Fast zwei Jahre gesperrt: Neue Brücke verändert Verkehr im Remstal

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Die Brücke zwischen Waiblingen und Kernen wird für einen Ersatzneubau rund 22 Monate vollständig gesperrt. Betroffen ist die Überführung der Kreisstraße K 1856 über die B 14 und B 29 zwischen Waiblingen und dem Kerner Ortsteil Rommelshausen. Der Baubeginn ist frühestens 2028 möglich. Einen verbindlichen Termin für den Beginn der Arbeiten gibt es bislang nicht.

Das Bauwerk stammt aus dem Jahr 1969 und verbindet Rommelshausen mit Waiblingen. Die 77,20 Meter lange Spannbetonbrücke führt unmittelbar am Teiler von B 14 und B 29 über die Bundesstraße. Parallel dazu verläuft in nur wenigen Metern Abstand die zweigleisige Remsbahn. Diese Lage macht den geplanten Abriss und Neubau verkehrlich und bautechnisch aufwendig.

K 1856 wird für rund 22 Monate voll gesperrt

Während der Bauarbeiten kann der Verkehr die Brücke auf der K 1856 nicht nutzen. Nach Angaben der Gemeinde Kernen ist eine Vollsperrung von rund 22 Monaten vorgesehen. Damit fällt für Autofahrer eine direkte Straßenverbindung zwischen Rommelshausen und Waiblingen für fast zwei Jahre weg.

Das Umleitungskonzept für den Autoverkehr ist bereits seit April 2026 mit den zuständigen Verkehrsbehörden abgestimmt. Als bevorzugte Route ist eine westliche Umfahrung in Richtung Fellbach vorgesehen. Sie führt über die L 1198, die B 14 und anschließend über die L 1193. Eine weitere Möglichkeit verläuft östlich über die L 1198, die L 1199 und die L 1193 im Bereich Weinstadt.

Das Regierungspräsidium Stuttgart nennt ebenfalls eine kleinräumige Umfahrung über Fellbach auf der L 1198 beziehungsweise über Weinstadt auf der L 1193.

Eine zusätzliche Abstimmung ist für die Waiblinger Straße in Rommelshausen erforderlich. Dort soll die westliche Umleitungsstrecke verlaufen. Gleichzeitig plant Netze BW Arbeiten an einer Gasleitung. Sollten beide Maßnahmen zeitlich zusammenfallen, ist dafür bereits ein alternatives Verkehrskonzept vorbereitet.

Auch auf B 14 und B 29 sind Sperrungen vorgesehen

Die rund 22-monatige Vollsperrung betrifft die Brücke selbst. Die darunter verlaufenden Bundesstraßen B 14 und B 29 sollen nicht während der gesamten Bauzeit gesperrt werden. Allerdings sind dort zeitweise erhebliche Einschränkungen vorgesehen.

Beim Abbruch des bestehenden Bauwerks soll die Bundesstraße nach derzeitiger Planung für ein verlängertes Wochenende vollständig gesperrt werden. Der Verkehr kann in dieser Phase über Waiblingen und Kernen umgeleitet werden. Das Regierungspräsidium bestätigt, dass für den konventionellen Rückbau kurzzeitige Vollsperrungen der B 14 und B 29 möglich sind.

Auch während weiterer Bauabschnitte wird die Kapazität der Bundesstraße reduziert. Wenn Pfeiler errichtet und Fertigteile des neuen Überbaus eingesetzt werden, sollen statt jeweils vier Fahrstreifen zeitweise nur noch jeweils zwei Fahrstreifen zur Verfügung stehen.

Damit betrifft der Ersatzneubau nicht nur den Verkehr zwischen Waiblingen und Rommelshausen. Einschränkungen können zeitweise auch den Verkehr auf dem wichtigen B 14/B 29-Korridor östlich von Stuttgart treffen.

Radfahrer und Fußgänger bekommen eigene Umleitung

Auch der Fuß- und Radverkehr muss während der Bauzeit ausweichen. Der Radweg am Schüttelgraben, der zum Radnetz Baden-Württemberg gehört, soll während der gesamten Bauphase gesperrt werden. Für Radfahrer und Fußgänger ist eine gesonderte Umleitung vorgesehen.

Nach dem derzeitigen Entwurf soll die Verbindung zwischen Rommelshausen und Waiblingen östlich der Baustelle durch eine Unterführung und anschließend über den Schüttelgraben sowie die Alte Rommelshauser Straße führen. Einzelheiten für weitere Verbindungen befinden sich noch in Abstimmung. Gleichzeitig ist im Bereich der Brücke der Bau des Radschnellwegs RS 5 vorgesehen.

Für den Busverkehr steht die endgültige Linienführung ebenfalls noch nicht fest. Die Anpassungen werden mit dem Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart und der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg abgestimmt. Eine Führung über die westliche Straßenumleitung ist eine der Möglichkeiten.

Baustart frühestens im Jahr 2028

Wann die Brücke zwischen Waiblingen und Kernen tatsächlich gesperrt wird, ist noch offen. Das Regierungspräsidium nennt als frühestmöglichen Zeitpunkt eine Sperrpause der Bahn Mitte 2028. Das Projekt befindet sich derzeit in der Entwurfsplanung.

Für die Bahnstrecke zwischen Waiblingen und Endersbach ist vom 23. Juni 2028 um 21 Uhr bis zum 21. Juli 2028 um 21 Uhr eine Vollsperrung vorgesehen. Die Planer prüfen, ob bereits angemeldete Sperrzeiten der Bahn für Arbeiten am Brückenprojekt genutzt werden können. Der konkrete Bauablauf hängt unter anderem vom Baugrund, von notwendigen Eingriffen auf Grundstücken der Bahn und von der Abstimmung mit dem Schienenverkehr ab.

Eine durchgehende Sperrung der parallel verlaufenden Bahnstrecke während des gesamten Brückenbaus ist nicht vorgesehen.

Schäden machen einen Ersatzneubau notwendig

Eine Sanierung der bestehenden Brücke reicht nach der Planung des Regierungspräsidiums nicht mehr aus. Bei der letzten Hauptprüfung wurde das Bauwerk auf der offiziellen Projektseite mit der Zustandsnote 3,5 bewertet. Der Traglastindex liegt bei V. Wegen des unzureichenden Zustands ist ein vollständiger Ersatzneubau vorgesehen.

Die neue Brücke soll wiederum als vierfeldriges Bauwerk entstehen. Vorgesehen sind Fertigteil-Plattenbalken aus Spannbeton mit Ortbetonergänzung. Zudem soll der gemeinsam genutzte Geh- und Radweg auf der östlichen Seite auf eine nutzbare Breite von drei Metern verbreitert werden.

Die geschätzten Baukosten liegen nach der Vorzugsvariante bei rund 5,4 Millionen Euro brutto. Vorhabenträger ist der Bund. Die Vorplanung wurde im Juni 2025 abgeschlossen, die Baugrunderkundungen folgten im Januar 2026.

Für Verkehrsteilnehmer bleibt damit vor allem ein langer Planungshorizont: Die Sperrung ist angekündigt, beginnt aber frühestens 2028. Erst mit dem weiteren Abschluss der Entwurfs- und Ausführungsplanung werden die genauen Termine für die 22-monatige Sperrphase und die einzelnen Eingriffe auf B 14 und B 29 feststehen.

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