Heizsaison 2026 beginnt mit großen Preisunterschieden

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Zum Start der Heizsaison entwickeln sich die Heizkosten 2026 je nach Energieträger sehr unterschiedlich. Heizöl ist Anfang Oktober deutlich teurer als noch vor einem Jahr, auch Holzpellets haben sich kräftig verteuert. Bei Erdgas sind günstige Neukundentarife im Herbst teurer als im vergangenen Jahr. Spezielle Stromtarife für Wärmepumpen haben sich 2026 dagegen bislang vergleichsweise stabil entwickelt. Ein direkter Vergleich der Kilowattstundenpreise ist allerdings nur eingeschränkt möglich, weil die Heizsysteme Energie unterschiedlich effizient in Wärme umwandeln.

Heizöl kostet Anfang Oktober rund 164 Euro je 100 Liter

Besonders deutlich ist die Preisbewegung beim Heizöl. Der bundesweite Durchschnittspreis lag am 3. Oktober bei rund 164,13 Euro je 100 Liter, berechnet für eine Bestellung von 3.000 Litern Standardheizöl einschließlich Mehrwertsteuer. Einen Tag zuvor lagen andere bundesweite Marktübersichten ebenfalls bei etwa 164 bis 165 Euro. Noch am 1. Oktober waren bei einem Preisportal durchschnittlich 168,73 Euro ausgewiesen worden. Die täglichen Schwankungen bleiben damit erheblich.

Umgerechnet entspricht ein Preis von rund 164 Euro je 100 Liter etwa 1,64 Euro je Liter. Bei einem Heizwert von ungefähr zehn Kilowattstunden pro Liter ergeben sich damit reine Brennstoffkosten von gut 16 Cent je Kilowattstunde Energie. Wärmeverluste der Heizungsanlage sind dabei noch nicht berücksichtigt. Region, Bestellmenge und Lieferfrist können den tatsächlichen Rechnungsbetrag zusätzlich verändern.

Die hohen Preise fallen mit starken Bewegungen auf den internationalen Ölmärkten zusammen. Anfang Oktober lagen auch die Preise für Rohöl und Gasöl deutlich über dem Niveau vieler Monate des Vorjahres. Damit bleibt Heizöl der Energieträger mit den kurzfristig stärksten Preisschwankungen in diesem Vergleich.

Pelletpreis liegt mehr als ein Drittel über dem Vorjahr

Auch Haushalte mit Pelletheizung müssen mit höheren Brennstoffkosten rechnen. Das Deutsche Pelletinstitut ermittelte für September 2026 einen bundesweiten Durchschnittspreis von 454,21 Euro je Tonne bei einer Abnahme von sechs Tonnen. Im August waren es 427,72 Euro, im Juli 388,09 Euro gewesen. Innerhalb von zwei Monaten verteuerten sich Pellets damit deutlich.

Noch größer ist der Abstand zum Vorjahr. Im September 2025 hatte dieselbe Abnahmemenge durchschnittlich 335,04 Euro je Tonne gekostet. Innerhalb eines Jahres ergibt sich damit ein Anstieg von rund 35,6 Prozent. Nach Angaben des Pelletinstituts entspricht der Septemberpreis 2026 rund 9,1 Cent je Kilowattstunde Brennstoffenergie.

Als Ursache für die jüngste Entwicklung nennt die Branche neben der saisonal steigenden Nachfrage eine angespannte Versorgung mit Restholz aus Sägewerken. Wenn weniger Holz eingeschnitten wird, stehen auch weniger Sägespäne und andere Reststoffe für die Pelletproduktion zur Verfügung. Trotz des kräftigen Preisanstiegs lagen Pellets im September auf Basis der vom Institut verwendeten Vergleichswerte noch unter den Kosten von Erdgas und Heizöl.

Gasangebote für Neukunden sind wieder teurer geworden

Bei Erdgas hatte sich die Situation zunächst in die andere Richtung entwickelt. Die Bundesnetzagentur errechnete für Januar 2026 einen modellierten Neukundenpreis von 9,6 Cent je Kilowattstunde. Das waren rund 13 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Zudem wird die frühere Gasspeicherumlage seit Anfang 2026 aus dem Bundeshaushalt finanziert. Zuletzt hatte sie 0,289 Cent je Kilowattstunde betragen. Bei 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch entsprach dies knapp 58 Euro.

Bis zum Herbst hat sich das Bild allerdings verändert. Ende September lag der von Verivox berechnete durchschnittliche Neukundenpreis bei rund 12 Cent je Kilowattstunde für einen Haushalt mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Im September 2025 hatten günstige Neukundenangebote im Durchschnitt noch bei etwa 9 Cent gelegen. Ein Musterhaushalt mit 20.000 Kilowattstunden Verbrauch käme bei 12 Cent rechnerisch auf rund 2.400 Euro pro Jahr einschließlich der in diesem Durchschnittspreis berücksichtigten Preisbestandteile. Der tatsächliche Betrag hängt vom Vertrag und Wohnort ab.

Wärmepumpenstrom bleibt 2026 vergleichsweise stabil

Deutlich ruhiger verlief die Preisentwicklung bei speziellen Wärmepumpentarifen. Verivox ermittelte für 2026 bei Neukunden mit separatem Wärmepumpenzähler einen durchschnittlichen Preis von 20,66 Cent je Kilowattstunde. Für 2025 wurden 20,55 Cent ausgewiesen. Damit hat sich der Jahresdurchschnitt bislang kaum verändert. Normale Haushaltsstromtarife für Neukunden lagen zugleich deutlich höher.

Der Strompreis lässt sich allerdings nicht direkt mit einem Centpreis für Gas, Öl oder Pellets vergleichen. Eine Wärmepumpe erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme. Wie hoch die tatsächlichen Heizkosten ausfallen, hängt deshalb wesentlich von der Jahresarbeitszahl der Anlage, dem energetischen Zustand des Gebäudes und den erforderlichen Vorlauftemperaturen ab.

Zusätzlich können Betreiber steuerbarer Wärmepumpen reduzierte Netzentgelte erhalten. Bei einem separaten Zähler kann nach den Regeln der Bundesnetzagentur der Arbeitspreis des Netzentgelts auf 40 Prozent des regulären Werts reduziert werden. Die Vergünstigung betrifft allerdings den Netzanteil und nicht den gesamten Strompreis.

CO2-Preis bleibt zusätzlicher Kostenfaktor für Öl und Gas

Bei fossilen Heizungen beeinflusst 2026 außerdem der nationale CO2-Preis die Rechnung. Nachdem 2025 ein Festpreis von 55 Euro je Tonne Kohlendioxid galt, werden die Zertifikate 2026 innerhalb eines gesetzlichen Korridors von 55 bis 65 Euro gehandelt. Die Kosten werden über die Brennstoffpreise an die Verbraucher weitergegeben und betreffen unter anderem Erdgas und Heizöl.

Damit startet die Heizperiode 2026 ohne ein einheitliches Preisbild. Heizöl steht Anfang Oktober besonders hoch, Holzpellets haben sich innerhalb eines Jahres erheblich verteuert und günstige Gastarife haben einen Teil ihres vorherigen Preisrückgangs wieder abgegeben. Wärmepumpenstrom zeigt bislang die geringste Veränderung. Für die tatsächlichen Heizkosten bleiben neben dem Energiepreis jedoch Verbrauch, Gebäudestandard, Wirkungsgrad der Heizung und der individuelle Vertrag entscheidend.

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