Italien plant neue Panzerflotte: Milliardenauftrag für Rheinmetall noch offen

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Italien will seine Streitkräfte mit neuen Kampf- und Schützenpanzern ausstatten. Für das Gemeinschaftsunternehmen der Rüstungskonzerne Rheinmetall und Leonardo steht möglicherweise ein weiterer Großauftrag an. Nach Informationen der italienischen Wirtschaftszeitung Milano Finanza sollen zwei Aufträge im Gesamtwert von 3,7 Milliarden Euro vergeben worden sein. Eine offizielle Bestätigung für die Unterzeichnung der Verträge lag zunächst nicht vor.

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Rheinmetall und Leonardo sollen 78 Panzerfahrzeuge liefern

Der mögliche Panzerauftrag in Italien betrifft zwei große Beschaffungsprogramme des italienischen Heeres. Nach Angaben von Milano Finanza vom 22. Oktober umfasst das gemeldete Auftragsvolumen 48 gepanzerte Kettenfahrzeuge für das Army Armoured Combat System (A2CS) sowie 30 neue Kampfpanzer aus dem Programm New Main Battle Tank (NMBT).

Die Schützenpanzer sollen auf dem Lynx KF41 von Rheinmetall basieren. Als technische Grundlage für den neuen Kampfpanzer ist der Panther KF51 vorgesehen. Leonardo bringt unter anderem eigene Elektronik und Waffensysteme in die Entwicklung ein. Beide Hersteller arbeiten dabei über ihr gemeinsames Unternehmen Leonardo Rheinmetall Military Vehicles (LRMV) zusammen.

Leonardo-Chef Lorenzo Mariani konnte die Unterzeichnung der neuen Verträge am Donnerstag nicht bestätigen. Er erklärte in Rom, dass entsprechende Mitteilungen mit den Auftraggebern abgestimmt werden müssten. Rheinmetall lehnte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters eine Stellungnahme ab. Zugleich machte Mariani deutlich, dass die Unternehmen aus industrieller Sicht bereit seien, die Produktion aufzunehmen.

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Erster Auftrag über 21 Schützenpanzer bereits vergeben

Die deutsch-italienische Zusammenarbeit hat bereits eine vertragliche Grundlage. Am 5. November 2025 bestätigten Leonardo und Rheinmetall einen ersten Auftrag der italienischen Rüstungsdirektion über 21 Schützenpanzer.

Vorgesehen sind fünf Lynx KF41 mit dem Lance-Turm von Rheinmetall sowie 16 weitere Fahrzeuge mit dem Hitfist-Turm von Leonardo. Der Vertrag umfasst außerdem Ausbildungs- und Simulationssysteme sowie eine Option auf 30 zusätzliche Fahrzeuge.

Ob diese Option mit den jetzt gemeldeten Aufträgen zusammenhängt, war zunächst nicht geklärt.

Italiens Parlament befasste sich bereits 2024 mit dem Panzerprogramm

Die grundlegenden Beschaffungspläne reichen mehrere Jahre zurück. Bereits im Herbst 2024 befassten sich die zuständigen Ausschüsse des italienischen Parlaments mit einem langfristigen Programm zur Erneuerung der schweren Panzerfahrzeuge.

Das Programm sieht bis zu 132 neue Kampfpanzer und 140 weitere gepanzerte Fahrzeuge in Spezialausführungen vor. Dazu gehören unter anderem Bergefahrzeuge, Brückenlegepanzer und technische Unterstützungsfahrzeuge.

Die damaligen Planungsunterlagen bezifferten die Gesamtkosten dieses Kampfpanzerprogramms auf rund 8,25 Milliarden Euro. Für eine erste Phase waren 5,51 Milliarden Euro aus bereits verfügbaren Haushaltsmitteln vorgesehen. Die restliche Finanzierung sollte durch spätere Entscheidungen erfolgen. Die zuständigen Parlamentsausschüsse gaben 2024 positive Stellungnahmen ab.

Ein neuer Parlamentsbeschluss, der ausdrücklich die nun gemeldeten Aufträge über 3,7 Milliarden Euro betrifft, war zunächst nicht bestätigt. Die früheren Finanzierungsentscheidungen sind daher nicht mit einer neuen Vertragsvergabe gleichzusetzen.

Modernisierung umfasst mehr als 1.000 weitere Fahrzeuge

Neben den Kampfpanzern plant Italien eine umfassende Erneuerung seiner gepanzerten Infanteriefahrzeuge. Allein das A2CS-Programm sieht nach Angaben von Rheinmetall die Beschaffung von insgesamt 1.050 Fahrzeugen vor. Diese sollen die bisherigen Fähigkeiten des italienischen Heeres modernisieren und einen Teil der älteren Fahrzeuge ersetzen.

Für Rheinmetall und Leonardo ist die Zusammenarbeit auch industriepolitisch bedeutend. Beide Unternehmen halten jeweils 50 Prozent an LRMV. Der rechtliche Sitz befindet sich in Rom, die operative Zentrale im norditalienischen La Spezia.

Nach der vereinbarten industriellen Arbeitsteilung sollen 60 Prozent der Aktivitäten in Italien stattfinden. Dazu gehören Teile der Entwicklung und Produktion sowie Systemintegration, Tests und logistische Unterstützung.

Rüstungsprogramme mit einem Volumen von mehr als 23 Milliarden Euro

Rheinmetall beziffert das wirtschaftliche Gesamtvolumen der Programme für neue Kampfpanzer und gepanzerte Infanteriefahrzeuge auf mehr als 23 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich um langfristig geplante Beschaffungen und nicht um bereits vollständig vergebene Aufträge.

Während der neue Kampfpanzer für die italienische Armee entwickelt wird, soll der Lynx als Grundlage für unterschiedliche Fahrzeugvarianten dienen. Rheinmetall nennt für das A2CS-Programm einen Planungshorizont bis 2040.

Der nun gemeldete Panzerauftrag für Rheinmetall und Leonardo könnte einen weiteren Schritt in der Umsetzung dieser Programme darstellen. Ob die beiden neuen Verträge tatsächlich bereits unterzeichnet wurden und wann die entsprechenden Fahrzeuge ausgeliefert werden sollen, war zunächst nicht offiziell bestätigt.

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