Behördliche Maßnahme stoppt Flugverkehr am Flughafen Stuttgart

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Am Flughafen Stuttgart ist der Flugbetrieb am Montagabend vorübergehend eingestellt worden. Als Grund wurde zunächst lediglich eine behördliche Maßnahme genannt. Nach Angaben des SWR mit Stand 17:52 Uhr waren sowohl Ankünfte als auch Abflüge betroffen. Reisende mussten mit Verspätungen rechnen, zudem wurden Flüge umgeleitet. Was die Maßnahme ausgelöst hatte und wie lange die Einschränkungen dauern würden, war zunächst nicht bekannt. Ein Zusammenhang mit Drohnen war bis zum frühen Montagabend nicht bestätigt.

Die Unterbrechung fällt auf einen Tag, an dem am Flughafen Stuttgart ein neues System zur Erkennung von Drohnen offiziell in Betrieb genommen wurde. Das Bundesverkehrsministerium hatte das System am Montagvormittag gemeinsam mit der Deutschen Flugsicherung vorgestellt. Dass beide Ereignisse miteinander zusammenhängen, war zunächst nicht belegt. Die genauen Hintergründe der behördlichen Maßnahme blieben offen.

Mehrere ankommende Flüge werden zu anderen Flughäfen geleitet

Die Auswirkungen der Betriebseinstellung waren am Flugplan des Flughafens bereits sichtbar. Die offizielle Ankunftsübersicht führte am frühen Abend mehrere Verbindungen mit Zwischenstationen beziehungsweise Umleitungen über andere Flughäfen auf. Betroffen waren unter anderem Flüge über Karlsruhe/Baden-Baden, Nürnberg und Memmingen. Dazu gehörten Verbindungen aus Palma de Mallorca, Istanbul, Lissabon, Wien, Heraklion und Cagliari.

Der SWR berichtete ebenfalls, dass Flüge umgeleitet würden. Für Abflüge waren gleichzeitig Verzögerungen erkennbar. So wurden auf der offiziellen Flughafenübersicht für mehrere Verbindungen spätere Zeiten angezeigt. Eine belastbare Gesamtzahl der verspäteten, umgeleiteten oder möglicherweise ausgefallenen Flüge lag zunächst nicht vor. Ebenso gab es zunächst keine gesicherten Angaben dazu, wie viele Passagiere von den Einschränkungen betroffen waren.

Der Flughafen beziehungsweise der SWR rieten Passagieren und Menschen, die Reisende abholen wollten, den Status des jeweiligen Fluges direkt bei der Fluggesellschaft zu überprüfen. Wann der reguläre Betrieb vollständig wieder aufgenommen werden konnte, war bis 18:08 Uhr noch offen.

Grund der behördlichen Maßnahme zunächst nicht bekannt

Offiziell bestätigt war am frühen Montagabend nur, dass eine behördliche Maßnahme zur Einstellung des Flugbetriebs geführt hatte. Welche Behörde sie angeordnet hatte und welches konkrete Ereignis dahinterstand, ging aus der zunächst veröffentlichten Mitteilung nicht hervor.

Damit war auch nicht bestätigt, dass ein Drohnenvorfall die Ursache war. Diese Unterscheidung ist insbesondere deshalb relevant, weil am selben Flughafen nur wenige Stunden zuvor neue Technik zur Erkennung unbemannter Fluggeräte vorgestellt worden war. Eine Verbindung zwischen der Betriebseinstellung und der Inbetriebnahme des Systems wurde von den zuständigen Stellen zunächst nicht hergestellt.

Der Flugbetrieb am Flughafen Stuttgart blieb damit am frühen Abend von einer Lage abhängig, deren genaue Ursache zunächst nicht öffentlich erläutert wurde. Auch ein konkreter Zeitpunkt für ein Ende der Einschränkungen war nicht genannt.

Neues Drohnendetektionssystem seit Montag in Betrieb

Am Montag hatte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger gemeinsam mit Baden-Württembergs Verkehrsministerin Nicole Razavi am Flughafen Stuttgart die neue Drohnendetektion vorgestellt. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums übernimmt die Deutsche Flugsicherung die Erkennung von Drohnen im relevanten An- und Abflugbereich. Werden verdächtige Flugobjekte erfasst, sollen die zuständigen Stellen schneller informiert und mögliche Gefahren früher bewertet werden können.

Das System ist ausdrücklich eine Technik zur Detektion. Für die Gefahrenabwehr und eine aktive Abwehr von Drohnen sind weiterhin die Sicherheitsbehörden verantwortlich, insbesondere die Bundespolizei. Die technische Erkennung durch die DFS und die Maßnahmen der Sicherheitsbehörden sollen nach Angaben des Verkehrsministeriums miteinander verknüpft werden.

Neben Stuttgart ging am Montag auch am Flughafen Hamburg ein entsprechendes System in Betrieb. Damit verfügen nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums sieben der acht großen deutschen Verkehrsflughäfen über die neue Detektionslösung. Leipzig/Halle soll noch im Laufe dieser Woche folgen. Anschließend soll die erste Ausbaustufe an allen acht großen Standorten abgeschlossen sein. Weitere von der DFS betreute Verkehrsflughäfen sollen schrittweise bis Ende Januar 2027 folgen.

Leipzig-Vorfall verschärfte Debatte über Drohnenschutz

Der Ausbau erfolgt vor dem Hintergrund einer deutlich verschärften Sicherheitsdebatte. Anfang August war am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff ausgestattete Drohne gefunden worden. Die Bundesanwaltschaft übernahm damals die Ermittlungen und sprach von einem schwerwiegenden Angriff auf die deutsche Transport- und Logistikinfrastruktur. Unter anderem wurde wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und eines gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr ermittelt.

Die Bundesregierung ordnete den Vorfall vom 4. August später offiziell Russland zu und bezeichnete ihn als hybriden Angriff. Die Regierung in Moskau bestreitet eine Beteiligung.

Der Fall beschleunigte zugleich die Diskussion über technische Möglichkeiten zur Drohnenerkennung und Drohnenabwehr an deutschen Flughäfen. Bereits Anfang August hatte das Bundesverkehrsministerium darauf hingewiesen, dass ein sicherer Flugbetrieb bei möglichen Gefahren zeitweise nur durch eine Einstellung des Luftverkehrs gewährleistet werden könne. Ziel müsse deshalb sein, potenziell gefährliche Drohnen schnell zu erkennen und die notwendigen Maßnahmen einzuleiten.

Ob eine solche Situation am Montagabend in Stuttgart vorlag, war zunächst nicht bestätigt. Fest stand bis zum Stand von 18:08 Uhr lediglich die vorübergehende Einstellung des Flugbetriebs aufgrund einer behördlichen Maßnahme sowie die daraus resultierenden Verspätungen und Umleitungen.

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