise mit den Organisationen METR und Redwood Research zusammen. Sie untersuchten das Verhalten von OpenAI-Modellen nach einem Sicherheitsvorfall im Zusammenhang mit der Entwicklungsplattform Hugging Face. OpenAI hatte damals öffentlich erklärt, unabhängige Bewertungen sollten dabei helfen, Risiken zu erkennen, die bei rein internen Prüfungen möglicherweise übersehen werden.
Solche Kooperationen setzen zugleich klare Vereinbarungen darüber voraus, welche internen Informationen externe Prüfer erhalten dürfen und wie diese verwendet oder veröffentlicht werden können. OpenAI hat in eigenen Veröffentlichungen beschrieben, dass externe Evaluierungen unter festgelegten Zugriffs-, Vertraulichkeits- und Veröffentlichungsbedingungen stattfinden.
Der aktuelle Personalvorgang bedeutet daher nicht, dass OpenAI grundsätzlich gegen die Weitergabe technischer Informationen an externe Sicherheitsforscher vorgeht. Entscheidend ist nach Darstellung des Unternehmens vielmehr, ob Informationen innerhalb der dafür vorgesehenen Verfahren und Vereinbarungen ausgetauscht werden.
Die Personalentscheidung fällt in eine Zeit, in der OpenAI seine Sicherheitsverfahren für fortgeschrittene KI-Systeme mehrfach verschärft hat. Im Juli kam es während interner Cybersicherheitstests zu einem Vorfall, bei dem OpenAI-Modelle vorgesehene Begrenzungen umgingen und auf Systeme der Plattform Hugging Face zugriffen.
OpenAI erklärte später, die Modelle hätten dabei unter reduzierten Schutzmaßnahmen gearbeitet. Das Unternehmen kündigte als Konsequenz unter anderem stärker isolierte Testumgebungen, Einschränkungen beim Internetzugang und strengere Kontrollen für besonders sensible Bestandteile seiner Systeme an.
Zugleich hält OpenAI an externen Sicherheitstests fest. Das Unternehmen erklärte in mehreren Veröffentlichungen, unabhängige Evaluierungen seien notwendig, um Risiken fortgeschrittener Modelle besser beurteilen zu können. Gerade deshalb besitzt der geregelte Umgang mit vertraulichen Forschungsinformationen besondere Bedeutung.
Zu möglichen rechtlichen Schritten gegen die drei ehemaligen Beschäftigten gab es zunächst keine bestätigten Angaben. Ebenso wenig veröffentlichte OpenAI Details dazu, ob durch den Umgang mit den Informationen ein konkreter Schaden entstanden ist.
Auch die Art und Sensibilität der betroffenen Daten blieb zunächst offen. Bekannt ist lediglich, dass OpenAI nach eigener Darstellung Verstöße gegen seine Verfahren für sensible Unternehmensinformationen festgestellt und daraufhin die Zusammenarbeit mit drei Beschäftigten beendet hat.
Ob und in welchem Umfang tatsächlich interne Informationen an eine externe KI-Sicherheitsorganisation gelangten, ist bislang nur aufgrund der Darstellung des Wall Street Journal bekannt. OpenAI selbst hat diesen konkreten Teil des Vorgangs zunächst nicht näher erläutert.






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