Stromumlagen steigen deutlich: Was sich 2027 für Haushalte ändert

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Auf Stromkunden in Deutschland kommen 2027 höhere Umlagen zu. Die drei bundesweiten Stromumlagen steigen zusammen um 22,9 Prozent auf 3,621 Cent je Kilowattstunde. Das geht aus den am Montag, 26. Oktober 2026, veröffentlichten Berechnungen der vier Übertragungsnetzbetreiber hervor. Auch bei den Netzentgelten zeichnet sich eine zusätzliche Belastung ab. Wie stark die Stromrechnung insgesamt steigt, hängt jedoch vom jeweiligen Tarif und den regionalen Netzgebühren ab.

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Diese drei Stromumlagen werden 2027 teurer

Besonders deutlich fällt der Anstieg beim Aufschlag für besondere Netznutzung aus. Er finanziert unter anderem den Ausgleich bestimmter Netzkosten und Entlastungen einzelner Stromverbraucher sowie Mehrkosten durch die Integration erneuerbarer Energien. Auch die Umlage für die Anbindung von Windparks auf See steigt kräftig.

Die von den Übertragungsnetzbetreibern veröffentlichten Werte für regulär belastete Stromverbraucher im Überblick:

Umlage20262027
Besondere Netznutzung1,559 ct/kWh2,027 ct/kWh
Offshore-Netzumlage0,941 ct/kWh1,143 ct/kWh
KWKG-Umlage0,446 ct/kWh0,451 ct/kWh
Gesamt2,946 ct/kWh3,621 ct/kWh

Die KWKG-Umlage zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung verändert sich damit kaum. Den größten Beitrag zum Gesamtanstieg liefert die besondere Netznutzung, deren Umlagesatz um rund 30 Prozent zunimmt.

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Bundeszuschuss für Stromnetze soll sinken

Parallel zu den Umlagen verändern sich die Kosten für den Stromtransport. Die Bundesregierung plant, den Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten von 6,5 Milliarden Euro im Jahr 2026 auf jährlich 5,525 Milliarden Euro für die Jahre 2027 bis 2029 zu reduzieren.

Die Übertragungsnetzbetreiber haben bereits am 1. Oktober vorläufige Netzentgelte veröffentlicht. Demnach steigt das durchschnittliche Entgelt auf Höchst- und Umspannungsebene von 2,86 auf 3,54 Cent je Kilowattstunde. Ohne den vorgesehenen Bundeszuschuss würde es nach ihren Berechnungen bei 6,52 Cent liegen.

Die Finanzierung ist allerdings noch nicht endgültig gesetzlich abgesichert. Der Bundestag hat den entsprechenden Gesetzentwurf am 8. Oktober erstmals beraten. Sollte bis zum 7. Dezember keine Rechtssicherheit bestehen, rechnen die Übertragungsnetzbetreiber mit höheren endgültigen Netzentgelten. Auch der veröffentlichte Aufschlag für besondere Netznutzung steht unter diesem Vorbehalt.

Was höhere Stromumlagen für Haushalte bedeuten

Für die Stromumlagen 2027 ergibt sich gegenüber 2026 rechnerisch eine zusätzliche Belastung von 0,675 Cent je Kilowattstunde vor Umsatzsteuer.

Bei einem beispielhaften Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden entspricht das rund 27 Euro netto beziehungsweise 32 Euro inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer. Voraussetzung ist, dass die höheren Umlagen vollständig an die Kunden weitergegeben werden und alle anderen Preisbestandteile unverändert bleiben.

Hinzu kommen mögliche Veränderungen der regionalen Netzentgelte. Das Vergleichsportal Verivox erwartet auf Grundlage bereits veröffentlichter Preisblätter einen durchschnittlichen Anstieg um 1,9 Prozent. Für einen Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch entspräche das etwa acht Euro zusätzlichen Kosten im Jahr. Regional sind sowohl stärkere Erhöhungen als auch Entlastungen möglich.

Gesamtstrompreis hängt weiterhin vom Anbieter ab

Die Umlagen machen nur einen Teil des Strompreises aus. Weitere Bestandteile sind die Strombeschaffung, der Vertrieb, Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben. Die 2022 abgeschaffte EEG-Umlage wird weiterhin nicht auf den Stromverbrauch erhoben.

Deshalb bedeutet ein Anstieg der drei Stromumlagen um 22,9 Prozent nicht, dass auch der gesamte Strompreis um diesen Prozentsatz steigt. Niedrigere Beschaffungskosten oder Veränderungen anderer Preisbestandteile können die zusätzlichen Belastungen teilweise oder vollständig ausgleichen.

Verbraucher sollten deshalb insbesondere Preisänderungsmitteilungen ihrer Stromanbieter prüfen. Bei einer angekündigten Preiserhöhung besteht grundsätzlich ein Sonderkündigungsrecht, wobei je nach vertraglicher Preisanpassungsregelung Ausnahmen möglich sind. Haushaltskunden müssen in der Regel mindestens einen Monat vor einer Preisänderung informiert werden.

Wie sich der Strompreis 2027 tatsächlich entwickelt, wird somit nicht allein durch die jetzt veröffentlichten Umlagen bestimmt. Entscheidend sind auch die endgültigen Netzentgelte und die Preisgestaltung der Energieversorger.

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