
Bremen. Die wirtschaftliche Krise am Flughafen Bremen verschärft die Sorgen um die Zukunft der Beschäftigten. Die Gewerkschaft Verdi warnt davor, dass die geplante Sanierung zu Stellenstreichungen und zur Auslagerung von Arbeitsbereichen führen könnte. Rund 500 Menschen arbeiten bei den Flughafengesellschaften. Gleichzeitig soll ein externer Sanierungsgeschäftsführer die finanziell angeschlagene Betreibergesellschaft stabilisieren. Zusätzlichen Druck verursacht der angekündigte Rückzug der Fluggesellschaft Ryanair im kommenden Jahr.
Die Verdi-Fachgruppe Luftfahrt hat sich mit einem Beschluss gegen mögliche Einschnitte bei den Beschäftigten positioniert. Die Gewerkschaft fordert die Freie Hansestadt Bremen als alleinige Gesellschafterin der Flughafengesellschaft auf, Arbeitsplätze zu sichern und auf die Ausgliederung zahlreicher Tätigkeiten an externe Dienstleister zu verzichten.
Hintergrund sind Überlegungen, im Rahmen der Sanierung Personal- und Betriebskosten zu reduzieren. Dabei steht auch die Organisation einzelner Arbeitsbereiche auf dem Prüfstand. Ein konkreter Stellenabbau wurde bislang nicht beschlossen. Die Gewerkschaft befürchtet jedoch, dass Beschäftigte einen erheblichen Teil der finanziellen Belastungen tragen könnten.
Bremens Wirtschaftsstaatsrat Kai Stührenberg zeigte Verständnis für die Sorgen der Mitarbeiter. Der Erhalt der Arbeitsplätze habe bei der Sanierung eine hohe Priorität. Zugleich kündigte er Veränderungen in den betrieblichen Abläufen und höhere Anforderungen an die Flexibilität der Beschäftigten an.
Die finanzielle Lage der Flughafen Bremen GmbH ist seit längerer Zeit angespannt. Das strukturelle Defizit beträgt nach jüngsten Angaben rund zehn bis 13 Millionen Euro jährlich. Bereits laufende Sparmaßnahmen haben die wirtschaftlichen Schwierigkeiten bislang nicht ausreichend beheben können.
Ein zusätzlicher Geschäftsführer soll deshalb die Umsetzung des Sanierungsprogramms übernehmen. Nach Informationen von Radio Bremen könnte die Personalentscheidung bereits in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden. Wer die Aufgabe übernehmen wird, war am Mittwoch zunächst nicht bestätigt.
Der bisherige Geschäftsführer Marc Cezanne soll weiterhin das operative Tagesgeschäft verantworten. Dazu gehören insbesondere die Zusammenarbeit und die Verhandlungen mit Fluggesellschaften. Der externe Manager soll sich auf die wirtschaftliche Neuaufstellung der Flughafengesellschaft konzentrieren.
Bereits im September waren erhebliche Liquiditätsrisiken bekannt geworden. Nach damaligen Informationen aus dem Aufsichtsrat könnte dem Unternehmen im ungünstigsten Szenario Mitte 2027 eine Insolvenz drohen. Eine solche Entwicklung ist allerdings nicht beschlossen oder unausweichlich. Die laufende Sanierung soll die wirtschaftliche Stabilität wiederherstellen.
Zusätzlich belastet der angekündigte Rückzug von Ryanair die wirtschaftlichen Perspektiven des Flughafens. Die irische Fluggesellschaft will sämtliche Verbindungen von und nach Bremen ab April 2027 einstellen. Als Begründung nennt das Unternehmen hohe Steuern sowie Sicherheits-, Flugsicherungs- und Flughafengebühren.
Ryanair beziffert die dadurch wegfallende Kapazität auf rund 500.000 Sitzplätze jährlich. Die Bremer Landesregierung rechnet mit dem Verlust von ungefähr 400.000 Fluggästen pro Jahr. Bei zuletzt knapp zwei Millionen Passagieren entspricht dies etwa einem Fünftel des bisherigen Aufkommens.
Nach Einschätzung des Bremer Wirtschaftsressorts könnten dadurch zusätzliche Einnahmen von ungefähr drei Millionen Euro jährlich verloren gehen.
Zwischen Ryanair und dem Bremer Senat besteht Uneinigkeit über die Ursachen des Rückzugs. Während die Fluggesellschaft die Standortkosten kritisiert, hält die Landesregierung die finanziellen Forderungen der Airline für wirtschaftlich nicht tragbar. Staatsrat Stührenberg erklärte, der Flughafen hätte unter den verlangten Bedingungen möglicherweise bis zu fünf Euro pro Passagier zuschießen müssen.
Die vereinbarten Konditionen und die Forderungen aus den Verhandlungen sind nicht vollständig öffentlich.
Neben Einsparungen bleibt die Entwicklung des Flugangebots eine wichtige Aufgabe für die Flughafenleitung. Mit dem Wegfall von Ryanair verliert Bremen unter anderem Direktverbindungen zu touristischen Zielen sowie die Anbindung an London-Stansted.
Die Verantwortlichen führen nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit anderen Fluggesellschaften, um wichtige Verbindungen möglichst wiederherzustellen. Gleichzeitig soll die Kostenstruktur des Airports dauerhaft verbessert werden.
Für die Beschäftigten steht damit eine Phase grundlegender Veränderungen bevor. Ob die Sanierung ausschließlich über organisatorische Anpassungen, natürliche Personalfluktuation und Einsparungen umgesetzt werden kann oder darüber hinaus Stellen wegfallen, ist bislang offen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu