Bayer baut Milliarden-Werk in Ohio und schafft Hunderte Jobs

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der deutsche Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer plant einen seiner größten neuen Produktionsstandorte in den USA. In New Albany im Bundesstaat Ohio will das Unternehmen 2,2 Milliarden US-Dollar in einen pharmazeutischen Produktionscampus investieren. Rund 600 dauerhafte Arbeitsplätze sollen entstehen. Während der Bauphase rechnet das Unternehmen zusätzlich mit etwa 1.500 Jobs. Die Produktion soll schrittweise ab dem Jahr 2031 anlaufen.

Mit dem Milliardenprojekt verstärkt Bayer seine Präsenz auf dem für die Pharmasparte besonders wichtigen US-Markt. Das Werk soll sowohl pharmazeutische Wirkstoffe als auch fertige Arzneimittel herstellen und zunächst Produkte aus den Bereichen Onkologie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenerkrankungen unterstützen.

Bayer investiert in Ohio in einen modularen Pharmastandort

Bayer investiert in Ohio nicht in eine einzelne Produktionshalle, sondern in einen modular aufgebauten Campus im New Albany International Business Park. Nach den bisherigen Planungen soll dort die Herstellung von Wirkstoffen mit der späteren Produktion fertiger Arzneimittel verbunden werden.

Das erste Modul ist für die Wirkstoffproduktion vorgesehen und soll 2031 den Betrieb aufnehmen. Ein weiteres Modul für die Herstellung fertiger Medikamente ist für 2034 geplant. Bayer will am Standort unter anderem digitale Produktionsverfahren und einen hohen Automatisierungsgrad einsetzen.

Welche konkreten Arzneimittel künftig in New Albany hergestellt werden, hat das Unternehmen bislang nicht bekanntgegeben. Genannt wurden zunächst die Therapiebereiche Krebs, Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen. Das flexible Konzept soll es ermöglichen, die Produktion an die Entwicklung des Arzneimittelportfolios anzupassen.

Der Standort in Ohio wird damit erst in mehreren Jahren vollständig wirksam. Die angekündigte Investitionssumme von 2,2 Milliarden Dollar verteilt sich entsprechend über einen längeren Zeitraum.

Rund 600 neue Arbeitsplätze und 1.500 Jobs beim Bau

Für New Albany ist das Vorhaben auch arbeitsmarktpolitisch von erheblicher Bedeutung. Bayer geht von rund 600 neuen dauerhaften und hochqualifizierten Stellen aus. Während der Errichtung des Werks sollen ungefähr 1.500 Arbeitsplätze im Bau entstehen.

Die Region um Columbus hat ihre Life-Science- und Biotechnologiebranche in den vergangenen Jahren ausgebaut. Im New Albany International Business Park sind bereits mehrere Unternehmen aus dem Gesundheits- und Pharmabereich vertreten. Dazu gehören unter anderem Amgen, American Regent und Pharmavite.

Parallel entsteht in New Albany ein Ausbildungszentrum für Bioproduktion. Das Ohio Life Science Training Center soll nach derzeitiger Planung im Sommer 2027 öffnen und Fachkräfte unter anderem für Tätigkeiten als Produktionsmitarbeiter und Techniker qualifizieren. JobsOhio stellt dafür bis zu 30 Millionen Dollar bereit. Weitere knapp acht Millionen Dollar kommen von der Stadt New Albany, dem Bundesstaat Ohio und der New Albany Company.

Öffentliche Förderung noch nicht abschließend beziffert

Zur Finanzierung des Bayer-Projekts könnten auch staatliche Förderinstrumente beitragen. Nach Angaben von JobsOhio soll Bayer beim Ohio Department of Development einen sogenannten Job Creation Tax Credit beantragen. Über diesen Antrag soll bei einer künftigen Sitzung der zuständigen Steuerbehörde entschieden werden.

Daneben plant Bayer, Unterstützung durch die Wirtschaftsförderungsorganisation JobsOhio zu beantragen. Eine konkrete Summe wurde zunächst nicht veröffentlicht. Sie soll nach Angaben von JobsOhio bekanntgegeben werden, sobald eine endgültige Vereinbarung geschlossen ist.

Damit ist die Investitionsentscheidung öffentlich bestätigt, die genaue Größenordnung möglicher Förderungen aber noch offen.

USA werden für Bayers Pharmageschäft wichtiger

Das Projekt gehört zu einem längerfristigen Ausbau des Pharmageschäfts in den Vereinigten Staaten. Nach Unternehmensangaben hat Bayer in den vergangenen fünf Jahren bereits mehr als sieben Milliarden Dollar in Pharmaforschung, Entwicklung und Produktion in den USA investiert.

Neben dem geplanten Standort in Ohio verfügt die Pharmasparte unter anderem über ihre US-Zentrale in Whippany im Bundesstaat New Jersey sowie Standorte in Berkeley, Pittsburgh, Cambridge, Research Triangle Park und San Diego.

Der US-Markt hat zugleich erhebliches Gewicht für die gesamte Pharmaindustrie. Bayer bezeichnet die Vereinigten Staaten als seinen größten Pharmamarkt und zugleich als den am schnellsten wachsenden Markt der Sparte. Auch die Branchenzahlen unterstreichen die Bedeutung: Nach Angaben im Bayer-Geschäftsbericht entfiel 2025 mehr als die Hälfte des weltweiten Wachstums des Pharmamarktes auf die USA.

Bayer will Pharmageschäft mit neuen Produkten stärken

Die neue Produktionskapazität entsteht in einer Phase des Umbaus im Pharmageschäft. Bayer erzielte 2025 mit seiner Pharmaceuticals-Sparte einen Umsatz von 17,829 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte entsprach dies einem Wachstum von 1,7 Prozent.

Dabei entwickelten sich einzelne neuere Produkte deutlich besser als ältere Umsatzträger. Bayer verzeichnete unter anderem Zuwächse bei dem Krebsmedikament Nubeqa und dem Nieren- und Herz-Kreislauf-Medikament Kerendia. Gleichzeitig gingen die Erlöse mit Xarelto und Eylea zurück. Bei Xarelto wirkten sich unter anderem auslaufende Patente in mehreren Märkten aus.

Der geplante Campus in Ohio ist deshalb nicht nur ein regionales Bauprojekt. Er soll langfristig Produktionskapazitäten für jene Therapiefelder schaffen, auf denen Bayer sein Pharmageschäft weiterentwickeln will. Bis die ersten Wirkstoffe aus New Albany kommen können, vergehen nach dem derzeitigen Zeitplan allerdings noch rund fünf Jahre.

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