Nvidia rückt nach Rekordkurs an historische Börsenmarke heran

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Nvidia nähert sich an der Börse einer bislang unerreichten Größenordnung. Der US-Chiphersteller wurde am Dienstag, 6. Oktober 2026, im vorbörslichen Handel mit rund 5,81 Billionen US-Dollar bewertet. Um 7.29 Uhr US-Ostküstenzeit, entsprechend 13.29 Uhr MESZ, lag die Aktie vorbörslich 0,9 Prozent im Plus. Der reguläre Handel an der Wall Street hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht begonnen. Damit rückte Nvidia weiter an die Schwelle von sechs Billionen Dollar heran.

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Der bislang belegte Rekordschluss stammt vom Montag, 5. Oktober. Die Nvidia-Aktie beendete den Handel bei 238,90 Dollar und legte damit an diesem Tag um 2,1 Prozent zu. Der Börsenwert erreichte rund 5,76 Billionen Dollar. Im regulären Handel stieg die Aktie zwischenzeitlich bis auf 240,10 Dollar.

Nvidia fehlen nur noch wenige Prozent bis sechs Billionen Dollar

Die Distanz zur nächsten symbolischen Marke ist vergleichsweise gering. Bei der derzeitigen Aktienzahl würde ein Kurs von rund 248,96 Dollar einer Marktkapitalisierung von sechs Billionen Dollar entsprechen. Vom Schlusskurs am Montag wären dafür noch gut vier Prozent erforderlich. Das ist lediglich eine rechnerische Schwelle und keine Prognose über die weitere Kursentwicklung.

Die Größenordnung ist historisch. Nvidia ist bereits das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt. Eine Rangliste mit Datenstand 6. Oktober bezifferte den Börsenwert von Apple auf rund 4,9 Billionen Dollar, Alphabet auf etwa 4,2 Billionen und Microsoft auf rund 3,9 Billionen Dollar. Nvidia lag damit deutlich vor seinen größten Konkurrenten unter den US-Technologiekonzernen.

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Noch im Juli war der Abstand wesentlich kleiner. Apple hatte Nvidia am 17. Juli zeitweise als wertvollstes Unternehmen der Welt überholt. Damals lagen beide Konzerne mit Bewertungen von knapp 4,9 Billionen Dollar nahezu gleichauf. Nvidia beendete den damaligen Handelstag schließlich wieder knapp vor Apple.

Aktie hat sich seit dem Einbruch im März deutlich erholt

Der aktuelle Höchststand folgt auf eine deutlich schwächere Phase im Frühjahr. Am 30. März schloss die Nvidia-Aktie bei 165,17 Dollar. Im Tagesverlauf war sie bis auf 164,27 Dollar gefallen. Vom Schlusskurs Ende März bis zum Rekordschluss von 238,90 Dollar am 5. Oktober ergibt sich ein Anstieg von rund 44,6 Prozent.

Ende März wurde Nvidia noch mit rund vier Billionen Dollar bewertet. Damals hatte die Aktie fast 20 Prozent gegenüber ihrem vorherigen Rekordschluss eingebüßt. Belastend wirkten unter anderem höhere Energiepreise, Sorgen über steigende Zinsen und Zweifel daran, wie schnell die enormen Investitionen großer Technologiekonzerne in KI Infrastruktur zusätzliche Umsätze und Gewinne erzeugen würden.

Seitdem hat sich die Bewertung des Konzerns erheblich erholt. Vom Börsenwert von ungefähr vier Billionen Dollar Ende März bis zu 5,81 Billionen Dollar im vorbörslichen Handel am 6. Oktober beträgt der rechnerische Zuwachs rund 45 Prozent. Die Entwicklung verdeutlicht, wie stark Nvidia inzwischen von den Erwartungen an den weiteren Ausbau weltweiter KI Rechenzentren geprägt wird.

Rechenzentren treiben Nvidias Wachstum

Hinter dem Kursanstieg stehen nicht nur Erwartungen. Nvidia hat zuletzt stark steigende Geschäftszahlen vorgelegt. Im zweiten Geschäftsquartal 2027, das am 26. Juli 2026 endete, erzielte der Konzern einen Umsatz von 96,2 Milliarden Dollar. Das waren 106 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresquartal. Der Nettogewinn stieg nach US-Rechnungslegung auf knapp 59,7 Milliarden Dollar.

Das mit Abstand wichtigste Geschäftsfeld sind inzwischen Rechenzentren. Der Data-Center-Umsatz erreichte im Quartal 89,0 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahr entsprach dies einem Anstieg um 117 Prozent, gegenüber dem unmittelbar vorangegangenen Quartal um 18 Prozent. Damit entfiel der Großteil des Konzernumsatzes auf Infrastruktur für Rechenzentren und KI Anwendungen.

Nvidia profitiert dabei vom Aufbau großer Rechencluster für das Training und den Betrieb generativer KI Systeme. Zu den Betreibern und Abnehmern entsprechender Infrastruktur gehören große Cloudkonzerne und spezialisierte Rechenzentrumsanbieter. Nvidia teilte im August mit, dass die neue Vera-Rubin-Plattform bereits in die Serienproduktion hochgefahren werde und Systeme unter anderem bei Google Cloud, Microsoft Azure, Oracle Cloud Infrastructure, CoreWeave und Nebius eingesetzt würden.

Unternehmen erwartet weiteres Umsatzwachstum

Für das laufende dritte Geschäftsquartal stellte Nvidia zuletzt einen Umsatz von 108 Milliarden Dollar in Aussicht, mit einer möglichen Abweichung von zwei Prozent nach oben oder unten. Dabei berücksichtigt das Unternehmen in dieser Prognose ausdrücklich keine Umsätze mit Data-Center-Rechenchips in China. Die Bruttomarge soll nach Unternehmensplanung bei rund 74 Prozent liegen.

Diese Angaben sind Unternehmensprognosen und keine bereits erzielten Ergebnisse. Sie zeigen allerdings, welche Erwartungen Nvidia selbst für das laufende Geschäft zugrunde legt. Ob die Ziele tatsächlich erreicht werden, wird sich erst mit der Veröffentlichung der entsprechenden Quartalszahlen zeigen.

Parallel investieren große Technologieunternehmen weiterhin erhebliche Summen in Rechenzentren, Chips, Stromversorgung und Netzwerktechnik. Genau diese Investitionswelle bildet die wirtschaftliche Grundlage für einen wesentlichen Teil der Nachfrage nach Nvidia-Produkten. Gleichzeitig bleibt sie ein Risikofaktor, falls Kunden ihre Investitionsprogramme reduzieren oder sich deren wirtschaftlicher Nutzen langsamer entwickelt als erwartet. Bereits im Frühjahr hatten solche Zweifel erheblichen Druck auf die Aktie ausgeübt.

Nvidia hat deutlichen Vorsprung vor anderen Konzernen

Mit einem Börsenwert von zuletzt rund 5,8 Billionen Dollar hat Nvidia eine Größenordnung erreicht, die selbst unter den größten Technologiekonzernen herausragt. Apple folgte mit rund 4,9 Billionen Dollar, Alphabet mit etwa 4,2 Billionen und Microsoft mit rund 3,9 Billionen Dollar. Amazon kam auf rund 2,7 Billionen Dollar.

Der Abstand ist zugleich ein Hinweis darauf, wie stark der Kapitalmarkt inzwischen auf das KI Geschäft konzentriert ist. Nvidia stellt zentrale Grafikprozessoren, Netzwerktechnik und Software für Hochleistungsrechenzentren bereit und profitiert damit unmittelbar vom Ausbau der KI Infrastruktur. Der Konzern ist damit stärker als viele andere große Technologieunternehmen von diesem Investitionszyklus abhängig.

Ob Nvidia die Marke von sechs Billionen Dollar tatsächlich überschreitet und wie dauerhaft ein solches Bewertungsniveau wäre, lässt sich aus den bisherigen Kursbewegungen nicht ableiten. Am Dienstagmorgen fehlten auf Basis der vorbörslichen Bewertung noch rund 190 Milliarden Dollar. Bei Unternehmen dieser Größenordnung können bereits vergleichsweise kleine prozentuale Kursbewegungen mehrere Dutzend Milliarden Dollar Börsenwert hinzufügen oder vernichten.

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