
Die Bäckerei Kiess & Krause aus dem niedersächsischen Celle stellt ihren Geschäftsbetrieb zum 31. Mai 2027 vollständig ein. Damit endet die Geschichte eines Familienunternehmens, das seit 1971 besteht und heute in dritter Generation geführt wird. Von der Entscheidung sind zehn Verkaufsstandorte, die eigene Produktion und aktuell rund 120 Beschäftigte betroffen.
Die Inhaberfamilie gab die Entscheidung am Dienstag, 20. Oktober 2026, bekannt. Hintergrund seien vor allem veränderte wirtschaftliche Bedingungen, unter denen eine langfristige Fortführung des Betriebs erhebliche Investitionen erfordern würde.
Nach Angaben der Familie müssten unter anderem technische Anlagen, Produktionsabläufe und die Energieeffizienz modernisiert werden. Die dafür notwendigen finanziellen Verpflichtungen seien angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit zu großen Risiken verbunden.
Hinzu kämen Schwierigkeiten, ausreichend qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen und dauerhaft an das Unternehmen zu binden. Auch dadurch werde es komplizierter, die personellen und betrieblichen Voraussetzungen für eine Fortführung zu sichern.
Konkrete Angaben zur Höhe des Investitionsbedarfs machte das Unternehmen nicht.
Die geplante Schließung umfasst das gesamte Filialnetz sowie die Produktion. Neben mehreren Geschäften im Celler Stadtgebiet betreibt Kiess & Krause auch eine Filiale in Nienhagen. Zu den Standorten gehören das Hauptgeschäft an der Braunschweiger Heerstraße sowie das Kaffeehaus am Großen Plan in der Celler Innenstadt.
Für die rund 120 Beschäftigten bedeutet die Entscheidung, dass ihre bisherigen Arbeitsplätze von der Betriebseinstellung betroffen sind. Die Eigentümer kündigten an, die Belegschaft während der verbleibenden Monate zu informieren und zu begleiten. Einzelheiten zu möglichen Anschlussbeschäftigungen oder individuellen arbeitsrechtlichen Regelungen wurden zunächst nicht genannt.
Bis Ende Mai 2027 soll der Geschäftsbetrieb regulär weiterlaufen. Für Kunden bedeutet dies, dass die Geschäfte zunächst geöffnet bleiben und das bisherige Sortiment weiterhin angeboten werden soll.
Die Wurzeln von Kiess & Krause reichen bis ins Jahr 1971 zurück. Inzwischen wird das Unternehmen von Mitgliedern der dritten Generation geführt. Die Familie hatte die Bäckerei über mehrere Jahrzehnte zu einem Betrieb mit eigener Herstellung und mehreren Verkaufsstellen entwickelt.
Zum Angebot gehören neben Brot und Brötchen auch Konditoreiwaren und Torten. Auf ihrer Internetseite betont die Bäckerei ihre handwerkliche Produktion, darunter die Herstellung eigener Sauerteige.
Mit der angekündigten Schließung verschwindet somit nicht nur ein regionaler Anbieter von Backwaren. Auch eine über Jahrzehnte gewachsene Produktionsstruktur und ein Netz örtlicher Verkaufsstellen werden aufgegeben.
Die Entscheidung in Celle fällt in eine Zeit, in der sich das deutsche Bäckerhandwerk seit Jahren verändert. Nach Angaben des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks sank die Zahl der handwerklichen Bäckereibetriebe von 12.155 im Jahr 2015 auf 8.659 Ende 2025. Allein gegenüber 2024 entspricht dies einem Rückgang von 2,8 Prozent.
Gleichzeitig erreichte der Branchenumsatz 2025 rund 18,14 Milliarden Euro, ein Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Beschäftigten sank auf etwa 232.000 Menschen.
Die Entwicklung verdeutlicht, dass steigende Umsätze nicht automatisch mit einer wachsenden Zahl selbstständiger Bäckereien verbunden sind. Die durchschnittliche Betriebsgröße nimmt zu, während die Zahl der Unternehmen weiter zurückgeht.
Der Zentralverband verweist auf hohe Energie- und Personalkosten sowie bürokratische Belastungen. Zugleich gab es 2025 insgesamt 448 Neugründungen, den höchsten Wert seit 2018. Die Branche schrumpft damit bei der Zahl der Betriebe insgesamt, verzeichnet aber weiterhin neue Unternehmen.
Im Fall von Kiess & Krause steht bereits fest, wann dieser Prozess für den Familienbetrieb endet: Am 31. Mai 2027 sollen die letzten Verkaufstage und die eigene Produktion abgeschlossen sein.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu