
Zwei Monate nach dem verheerenden Waldbrand im Hürtgenwald gibt es neue Erkenntnisse zur möglichen Ursache. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft Aachen ist das Feuer wahrscheinlich durch Fremdeinwirkung entstanden. Ob fahrlässiges Verhalten oder eine vorsätzliche Handlung dahintersteckt, ist weiterhin ungeklärt. Bislang wurde kein Tatverdächtiger ermittelt. Der Waldbrand im Hürtgenwald hatte im August insgesamt 339 Hektar Waldfläche erfasst und einen der größten Feuerwehreinsätze in Nordrhein-Westfalen seit Jahrzehnten ausgelöst.
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf zwei voneinander unabhängige Ausgangsorte des Feuers. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft besteht zwischen beiden Brandereignissen allerdings ein zeitlicher und räumlicher Zusammenhang. Welche Bedeutung dieser Zusammenhang für die Entstehung der Brände hat, ist bislang nicht abschließend geklärt.
Die Staatsanwaltschaft teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass nach dem bisherigen Ermittlungsstand von einer Fremdeinwirkung auszugehen sei. Eine vorsätzliche Brandlegung ist damit jedoch nicht nachgewiesen. Auch ein fahrlässig verursachtes Feuer kommt weiterhin infrage. Das Ermittlungsverfahren wird gegen Unbekannt geführt.
Bereits im September war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Aachen wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung ermittelt. Damals lagen noch keine abschließenden Erkenntnisse zur Brandentstehung vor. Die inzwischen vorgenommene Einordnung als mutmaßliche Fremdeinwirkung bedeutet keine Festlegung auf eine strafbare Handlung.
Die Suche nach der Ursache gestaltet sich weiterhin schwierig. Nach den jüngsten Angaben der Staatsanwaltschaft sind 177 Hinweise eingegangen. Keiner davon führte bislang zu einem Ermittlungsansatz von wesentlicher Bedeutung.
Auch die Auswertung von Funkzellendaten ist inzwischen abgeschlossen. Daraus ergaben sich nach Auskunft der Ermittlungsbehörde ebenfalls keine relevanten Erkenntnisse.
Einige mögliche Brandursachen konnten allerdings ausgeschlossen werden. So geht die Staatsanwaltschaft nicht davon aus, dass im Boden zurückgebliebene Munition aus dem Zweiten Weltkrieg das Feuer ausgelöst hat.
Für einen der beiden Brandursprünge wird außerdem ausgeschlossen, dass Gegenstände aus vorbeifahrenden Fahrzeugen den Brand verursacht haben. Die betreffende Stelle liegt in einem steilen Gelände, das weder unmittelbar an Straßen noch an Wegen liegt. Für die übrigen möglichen Entstehungsursachen gibt es bislang keine vergleichbare Eingrenzung.
Der Großbrand begann am 13. August 2026 in der Eifel. Zunächst wurde am Vormittag ein Feuer im Bereich der Wehebachtalsperre festgestellt. Am Nachmittag folgte ein weiterer Brand zwischen den Hürtgenwalder Ortsteilen Großhau und Gey. Die Flammen breiteten sich unter den damals herrschenden trockenen Bedingungen großflächig aus.
Die Landesregierung bezifferte die verbrannte Fläche in einem Bericht vom 18. September auf rund 339 Hektar. Davon entfielen etwa 121 Hektar auf Staatswald und 218 Hektar auf Privatwald. Nach Einschätzung des Landwirtschaftsministeriums handelte es sich um den mit Abstand größten Waldbrand des Landes seit Jahrzehnten.
Die vorläufige Flächenbilanz macht zugleich deutlich, dass nicht ausschließlich staatliche Forstflächen betroffen waren. Ein erheblicher Teil der Schäden entstand in privaten Waldbeständen. Die endgültige Bewertung der wirtschaftlichen Folgen ist bislang nicht abgeschlossen.
Während des Brandes erreichten die Flammen zeitweise eine bedrohliche Nähe zu Wohngebieten. Besonders betroffen war der Ortsteil Gey. Dort mussten rund 2.000 Menschen vorsorglich ihre Häuser und Wohnungen verlassen.
Die Bekämpfung des Feuers erforderte erhebliche personelle und technische Unterstützung. In der Hochphase waren nach Angaben der Landesregierung mehr als 1.800 Einsatzkräfte beteiligt. Zusätzlich kamen elf Hubschrauber zum Einsatz, von denen bis zu sieben gleichzeitig eingesetzt wurden.
Neben den Feuerwehren waren das Technische Hilfswerk, die Bundeswehr, die Polizei und Beschäftigte der Forstverwaltung beteiligt. Landwirte unterstützten unter anderem mit großen Wasserbehältern, die normalerweise in der Landwirtschaft verwendet werden.
Eine besondere Schwierigkeit stellte die Munitionsbelastung des Waldbodens dar. Wegen möglicher Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg konnten Einsatzkräfte bestimmte Bereiche nicht ohne Weiteres betreten. Hinzu kamen steile Geländeabschnitte und schwer erreichbare Brandflächen.
Forstmaschinen wurden eingesetzt, um Schutzstreifen anzulegen. Spezielle Löschfahrzeuge unterstützten die Brandbekämpfung im Gelände. Nachdem sich das Feuer schrittweise eindämmen ließ, konzentrierten sich die Einsatzkräfte auf verbliebene Glutnester. Am 20. August erklärten Feuerwehr und Gemeinde den Einsatz offiziell für beendet.
Das Feuer im Hürtgenwald war Teil einer außergewöhnlich schweren Waldbrandsaison. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministeriums wurden zwischen Jahresbeginn und dem 15. September insgesamt 62 Waldbrände mit einer betroffenen Gesamtfläche von rund 450 Hektar registriert.
Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 waren es 130 Waldbrände mit insgesamt 51,72 Hektar verbrannter Fläche. Damit lag die erfasste Brandfläche 2026 bereits Mitte September deutlich über dem Vorjahreswert, obwohl weniger einzelne Brände registriert worden waren.
Die meisten Feuer des Jahres 2026 blieben auf Flächen von weniger als einem Hektar begrenzt. Größere Schäden entstanden neben Hürtgenwald beispielsweise in Merzenich auf rund 20 Hektar und bei Sonsbeck auf etwa 11,5 Hektar.
Als wesentlichen Faktor für die hohe Waldbrandgefahr nennt das Ministerium die außergewöhnliche Trockenheit. Der Juli 2026 war mit durchschnittlich rund 20 Litern Niederschlag pro Quadratmeter nach Landesangaben der trockenste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Nordrhein-Westfalen.
Bis Mitte August waren etwa 94 Prozent der Landesfläche von ungewöhnlicher Trockenheit oder Dürre betroffen. Die ausgetrocknete Vegetation begünstigte die schnelle Ausbreitung von Bränden. Diese Witterungsbedingungen erklären das erhöhte Brandrisiko, erlauben aber keinen Rückschluss darauf, wodurch das Feuer im Hürtgenwald tatsächlich ausgelöst wurde.
Aus den Erfahrungen des Sommers sollen Konsequenzen für den Katastrophenschutz gezogen werden. Die Landesregierung setzt unter anderem auf regionale Waldbrandmanagementpläne, bessere Löschwasserversorgung und die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehren und Forstverwaltung.
Auch die technische Ausstattung wird erweitert. Anfang September übergab das Innenministerium das erste von acht neuen Waldbrandlöschfahrzeugen. Diese können jeweils rund 3.000 Liter Wasser transportieren und sind für Fahrten in schwierigem Gelände ausgelegt. Die weiteren Fahrzeuge sollen Anfang 2027 ausgeliefert werden.
Darüber hinaus sollen bestehende Systeme zur Früherkennung und regionale Vorsorgemaßnahmen weiterentwickelt werden. Für die Wiederbewaldung geschädigter Flächen stehen grundsätzlich Förderprogramme zur Verfügung. Die endgültigen Kosten der Waldschäden, ihrer Beseitigung und der Wiederaufforstung lassen sich bislang nicht vollständig beziffern.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu