
Die Zukunft der insolventen Supermarktkette Feneberg ist weiterhin nicht vollständig geklärt. Der Handelskonzern Rewe will 35 Feneberg-Märkte im Allgäu und angrenzenden Regionen übernehmen. Das Kartellamt prüft die Übernahme in einem vertieften Verfahren. Die Prüffrist läuft bis zum 16. Dezember 2026. Eine Genehmigung für den geplanten Einstieg lag am Sonntag, 25. Oktober, noch nicht vor.
Rewe und Feneberg schlossen Anfang Juli gemeinsam mit der LEH Allgäu GmbH eine Investorenvereinbarung. Danach sollen die ursprünglich 72 Filialen der Handelskette auf zwei voneinander unabhängige Betreiber verteilt werden. Rewe meldete am 16. Juli den Erwerb von 35 Standorten beim Bundeskartellamt an. Das Verfahren trägt das Aktenzeichen B4-35/26.
Die übrigen Märkte und die Unternehmenszentrale in Kempten sollen an die LEH Allgäu GmbH des Unternehmers Alexander Pade gehen. Die Gesellschaft will die Traditionsmarke Feneberg und das regionale Lebensmittelprogramm „VonHier“ fortführen. Rewe plant zusätzlich die Übernahme der Landbäckerei Sinz in Durach.
Die Übernahme der Feneberg-Märkte ist Teil des Sanierungskonzepts für das seit dem 1. April 2026 laufende Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Der Gläubigerausschuss hat die Investorenlösung unterstützt. Für die Umsetzung sind jedoch weitere Zustimmungen erforderlich.
Das ursprünglich geplante Filialnetz hat sich inzwischen verkleinert. Ende August wurden fünf Standorte dauerhaft geschlossen. Betroffen waren die Märkte in Altusried, Bodnegg und Baindt sowie Filialen in der Augsburger City-Galerie und im Rigi-Center in Peißenberg.
Damit verringerte sich die Zahl der Feneberg-Filialen von 72 auf 67. Welche der geschlossenen Standorte ursprünglich für Rewe beziehungsweise die LEH Allgäu vorgesehen waren, blieb zunächst offen. Deshalb steht auch die endgültige Zahl der künftig von Rewe betriebenen Filialen noch nicht fest.
Feneberg wurde 1947 gegründet und gehört zu den traditionsreichen Lebensmittelhändlern Süddeutschlands. Das Unternehmen mit Sitz in Kempten beschäftigte vor der Neustrukturierung rund 3.000 Menschen.
Die Arbeitsplätze bei Feneberg sollen nach dem Investorenkonzept möglichst weitgehend erhalten bleiben. Rewe hat angekündigt, dass für die Beschäftigten der übernommenen Märkte die bisherigen Arbeitsverträge unverändert fortgelten sollen. Auch die LEH Allgäu GmbH plant eine entsprechende Fortführung der Arbeitsverhältnisse.
Für die Beschäftigten der fünf bereits geschlossenen Filialen hatte Feneberg Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten in anderen Märkten angekündigt. Betriebsbedingte Kündigungen sollten dadurch vermieden werden.
Die Wettbewerbskontrolle betrifft einen ohnehin stark konzentrierten Markt. Nach Angaben des Bundeskartellamts vereinen Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland mehr als 90 Prozent des bundesweiten Lebensmittelumsatzes auf sich.
Bei der geplanten Feneberg-Übernahme geht es insbesondere darum, welche Auswirkungen zusätzliche Rewe-Standorte auf den regionalen Wettbewerb hätten. Hinzu kommt die geplante Belieferung des künftig eigenständig betriebenen Feneberg-Teils durch Rewe. Auch diese Verbindung ist für die Bewertung der Marktverhältnisse relevant.
Dass die Behörde Übernahmen im Lebensmittelhandel begrenzen kann, zeigte sich erst am 14. Oktober: Rewe erhielt die Erlaubnis zum Erwerb von 38 Tegut-Märkten, musste aber auf zwei weitere Standorte für vier Jahre verzichten.
Für Feneberg stehen mehrere Entscheidungen aus. Das Bundeskartellamt kann die geplante Übernahme freigeben, an Bedingungen knüpfen oder untersagen. Für die Kunden ist vor allem entscheidend, welche Supermärkte künftig unter dem Namen Feneberg weitergeführt werden und welche zu Rewe wechseln.
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