
Wer im kommenden Winter Ski fahren möchte, muss in vielen beliebten Skigebieten erneut mit höheren Kosten rechnen. Die Skipasspreise 2026/27 liegen vielerorts über denen der vergangenen Saison. Besonders in Österreich und Deutschland haben mehrere Bergbahnbetreiber ihre Tarife angehoben. Zugleich werden die Unterschiede zwischen Tageskasse und Onlinebuchung größer. Je nach Skigebiet, Reisezeit und Buchungszeitpunkt können Wintersportler dadurch unterschiedlich viel für dieselbe Leistung bezahlen.
Eine Auswertung des Wintersportportals Snowplaza unterstreicht die Entwicklung. Für sechs Skitage in 36 untersuchten Skigebieten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Frankreich werden durchschnittlich 388 Euro verlangt. Im vergangenen Winter waren es 375 Euro. Der Anstieg beträgt nach Berechnung des Portals 3,4 Prozent. Berücksichtigt wurden reguläre Kassenpreise für Erwachsene, nicht die günstigsten Onlineangebote. Die Zahlen sind damit ein Vergleich ausgewählter Skigebiete und kein Durchschnitt sämtlicher Alpenregionen.
Auf der Zugspitze soll die Wintersaison am 27. November 2026 beginnen. Die Bayerische Zugspitzbahn verlangt für eine Tageskarte künftig 78 Euro an der Kasse. Wer das Ticket online erwirbt, zahlt 70,50 Euro und spart damit 7,50 Euro. Der Onlineverkauf für die Wintersaison soll Mitte November starten. Auch im benachbarten Skigebiet Garmisch-Classic gelten neue Preise. Dort kostet die Tageskarte 72 Euro an der Kasse und 69 Euro online. Die Zugspitz-Tageskarte umfasst auch die Bergfahrt und Talfahrt sowie die Gletscherbahn.
In den bayerischen Skigebieten abseits der Zugspitze fallen die Preise niedriger aus, steigen jedoch ebenfalls. Am Sudelfeld kostet die Tageskarte für Erwachsene in der Saison 2026/27 regulär 55 Euro. Für Kinder zwischen sechs und 15 Jahren werden 27 Euro berechnet. Zusätzlich fallen drei Euro Pfand für eine wiederaufladbare Chipkarte an. Auch im Alpenplus-Gebiet Spitzingsee-Tegernsee werden die Tageskarten teurer. Dort steigt der Erwachsenenpreis von 51 auf 53 Euro. Für das Sudelfeld und das Brauneck beträgt der Aufschlag jeweils zwei Euro gegenüber der vergangenen Saison.
Eine Ausnahme gibt es bei den Saisonkarten des Alpenplus-Verbunds. Diese bleiben gegenüber dem Vorjahr preislich unverändert. Erwachsene zahlen im Vorverkauf vom 15. Oktober bis zum 21. November 2026 insgesamt 465 Euro. Anschließend steigt der reguläre Preis auf 520 Euro. Die Saisonkarte gilt unter anderem am Brauneck, am Sudelfeld und am Spitzingsee.
In Österreich überschreiten mehrere bekannte Wintersportregionen inzwischen die Marke von 80 Euro für einen Skitag. Besonders hoch fallen die regulären Kassenpreise im Tiroler Skigebiet Sölden aus. Während der Topsaison vom 19. Dezember 2026 bis zum 6. Januar 2027 sowie vom 30. Januar bis zum 26. Februar 2027 kostet eine Tageskarte für Erwachsene 86,50 Euro. In der übrigen Hauptsaison werden 84,50 Euro verlangt, in der Vorsaison 81 Euro. Die Preise gelten für einen Skitag im Gebiet Sölden.
Am Arlberg beträgt der reguläre Tagespreis für Erwachsene in der Hauptsaison 85 Euro. Dieser Tarif gilt vom 19. Dezember 2026 bis zum 2. April 2027. In den günstigeren Wochen zu Beginn und Ende der Saison werden 80,50 Euro berechnet. Wer mehrere Tage bleibt, zahlt in der Hauptsaison für sechs Tage 468 Euro. In Ischgl und Samnaun kostet eine Tageskarte für Erwachsene in der Wintersaison 2026/27 regulär 83 Euro. Der Silvretta-Skipass für sechs Tage liegt dort bei 451 Euro.
Die Preissteigerungen unterscheiden sich allerdings deutlich zwischen den einzelnen österreichischen Regionen. In der Untersuchung von Snowplaza verteuerten sich die Sechstageskarten in den elf berücksichtigten österreichischen Gebieten durchschnittlich um 4,4 Prozent. Für Sölden weist der Vergleich einen Anstieg von 451 auf 478,50 Euro aus. Das entspricht einem Plus von 27,50 Euro für sechs Skitage in der Topsaison.
Auch in Südtirol unterscheiden sich die Ticketpreise nach Saisonzeit und Geltungsbereich. Im Skigebiet Val di Fiemme/Obereggen kostet eine Tageskarte für Erwachsene während der regulären Saison 67 Euro. In der Hochsaison sind es 74 Euro. Der Sechstagespass wird in der Hochsaison mit 371 Euro berechnet. Wer stattdessen das gesamte Gebiet von Dolomiti Superski nutzen möchte, benötigt einen entsprechend gültigen Verbundskipass. Dieser umfasst zwölf Skiregionen mit insgesamt rund 1.200 Pistenkilometern.
In der Schweiz liegen die nominellen Preise teilweise noch höher, werden allerdings in Schweizer Franken berechnet. In der Jungfrau Ski Region mit Grindelwald, Wengen und Mürren kostet ein Erwachsenenticket für einen Tag 79 Franken während der Nebensaison und 83 Franken in der Hochsaison. An Wochenenden gilt auch während der Nebensaison der höhere Tagespreis. Für Kinder zwischen sechs und 15 Jahren werden 38 Franken verlangt.
In Zermatt beginnt der veröffentlichte Preis für einen eintägigen Skipass bei 89 Franken. Dieser Mindesttarif gilt für bestimmte Zeiträume am Saisonanfang und Saisonende. Die tatsächlichen Preise hängen vom gewählten Datum und Ticket ab. Wer auch auf den italienischen Pisten rund um Cervinia fahren möchte, benötigt den internationalen Skipass, der ab 104 Franken für einen Tag angeboten wird. Ein Vergleich allein anhand des niedrigsten veröffentlichten Preises ist deshalb nur eingeschränkt aussagekräftig.
Hinter den Preisanpassungen stehen nach Angaben einzelner Betreiber höhere betriebliche Ausgaben. Die Bayerische Zugspitzbahn begründet ihre Anpassungen unter anderem mit gestiegenen Personal- und Energiekosten. Auch die Alpenplus-Betreiber verweisen auf höhere Kosten. Eine Rolle spielen dort insbesondere Treibstoffe sowie die Personalausgaben. Für die kommende Saison werden bei den Tageskarten Preissteigerungen zwischen etwa 3,5 und 4 Prozent genannt.
Daneben investieren Bergbahnen weiter in ihre Infrastruktur. Im Südtiroler Obereggen wird zur Saison 2026/27 beispielsweise eine bisherige Vierersesselbahn durch einen neuen Achter-Sessellift ersetzt. Dieser soll bis zu 2.800 Menschen pro Stunde befördern können. Hinzu kommen ein neuer Skilift und die Neugestaltung eines Kinderparks. Solche Projekte verdeutlichen den Investitionsbedarf moderner Wintersportgebiete. Ob und in welchem Umfang einzelne Investitionen in die jeweiligen Skipasspreise eingerechnet werden, lässt sich daraus allerdings nicht unmittelbar ableiten.
Während die regulären Kassenpreise steigen, bieten viele Skigebiete günstigere Möglichkeiten beim frühzeitigen Ticketkauf. Besonders deutlich ist der Unterschied an der Zugspitze, wo der Onlinepreis um 7,50 Euro unter dem Kassentarif liegt. In Sölden werden ebenfalls vergünstigte Onlinepreise angeboten. Dort müssen die Tickets allerdings mindestens fünf Tage vor dem ersten Skitag erworben werden, um die günstigeren Tarife nutzen zu können. Ab vier Tagen vor dem Gültigkeitsbeginn entspricht der Onlinepreis dem regulären Kassenpreis.
Dolomiti Superski setzt auf einen festen Frühbuchervorteil. Wer einen Tagespass oder Mehrtagesskipass mindestens zwei Tage vor dem ersten Gültigkeitstag online kauft und seine bestehende My Dolomiti Card wiederverwendet, erhält fünf Prozent Rabatt. Ohne Wiederverwendung der vorhandenen Karte reduziert sich der Nachlass auf drei Prozent. In der Schweizer Skiregion Arosa Lenzerheide wiederum werden die Onlinepreise abhängig vom Buchungszeitpunkt angeboten. Der Betreiber weist ausdrücklich darauf hin, dass frühe Buchungen günstiger sein können.
Der Vergleich der Skipasspreise wird dadurch anspruchsvoller. Neben dem Skigebiet entscheiden zunehmend die Zahl der Skitage, die Reisezeit und der Zeitpunkt des Kaufs über die tatsächlichen Kosten. Familienangebote, Ermäßigungen für Kinder und günstigere Nebensaisonzeiten können den Gesamtpreis zusätzlich verändern. Frühzeitig gebuchte Tickets sind allerdings häufig an feste Gültigkeitstage gebunden. Gerade bei unsicheren Schnee- und Wetterverhältnissen sollten Wintersportler deshalb auch die jeweiligen Umbuchungs- und Erstattungsbedingungen berücksichtigen.
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