BASF soll Evonik-Offerte erhöhen und verspricht Jobsicherheit

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Chemiekonzern BASF soll sein Angebot für den Essener Konkurrenten Evonik deutlich aufgestockt haben. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters und des Handelsblatts bietet das Unternehmen aus Ludwigshafen inzwischen 24 Euro je Evonik-Aktie. Das würde einem Kaufpreis von rund 11,2 Milliarden Euro entsprechen. Beide Medien berufen sich auf mit den Verhandlungen vertraute Personen. Eine offizielle Bestätigung für den erhöhten Preis lag bis Sonntag, 25. Oktober 2026, nicht vor.

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BASF soll nach erster Ablehnung mehr Geld bieten

Bereits Ende September hatte BASF eine mögliche Übernahme von Evonik ins Gespräch gebracht. Am 25. September bestätigte der Konzern offiziell Sondierungen mit Evonik und der RAG-Stiftung. Evonik erklärte seinerseits, eine unverbindliche Ansprache zu einem möglichen öffentlichen Übernahmeangebot erhalten zu haben.

Der erste Preisvorschlag soll bei 22,15 Euro je Aktie gelegen haben. Daraus ergab sich ein Eigenkapitalwert von rund 10,3 Milliarden Euro. Nach Informationen von Reuters hatte die Evonik-Führung diese Offerte als zu niedrig zurückgewiesen. Mit dem nun gemeldeten Betrag würde BASF sein bisheriges Angebot um rund 900 Millionen Euro erhöhen.

Ob die neue Offerte ausreicht, um eine Einigung zu erreichen, ist offen. Ein verbindliches öffentliches Übernahmeangebot wurde bislang nicht bekannt gegeben.

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BASF-Chef verspricht Schutz vor Kündigungen bis 2032

Parallel zu den finanziellen Angeboten wirbt BASF-Chef Markus Kamieth um die Beschäftigten. In einer am Donnerstag, 22. Oktober, veröffentlichten Videobotschaft kündigte er an, bei einem Zusammenschluss die bestehenden Standortvereinbarungen von Evonik zu übernehmen. Damit sollen betriebsbedingte Kündigungen bis 2032 ausgeschlossen bleiben. Auch Tarifverträge und die Zusammenarbeit mit Arbeitnehmervertretungen sollen bestehen bleiben.

Darüber hinaus stellte Kamieth wichtige Unternehmensfunktionen und mindestens ein Vorstandsressort für Essen beziehungsweise Nordrhein-Westfalen in Aussicht. BASF könne sich außerdem vorstellen, die Chemieparks in Marl und Wesseling weiterzubetreiben. Evonik plant bislang, den Betreiber Syneqt zu verkaufen. Dort arbeiten rund 3.500 Menschen.

Die Beschäftigungszusagen stehen im Zusammenhang mit einer möglichen Übernahme. Bereits im September hatte Evonik unabhängig davon angekündigt, weltweit rund 3.200 Stellen im Rahmen seines Umbauprogramms abzubauen. Betriebsbedingte Beendigungskündigungen schließt das Unternehmen dabei ebenfalls aus.

RAG-Stiftung spielt entscheidende Rolle

Von besonderer Bedeutung ist die Position der RAG-Stiftung. Sie hält nach eigenen Angaben vom September rund 43,8 Prozent der Evonik-Aktien und ist damit der größte Anteilseigner.

Die Stiftung finanziert aus ihren Erträgen langfristige Aufgaben des ehemaligen deutschen Steinkohlebergbaus. Dazu gehören insbesondere die Grubenwasserhaltung und weitere Maßnahmen zum Schutz von Grundwasser und ehemaligen Bergbauflächen.

Das Kuratorium der RAG-Stiftung hatte sich bereits am 9. Oktober über die Übernahmepläne informieren lassen. Eine öffentliche Festlegung auf einen Verkauf erfolgte nicht. Auch zu dem inzwischen gemeldeten höheren Angebot gab es zunächst keine bestätigte Entscheidung.

Evonik soll selbst US-Konzern Ashland prüfen

Während BASF um Evonik wirbt, beschäftigt sich der Spezialchemiekonzern nach Informationen des Handelsblatts selbst mit einem möglichen größeren Zukauf. Im Mittelpunkt steht demnach das US-Unternehmen Ashland, das ebenfalls in der Spezialchemie tätig ist.

Laut Reuters begann Evoniks Interesse an Ashland bereits vor dem Übernahmevorstoß von BASF. Eine offizielle Bestätigung für konkrete Kaufverhandlungen oder ein verbindliches Angebot liegt nicht vor.

Unabhängig davon verfolgt Evonik eine internationale Wachstumsstrategie. Das Unternehmen hatte im September angekündigt, seine Aktivitäten insbesondere in Amerika und Asien auszubauen und die regionale Verteilung seines Geschäfts ausgewogener zu gestalten.

Möglicher Zusammenschluss hätte internationale Bedeutung

Eine Übernahme von Evonik würde die deutsche Chemieindustrie erheblich verändern. BASF zählt zu den größten Chemiekonzernen der Welt und ist stark in der Grundstoffchemie sowie in verschiedenen Spezialgeschäften vertreten. Evonik konzentriert sich unter anderem auf Hochleistungskunststoffe, Zusatzstoffe und Spezialprodukte für industrielle Anwendungen.

Kamieth begründet den angestrebten Zusammenschluss mit zunehmender Konkurrenz aus Asien und dem Nahen Osten. Zugleich stehen europäische Chemieunternehmen unter Druck durch hohe Kosten, schwache Nachfrage und den Umbau industrieller Produktionsstrukturen.

Ob BASF und Evonik tatsächlich zusammenfinden, hängt neben einer Einigung über den Kaufpreis auch von den Entscheidungen der beteiligten Unternehmen und Aktionäre ab. Die mögliche Transaktion befindet sich weiterhin in einer offenen Phase.

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