
Die Zukunft von Markus Krösche bei Eintracht Frankfurt wird erneut diskutiert. Nach der deutlichen 0:6-Niederlage gegen RB Leipzig am Samstag, 10. Oktober 2026, steht insbesondere die Zusammenstellung des Frankfurter Kaders in der Kritik. Gleichzeitig beschäftigen sich mehrere Berichte mit einem möglichen vorzeitigen Abschied des Sportvorstands und denkbaren Nachfolgern. Eine Trennung ist allerdings nicht beschlossen. Der 46-Jährige besitzt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028, und die Vereinsführung hat ihm bislang öffentlich den Rücken gestärkt.
Die Diskussion über die Zukunft von Markus Krösche bei Eintracht Frankfurt hat nach dem schwachen Saisonstart neue Dynamik erhalten. Die hessenschau berichtete am Dienstag, 13. Oktober, unter Berufung auf eigene Informationen aus dem Vereinsumfeld, dass ein vorzeitiges Ende der Zusammenarbeit zunehmend möglich erscheine. Besonders ein Abschied im kommenden Sommer werde als denkbares Szenario betrachtet. Vereinzelt stehe sogar eine deutlich frühere Trennung im Raum.
Die Frankfurter Rundschau beschäftigt sich ebenfalls mit verschiedenen Möglichkeiten. In einem Beitrag vom 13. Oktober werden eine kurzfristige Trennung, ein Wechsel während der Winterpause und ein Abschied nach Saisonende erörtert. Eine konkrete Entscheidung der Verantwortlichen ist damit nicht verbunden. Die Zeitung hatte bereits nach der Leipziger Niederlage die Arbeit Krösches an der sportlichen Zusammenstellung der Mannschaft deutlich kritisiert.
Auch die BILD hatte sich Anfang Oktober mit möglichen Veränderungen in der Führung von Eintracht Frankfurt befasst. Dabei ging es unter anderem um eine mögliche stärkere Stellung von Vorstandssprecher Axel Hellmann und die organisatorische Zukunft des Vereins für den Fall eines Krösche-Abschieds. Dass eine solche Neuordnung tatsächlich beschlossen wurde, ist nicht bestätigt.
Die vertragliche Ausgangslage ist eindeutig. Eintracht Frankfurt verlängerte den Vertrag seines Sportvorstands im April 2024 vorzeitig bis zum 30. Juni 2028. Krösche ist seit Juni 2021 für die sportliche Leitung des Bundesligisten verantwortlich. Ein vorzeitiger Abschied würde deshalb eine Veränderung der bestehenden Vereinbarung oder die Nutzung einer vertraglich vorgesehenen Möglichkeit voraussetzen.
Bereits im September hatte SPORT1 unter Berufung auf eigene Informationen über eine Ausstiegsoption berichtet, die zu bestimmten Zeitpunkten und für ausgewählte Vereine gelten solle. Die genauen Vertragsbedingungen wurden vom Klub nicht öffentlich bestätigt. Ob und wann Krösche eine solche Möglichkeit nutzen könnte, bleibt damit offen.
Öffentlich hatte die Frankfurter Führung zuletzt einen anderen Eindruck vermittelt. Nach einer Sitzung des Aufsichtsrats am 2. September erklärte der Verein, dass die sportlichen und wirtschaftlichen Folgen der vergangenen Transferperiode ausführlich besprochen worden seien. Veränderungen innerhalb des Vorstands oder andere Personalentscheidungen seien dagegen nicht Gegenstand der Sitzung gewesen.
Aufsichtsratschef Mathias Beck erklärte damals, die Verantwortlichen wollten die anstehenden Aufgaben gemeinsam angehen. Auch gegenüber dem Wiesbadener Kurier stellte Beck die bestehende Zusammenarbeit nicht infrage. Er sehe aktuell keinen Anlass, an der vertraglichen Grundlage mit Krösche zu zweifeln. Diese Aussagen stehen den jüngsten Spekulationen über einen möglichen Führungswechsel gegenüber.
Für den Fall eines vorzeitigen Abschieds von Krösche werden inzwischen verschiedene Sportmanager als mögliche Nachfolger gehandelt. Nach Angaben der hessenschau zählen dazu Joti Chatzialexiou, Marcel Schäfer, Benjamin Weber und Marco Neppe. Eine offizielle Bestätigung für Verhandlungen mit diesen Kandidaten liegt nicht vor.
Chatzialexiou arbeitet als Sportvorstand beim 1. FC Nürnberg und verfügt über langjährige Erfahrung aus seiner Tätigkeit beim Deutschen Fußball-Bund. Schäfer ist als Sport-Geschäftsführer bei RB Leipzig tätig. Weber arbeitet als Sportdirektor beim FC Augsburg, während Neppe eine entsprechende Position bei Paris FC bekleidet.
Die Frankfurter Rundschau nennt in ihrem Beitrag vom 13. Oktober ebenfalls Chatzialexiou, Schäfer und Neppe. Dabei handelt es sich um denkbare Alternativen, nicht um eine bestätigte Kandidatenliste des Vereins.
Ein weiterer Name ist Christoph Spycher. Bereits im September hatte die Frankfurter Rundschau unter Berufung auf die Frankfurter Allgemeine Zeitung über einen angeblichen Kontakt zwischen der Eintracht und dem früheren Frankfurter Spieler berichtet. Spycher war nach seiner aktiven Karriere unter anderem in leitenden Funktionen bei den Young Boys Bern tätig. Ein konkretes Angebot oder eine Einigung wurde nicht bestätigt.
Der frühere Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic war ebenfalls mit Frankfurt in Verbindung gebracht worden. Die hessenschau ordnet ihn allerdings nicht als ernsthafte Option ein. Auch die Frankfurter Rundschau hatte unter Berufung auf die FAZ dargestellt, dass Salihamidzic bei den entsprechenden Überlegungen keine Rolle spiele.
Auslöser der erneuten Diskussionen ist die sportliche Entwicklung der Eintracht. Nach fünf Bundesligaspielen stehen lediglich fünf Punkte und bereits 16 Gegentore zu Buche. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter belegt nach dem fünften Spieltag Tabellenplatz 14. Besonders die Defensivprobleme sind bislang nicht behoben.
Die 0:6-Niederlage bei RB Leipzig verschärfte diese Situation. Frankfurt kassierte bereits in den ersten Minuten zwei Treffer und lag zur Halbzeit mit 0:4 zurück. Auch personelle und taktische Veränderungen verhinderten die deutliche Niederlage nicht.
Krösche räumte nach dem Spiel ein, dass seine Mannschaft zu große Abstände zwischen den Spielern zugelassen und nicht geschlossen genug verteidigt habe. Trainer Hütter kritisierte ebenfalls das defensive Verhalten und übernahm ausdrücklich Verantwortung für die Leistung. Beide machten deutlich, dass die Mannschaft sich erheblich stabilisieren müsse.
Die sportlichen Schwierigkeiten betreffen damit nicht allein die tägliche Trainingsarbeit. Sie werfen auch die Frage auf, ob der Kader ausreichend ausgewogen zusammengestellt wurde und ob die verfügbaren Alternativen den Anforderungen der Bundesliga genügen.
In der Diskussion über Krösches Arbeit spielen die Veränderungen des vergangenen Sommers eine zentrale Rolle. Frankfurt musste auf mehreren Positionen wichtige Abgänge ersetzen. Linksverteidiger Nathaniel Brown wechselte Anfang Juli 2026 zum FC Bayern München. Rechtsverteidiger Rasmus Kristensen schloss sich dem dänischen Verein FC Midtjylland an.
Auf der Zugangsseite verpflichtete die Eintracht unter anderem den defensiven Mittelfeldspieler Noel Aseko vom FC Bayern und Raphael Onyedika vom Club Brügge. Beide sollten zusätzliche Möglichkeiten im Zentrum schaffen. Für die Defensive kamen der brasilianische Innenverteidiger Otávio vom portugiesischen Klub Estrela Amadora sowie Lilian Brassier vom französischen Verein Stade Rennes.
Hinzu kam Torhüter Noah Atubolu, den Frankfurt Ende August vom SC Freiburg zunächst auf Leihbasis verpflichtete. Die Vereinbarung beinhaltet eine Kaufoption, die unter bestimmten Voraussetzungen zu einer Kaufverpflichtung werden kann.
Trotz dieser Verstärkungen fehlt der Mannschaft bisher die gewünschte defensive Stabilität. Die hessenschau kritisiert insbesondere die Besetzung der Außenverteidigerpositionen und die fehlenden Alternativen im Abwehrzentrum. Auch das defensive Mittelfeld habe bislang noch nicht die erforderliche Konstanz erreicht.
Krösche hatte die Transferperiode im September als besonders anspruchsvoll bezeichnet. Nach offiziellen Vereinsangaben wurden insgesamt 38 Transferbewegungen abgewickelt. Der Sportvorstand verwies dabei auf die sportlichen Anforderungen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Ein finanzieller Transferüberschuss war für die Eintracht ebenfalls von Bedeutung.
Ob sich die Neuzugänge im weiteren Saisonverlauf besser entwickeln und die Mannschaft stabilisieren können, lässt sich nach fünf Ligaspielen noch nicht abschließend beurteilen. Die bisherige Bilanz hat die Kritik an der Kaderplanung allerdings verstärkt.
Bei der Bewertung seiner Zukunft spielt auch die bisherige Amtszeit eine Rolle. Seit seinem Amtsantritt 2021 hat Krösche zahlreiche wichtige Transfers verantwortet und die wirtschaftliche Entwicklung des Frankfurter Profikaders maßgeblich mitgestaltet.
Zu den größten sportlichen Erfolgen zählt der Gewinn der Europa League 2022. Der Titel ermöglichte der Eintracht erstmals die Teilnahme an der Champions League. In der Saison 2022/23 erreichte der Klub außerdem das Finale des DFB-Pokals. Besonders erfolgreich verlief die Bundesligasaison 2024/25, die Frankfurt auf dem dritten Tabellenplatz abschloss und damit erneut die Champions League erreichte.
International sorgten mehrere Frankfurter Spielertransfers für Aufmerksamkeit. Randal Kolo Muani wechselte 2023 zu Paris Saint-Germain, Omar Marmoush Anfang 2025 zu Manchester City und Hugo Ekitiké im Sommer 2025 zum FC Liverpool. Diese Verkäufe verdeutlichen die wirtschaftliche Bedeutung des Frankfurter Transfermodells, bei dem Spieler verpflichtet, weiterentwickelt und anschließend an finanzstärkere Vereine abgegeben werden.
Zu den Rückschlägen gehört die Saison 2025/26, in der die Eintracht den achten Bundesliga-Tabellenplatz belegte und die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb verpasste. Auch die Verpflichtung von Trainer Albert Riera im Februar 2026 brachte nicht die erhoffte langfristige Entwicklung. Im Mai wurde die Zusammenarbeit beendet.
Krösche übernahm für diese Personalentscheidung später ausdrücklich die Verantwortung. In einem Anfang Oktober veröffentlichten Gespräch im Podcast „Leadertalk“ erklärte er, die Verpflichtung Rieras habe sich rückblickend als falsche Entscheidung erwiesen. Gleichzeitig betonte er, mit dessen Nachfolger Adi Hütter gut zusammenzuarbeiten.
Die Unsicherheit über Krösches Zukunft hängt nicht ausschließlich mit der Frankfurter Situation zusammen. Bereits im Juni 2026 wurde der Sportvorstand mit dem italienischen Traditionsverein AC Mailand in Verbindung gebracht. SPORT1 bestätigte damals ein entsprechendes Interesse der Italiener, berichtete anschließend aber, dass Krösche in Frankfurt bleiben werde.
Im September wurde sein Name zudem im Zusammenhang mit einer möglichen Neubesetzung der sportlichen Führung beim FC Liverpool genannt. Die Frankfurter Rundschau berichtete damals über entsprechende Spekulationen und eine angebliche Kandidatenliste. Eine verbindliche Vereinbarung oder ein bevorstehender Wechsel nach England wurde nicht bekannt.
Krösches internationale Reputation beruht wesentlich auf seiner Transferbilanz und seinen Erfahrungen bei der Entwicklung von Mannschaften. Daraus ergibt sich jedoch keine konkrete Aussage über seine persönlichen Zukunftspläne. Eine aktuelle öffentliche Erklärung, wonach er Frankfurt vorzeitig verlassen wolle, liegt nicht vor.
In den kommenden Wochen stehen bei Eintracht Frankfurt weitere wichtige Termine an. Am 19. Oktober findet die Mitgliederversammlung statt. Präsident Mathias Beck tritt erneut zur Wahl an. Er ist gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Fußball AG und hat damit eine zentrale Funktion bei möglichen Entscheidungen über die Besetzung des Sportvorstands.
Darüber hinaus beginnt im Januar 2027 die nächste Transferperiode. Angesichts der bisherigen defensiven Probleme könnte die sportliche Leitung erneut vor der Aufgabe stehen, den Kader gezielt zu verändern. Die Frankfurter Rundschau hatte bereits im September unter Berufung auf weitere Berichte dargestellt, dass Krösche das Wintertransferfenster voraussichtlich noch selbst verantworten werde. Eine verbindliche Personalentscheidung für die Zeit danach ist daraus nicht abzuleiten.
Eintracht Frankfurt steht somit vor zwei miteinander verbundenen Aufgaben. Die Mannschaft muss sportlich wieder konkurrenzfähiger werden, während die Verantwortlichen die mittelfristige Ausrichtung der Fußball AG bestimmen. Krösche bleibt vorerst im Amt. Ob die Zusammenarbeit tatsächlich bis zum vereinbarten Vertragsende 2028 fortgesetzt wird, ist nach den jüngsten Entwicklungen jedoch offen.
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