Gebrauchtwagen werden günstiger, doch Elektroautos widersetzen sich dem Trend

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland entwickelt sich im dritten Quartal 2026 schwächer als im Vorjahr. Während professionelle Autohändler mehr Fahrzeuge anbieten, wechseln insgesamt weniger Autos den Besitzer. Gleichzeitig sind die durchschnittlichen Angebotspreise gesunken. Besonders auffällig ist jedoch eine gegenläufige Entwicklung: Gebrauchte Elektroautos werden stärker nachgefragt und teilweise deutlich teurer.

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Gebrauchtwagenmarkt 2026: Händler haben mehr Autos im Bestand

Die Bestände professioneller Händler auf der Verkaufsplattform AutoScout24 lagen im dritten Quartal 2026 um vier Prozent über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig sank die Zahl der Pkw-Besitzumschreibungen in Deutschland nach Angaben des Unternehmens um rund vier Prozent. Das geht aus dem aktuellen Marktbericht für die Monate Juli bis September hervor.

Damit stehen mehr Fahrzeuge zum Verkauf, während die Zahl der Halterwechsel zurückgeht. Für Autohändler bedeutet das eine anspruchsvollere Marktsituation, weil sie ihre Bestände an die veränderte Nachfrage anpassen müssen.

Auch die amtlichen Zulassungsdaten bestätigen den Rückgang. Nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand auf Grundlage des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden im September 533.447 Pkw auf einen neuen Halter umgeschrieben. Das waren 4,8 Prozent weniger als im September 2025. Gegenüber August 2026 stieg die Zahl dagegen um 6,2 Prozent.

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In den ersten neun Monaten des Jahres wurden insgesamt 4.806.866 Pkw-Besitzumschreibungen registriert. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang um 2,9 Prozent.

Durchschnittspreise liegen rund 1.100 Euro unter dem Höchststand

Die schwächere Marktentwicklung macht sich auch bei den Preisen bemerkbar. Im September wurden Gebrauchtwagen auf AutoScout24 für durchschnittlich rund 26.878 Euro angeboten. Gegenüber dem bisherigen Jahreshöchststand im Februar entspricht das einem Rückgang von etwa 1.100 Euro beziehungsweise vier Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal lagen die durchschnittlichen Angebotspreise zwischen Juli und September rund zwei Prozent niedriger. Die Fahrzeuge wurden damit im Durchschnitt günstiger inseriert, obwohl die Preise im September gegenüber August mit einem Plus von 0,1 Prozent nahezu unverändert blieben.

Allerdings handelt es sich dabei um die aufgerufenen Preise in Verkaufsanzeigen. Welche Summen Käufer tatsächlich bezahlen, lässt sich daraus nicht unmittelbar ableiten. Auch Veränderungen bei Alter, Ausstattung und Zusammensetzung der angebotenen Fahrzeuge können den Durchschnittspreis beeinflussen.

Zugleich hat sich die Vermarktungsdauer im Jahresverlauf verändert. Seit Mai steigen die Standzeiten wieder. Im September waren Gebrauchtwagen durchschnittlich 56 Tage inseriert. Das waren allerdings noch zwei Tage weniger als im entsprechenden Vorjahresmonat.

Benziner und Diesel verlieren, gebrauchte Elektroautos legen zu

Bei den verschiedenen Antriebsarten entwickeln sich die Gebrauchtwagenverkäufe unterschiedlich. Besonders deutlich sind die Rückgänge bei Fahrzeugen mit klassischen Verbrennungsmotoren.

Im September wurden nach den vom Kraftfahrt-Bundesamt erfassten Zahlen acht Prozent weniger Benziner umgeschrieben als ein Jahr zuvor. Bei Dieselautos lag der Rückgang sogar bei 11,1 Prozent. Beide Antriebsarten machen weiterhin rund 81 Prozent der Pkw-Besitzumschreibungen aus.

Anders sieht es bei elektrifizierten Fahrzeugen aus. Gebrauchte reine Elektroautos verzeichneten im September ein Plus von 36,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei Plug-in-Hybriden stieg die Zahl der Halterwechsel um 10,6 Prozent, bei anderen Hybridfahrzeugen um 12,8 Prozent.

Die Zuwächse können die Rückgänge bei Benzinern und Dieseln jedoch nicht ausgleichen. Trotz des wachsenden Interesses bleiben Elektroautos im deutschen Gebrauchtwagenmarkt deutlich weniger verbreitet als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Gebrauchte E-Autos kosten inzwischen durchschnittlich 39.006 Euro

Bei den Elektroautos zeigt sich nicht nur eine stärkere Nachfrage, sondern auch eine andere Preisentwicklung. Während die durchschnittlichen Gebrauchtwagenpreise im dritten Quartal sanken, verteuerten sich elektrische Gebrauchtfahrzeuge auf AutoScout24 gegenüber dem Vorjahresquartal um rund zehn Prozent.

Im September lag ihr durchschnittlicher Angebotspreis bei 39.006 Euro. Gegenüber August entsprach dies einem Anstieg um 2,1 Prozent. Damit waren gebrauchte Elektroautos im Durchschnitt erheblich teurer als Benzin- und Dieselfahrzeuge.

Für Benziner wurden im September durchschnittlich 23.944 Euro verlangt, für Dieselmodelle 26.991 Euro. Hybridfahrzeuge lagen mit 37.425 Euro ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt des gesamten Gebrauchtwagenangebots.

Auch bei den Kaufanfragen gab es im September eine deutliche Verschiebung. Die Nachfrage nach gebrauchten Elektroautos auf AutoScout24 stieg gegenüber August um 26,8 Prozent, während das entsprechende Angebot um 1,2 Prozent zurückging.

Hinter diesen Durchschnittswerten stehen allerdings unterschiedliche Fahrzeugmodelle und Preisklassen. Auch bei gebrauchten Elektroautos gibt es sowohl Modelle mit steigenden als auch solche mit rückläufigen Angebotspreisen.

Auch im europäischen Gebrauchtwagenhandel sinken die Preise

Die Preisentwicklung ist nicht allein auf den deutschen Markt und die Angebote von AutoScout24 beschränkt. Auch die europaweit tätige AUTO1 Group registrierte zuletzt niedrigere Gebrauchtwagenpreise.

Ihr Preisindex sank im September um 2,3 Prozent gegenüber August. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag er 4,9 Prozent niedriger. Gegenüber Juni 2026, dem Ende des zweiten Quartals, erreichte der Rückgang 5,2 Prozent.

Besonders stark fiel die Entwicklung bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor aus. Der Preisindex für Benziner sank im dritten Quartal um 5,6 Prozent, bei Dieselautos waren es 6,3 Prozent. Batterieelektrische Fahrzeuge verteuerten sich dagegen gegenüber Juni um 1,8 Prozent.

Die AUTO1 Group wertet eigene Handelsdaten aus. Ihr Preisindex unterscheidet sich deshalb methodisch von den durchschnittlichen Inseratspreisen bei AutoScout24. Beide Erhebungen zeigen jedoch einen Preisrückgang bei konventionell angetriebenen Gebrauchtwagen und eine gegenläufige Entwicklung bei Elektroautos.

Größere Auswahl bedeutet nicht automatisch niedrigere Kaufpreise

Für Gebrauchtwageninteressenten ergibt sich damit ein uneinheitliches Bild. Zwar sind die durchschnittlichen Angebotspreise gegenüber dem Frühjahr gefallen und professionelle Händler bieten mehr Fahrzeuge an. Wie stark einzelne Käufer davon profitieren, hängt jedoch unter anderem von Modell, Alter, Laufleistung und Antriebsart ab.

Gerade bei Elektroautos steht der allgemeinen Preisentwicklung eine wachsende Nachfrage gegenüber. Die deutlich höheren Durchschnittspreise zeigen zugleich, dass elektrische Gebrauchtwagen weiterhin in einer anderen Preisklasse liegen als viele klassische Benzin- und Dieselfahrzeuge.

Für den Handel verschärft sich die Aufgabe, das Fahrzeugangebot auf die tatsächlichen Kaufinteressen abzustimmen. Während sich bei Verbrennern größere Bestände und rückläufige Halterwechsel gegenüberstehen, entwickelt sich das Geschäft mit gebrauchten Elektroautos dynamischer. Damit wächst die Bedeutung der unterschiedlichen Antriebsarten für die weitere Entwicklung des deutschen Gebrauchtwagenmarktes.

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