Lufthansa soll Rennen um portugiesische TAP gewonnen haben

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Die Lufthansa steht offenbar vor einem bedeutenden Einstieg in den portugiesischen Luftverkehrsmarkt. Die Regierung in Lissabon soll sich für den deutschen Konzern als strategischen Partner der Fluggesellschaft TAP Air Portugal entschieden haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch, 14. Oktober 2026, unter Berufung auf zwei mit dem Verfahren vertraute Personen. Damit würde Lufthansa den Konkurrenten Air France-KLM ausstechen. Eine offizielle Bekanntgabe der Vertragsbedingungen stand zunächst noch aus.

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Lufthansa soll 44,9 Prozent an TAP übernehmen

Im Mittelpunkt der TAP-Privatisierung steht der Verkauf von 44,9 Prozent der Unternehmensanteile an einen strategischen Investor. Weitere fünf Prozent sind für Beschäftigte vorgesehen. Der portugiesische Staat will mindestens 50,1 Prozent behalten und damit Mehrheitseigentümer bleiben.

Bereits am Dienstagabend hatte der portugiesische Fernsehsender SIC gemeldet, dass Lufthansa im Bieterverfahren vorne liege. Demnach soll der deutsche Konzern eine vollständige Barzahlung angeboten haben, während die Offerte von Air France-KLM auch Aktien umfasst habe. Offiziell bestätigt waren diese Einzelheiten zunächst nicht.

Die portugiesische Regierung hatte für Mittwoch eine Entscheidung angekündigt. Lufthansa und Air France-KLM lehnten gegenüber Reuters zunächst eine Stellungnahme ab. Auch konkrete Angaben zum Kaufpreis wurden nicht veröffentlicht.

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Air France-KLM und Lufthansa hatten ihre Angebote verbessert

Die beiden europäischen Luftfahrtkonzerne hatten Ende September ihre endgültigen, nachgebesserten Angebote bei der staatlichen Beteiligungsgesellschaft Parpública eingereicht. Zuvor hatte die Regierung zusätzliche Verhandlungen angeordnet, um die wirtschaftlichen und strategischen Bedingungen der Privatisierung zu verbessern.

Ursprünglich hatte sich auch die International Airlines Group (IAG), zu der British Airways und Iberia gehören, für TAP interessiert. Der Konzern verzichtete allerdings bereits im April auf ein Angebot. Hintergrund war unter anderem, dass IAG eine vollständige Übernahme gegenüber einer Minderheitsbeteiligung bevorzugte.

Für die portugiesische Regierung zählt neben dem Kaufpreis insbesondere, welche Perspektiven die Bewerber für die Fluggesellschaft, ihre Beschäftigten und die internationalen Verbindungen des Landes bieten. Beide verbliebenen Interessenten hatten zugesagt, den Standort Lissabon zu stärken.

Warum TAP für Lufthansa strategisch wichtig ist

Ein Einstieg bei TAP würde Lufthansa den Zugang zu einem weiteren wichtigen europäischen Luftverkehrsdrehkreuz eröffnen. Besonders interessant ist das Streckennetz der portugiesischen Gesellschaft nach Brasilien, Nordamerika und Afrika.

Lissabon besitzt aufgrund seiner geografischen Lage eine besondere Bedeutung für den Flugverkehr über den Atlantik. Lufthansa will TAP nach eigenen früheren Angaben innerhalb der Unternehmensgruppe zu einer führenden Fluggesellschaft für Verbindungen über den Südatlantik entwickeln.

Der Konzern betreibt bereits mehrere europäische Fluggesellschaften, darunter Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines. Mit ITA Airways ist außerdem die frühere italienische Staatsfluggesellschaft hinzugekommen.

TAP selbst beförderte im ersten Halbjahr 2026 rund 8,2 Millionen Passagiere. Das entsprach einem Wachstum von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Mitte des Jahres umfasste die Flotte 101 Flugzeuge, die weltweit 93 Ziele bedienten.

TAP-Übernahme könnte erst 2028 abgeschlossen sein

Auch eine Entscheidung zugunsten von Lufthansa würde die Privatisierung noch nicht abschließen. Nach der Auswahl des bevorzugten Investors stehen weitere Vertragsverhandlungen und die notwendigen regulatorischen Genehmigungen an.

Insbesondere die europäische Wettbewerbsprüfung könnte erhebliche Zeit beanspruchen. Portugals Finanzminister Joaquim Miranda Sarmento hatte am 8. Oktober erklärt, dass die erforderliche Prüfung durch die Europäische Kommission möglicherweise 18 bis 24 Monate dauern werde. Ein endgültiger Abschluss wäre damit unter Umständen erst 2028 möglich.

Für Lufthansa würde eine erfolgreiche Beteiligung eine weitere Vergrößerung ihres europäischen Airline-Verbunds bedeuten. Welche finanziellen Verpflichtungen, Mitspracherechte und konkreten Investitionszusagen damit verbunden sein werden, war zunächst nicht bekannt.

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