TotalEnergies profitiert von stark gestiegenen Raffineriemargen

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der französische Energiekonzern TotalEnergies steuert nach einem außergewöhnlich starken Raffineriegeschäft auf ein ertragreiches drittes Quartal 2026 zu. Nach der am Donnerstag, 15. Oktober, veröffentlichten Zwischenmitteilung haben sich die wirtschaftlichen Bedingungen für die Verarbeitung von Rohöl deutlich verbessert. Die Raffineriemargen bei TotalEnergies entwickelten sich wesentlich stärker als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig erwartet der Konzern höhere Einnahmen aus dem Flüssiggasgeschäft und eine steigende Öl- und Gasproduktion. Hintergrund sind erhebliche Verwerfungen auf den internationalen Energiemärkten.

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Raffineriemargen steigen auf 33,2 Dollar je Barrel

Der von TotalEnergies verwendete europäische Raffinerieindikator erreichte im dritten Quartal durchschnittlich 33,2 US-Dollar je Barrel. Im zweiten Quartal hatte er noch bei 13,5 Dollar gelegen, im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es lediglich 8,4 Dollar. Damit hat sich der Wert gegenüber dem Vorjahr nahezu vervierfacht. Gleichzeitig erhöhte der Konzern die verarbeitete Rohölmenge gegenüber dem Vorquartal um zehn Prozent.

Für das Raffinerie- und Chemiegeschäft erwartet TotalEnergies deshalb einen um rund zwei Milliarden US-Dollar höheren operativen Cashflow als im zweiten Quartal. Auch der Handel mit Rohöl und Ölprodukten entwickelte sich nach Unternehmenseinschätzung weiterhin stark. Der Raffinerieindikator beschreibt allerdings eine rechnerische Marktspanne zwischen Rohölkosten und dem Wert daraus hergestellter Produkte. Er ist nicht mit dem tatsächlich erzielten Gewinn des Unternehmens gleichzusetzen.

Ölpreise sinken im Quartalsvergleich, Gaspreise steigen

Die internationalen Energiepreise entwickelten sich zwischen Juli und September unterschiedlich. Der durchschnittliche Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent lag im dritten Quartal bei 97,0 US-Dollar je Barrel. Im zweiten Quartal waren es 103,8 Dollar gewesen. Gegenüber dem Vorjahresquartal mit 69,1 Dollar blieb das Preisniveau allerdings deutlich erhöht.

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Auf dem europäischen Gasmarkt setzte sich dagegen der Preisanstieg fort. Der niederländische Referenzpreis TTF erreichte im Quartalsdurchschnitt 21,5 Dollar je Million britischer Wärmeeinheiten, nach 15,6 Dollar im Vorquartal. Auch TotalEnergies erzielte höhere Verkaufspreise für Erdgas und Flüssigerdgas. Der durchschnittliche LNG-Verkaufspreis stieg von 10,20 auf 12,28 Dollar je entsprechender Energieeinheit. Der Konzern erwartet deshalb eine deutliche Ergebnisverbesserung in seinem Flüssiggasgeschäft und verweist zusätzlich auf erfolgreiche Handelsaktivitäten.

TotalEnergies erwartet steigende Öl- und Gasproduktion

Auch bei der Förderung rechnet TotalEnergies mit einer Verbesserung. Die gesamte Öl- und Gasproduktion dürfte im dritten Quartal zwischen 2,45 und 2,50 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag erreicht haben. Ohne die Folgen des Konflikts im Nahen Osten erwartet das Unternehmen ein Produktionswachstum von mehr als vier Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit würde das Wachstum über der bisherigen Jahreszielmarke von drei Prozent liegen.

Der Konflikt im Nahen Osten beeinträchtigt nach Konzernschätzungen weiterhin rund fünf Prozent der gesamten Produktion. Die Auswirkungen fallen damit geringer aus als zuvor. Für die Stromsparte erwartet TotalEnergies ebenfalls zusätzliche Einnahmen. Der operative Cashflow des Bereichs Integrated Power soll unter anderem durch die Beteiligung am Gemeinschaftsunternehmen mit EPH auf 750 bis 800 Millionen Dollar steigen. Die genannten Werte sind vorläufige Schätzungen und noch keine endgültigen Quartalsergebnisse.

Engpässe bei Diesel belasten Europas Energiemarkt

Die hohen Raffineriemargen stehen in engem Zusammenhang mit den internationalen Lieferproblemen. Der Krieg mit Iran und die erheblichen Einschränkungen des Transports durch die Straße von Hormus haben den Handel mit Rohöl und verarbeiteten Kraftstoffen verändert. Gleichzeitig beeinträchtigen Ausfälle russischer und nahöstlicher Raffinerien die Versorgung mit Diesel und anderen Ölprodukten.

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur fehlten dem Weltmarkt im September gegenüber dem Vorjahr rund 1,3 Millionen Barrel Diesel und Gasöl pro Tag aus Russland und dem Nahen Osten. Andere Förder- und Raffineriestandorte konnten diese Ausfälle nur teilweise ausgleichen. Besonders betroffen sind die Märkte für Diesel und Flugkraftstoff. Die gestiegenen Produktpreise verbessern zwar die wirtschaftlichen Bedingungen für einzelne Raffinerien, erhöhen gleichzeitig aber die Kosten für Verbraucher und Unternehmen. Die Energieagentur rechnet damit, dass der Dieselmarkt bis weit in das Jahr 2027 angespannt bleiben könnte.

Was die Entwicklung für Benzin und Diesel bedeutet

Für Autofahrer in Deutschland sind die Zahlen vor allem deshalb relevant, weil hohe Preise für raffinierte Ölprodukte auch die Kraftstoffkosten beeinflussen. Nach einer Auswertung des ADAC vom 14. Oktober kostete ein Liter Super E10 bundesweit durchschnittlich 2,151 Euro. Für Diesel lag der Durchschnittspreis bei 2,247 Euro. Gegenüber der Vorwoche waren beide Kraftstoffsorten erneut teurer geworden.

Aus den steigenden Raffineriemargen lässt sich jedoch keine konkrete Preisänderung an deutschen Tankstellen ableiten. Die Endpreise hängen unter anderem von den internationalen Großhandelspreisen, Transportkosten, Steuern und dem Wettbewerb zwischen den Anbietern ab. Hinzu kommt, dass sich Rohölpreise und Preise für fertige Kraftstoffe unterschiedlich entwickeln können. Gerade diese Entwicklung prägt derzeit den europäischen Energiemarkt: Während einzelne Ölkonzerne von hohen Margen profitieren, bleibt die Versorgung mit wichtigen Kraftstoffen angespannt.

TotalEnergies-Aktie legt zu, endgültige Quartalszahlen folgen

An der Börse wurde die Aktie von TotalEnergies am Donnerstagmorgen höher gehandelt. An der Pariser Börse lag der Kurs am 15. Oktober um 9.02 Uhr laut ABC Bourse bei 81,00 Euro. Das entsprach einem Plus von 1,04 Prozent gegenüber dem Schlusskurs des Vortages von 80,17 Euro. Welchen Anteil die neuen Unternehmensangaben an dieser Kursbewegung hatten, lässt sich daraus allein nicht ableiten.

Die vollständigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal will TotalEnergies am 29. Oktober veröffentlichen. Erst dann wird sich genauer zeigen, wie sich die hohen Raffineriemargen, die gestiegenen Gaspreise und die Veränderungen in der Förderung auf den tatsächlichen Konzerngewinn ausgewirkt haben. Die bislang vorgelegte Zwischenmitteilung enthält vorläufige, nicht testierte Kennzahlen und Erwartungen des Unternehmens.

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