HSV fehlen sechs Profis: Zwei fallen länger aus

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Der Hamburger SV muss innerhalb weniger Tage weitere personelle Rückschläge verkraften. Mit Fabio Vieira und Bilal Nadir fallen zwei Mittelfeldspieler für mehrere Wochen aus. Beide haben sich Muskelverletzungen im Oberschenkel zugezogen. Bei Nadir ist zusätzlich eine Sehne betroffen. Zusammen mit weiteren Ausfällen fehlen Trainer Merlin Polzin derzeit sechs Profis aus gesundheitlichen Gründen. Die Verletzungen beim HSV treffen vor allem das zentrale Mittelfeld, das bereits auf Kapitän Nicolai Remberg verzichten muss.

Anzeige

Die Diagnosen für Vieira und Nadir bestätigte der Bundesligist am Montag, 26. Oktober 2026. Beide Spieler hatten sich zwei Tage zuvor bei der Auswärtspartie gegen den SC Paderborn verletzt. Untersuchungen mittels Magnetresonanztomografie im Athleticum am Volkspark ergaben anschließend das Ausmaß der Beschwerden.

Fabio Vieira und Bilal Nadir fehlen mehrere Wochen

Besonders schwer wiegt der Ausfall von Fabio Vieira. Der 26 Jahre alte Portugiese gehört zu den wichtigsten Offensivspielern des Hamburger SV und übernimmt im zentralen Mittelfeld eine wichtige Rolle bei der Spielgestaltung.

Vieira war erst Anfang September fest vom englischen Premier-League-Club FC Arsenal verpflichtet worden, nachdem er bereits in der vergangenen Saison auf Leihbasis für Hamburg gespielt hatte. Damals erzielte er sieben Tore und bereitete fünf weitere Treffer in der Bundesliga vor. Damit war er der erfolgreichste Scorer des HSV.

Anzeige

Sportdirektor Claus Costa hatte bei der Verpflichtung Anfang September hervorgehoben, dass Vieira dem Hamburger Spiel besondere technische und kreative Möglichkeiten eröffne. Auch Sportvorständin Kathleen Krüger betonte damals die Bedeutung seiner langfristigen Bindung an den Verein.

Nun muss der HSV mehrere Wochen auf seinen Spielmacher verzichten. Ein konkretes Datum für seine Rückkehr nannte der Verein zunächst nicht.

Auch Bilal Nadir steht vor einer längeren Unterbrechung. Der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler kam im Sommer von Olympique Marseille nach Hamburg. In der laufenden Saison absolvierte er bis zu seiner Verletzung fünf Pflichtspiele, zuletzt gehörte er zweimal zur Startelf.

Bei Nadir wurde neben der Muskelverletzung im Oberschenkel eine Beteiligung der Sehne festgestellt. Der HSV geht deshalb davon aus, dass er länger ausfallen wird als Vieira. Eine genaue Dauer lässt sich daraus bislang nicht ableiten.

Trainer Merlin Polzin erklärte am Montag, dass beide Spieler von ihren Verletzungen erheblich mitgenommen seien. Für den HSV bedeutet der Ausfall des Duos einen weiteren Verlust an Möglichkeiten im ohnehin geschwächten Mittelfeld.

Kapitän Nicolai Remberg fällt monatelang aus

Schon vor den jüngsten Verletzungen musste der Hamburger SV auf seinen Mannschaftskapitän Nicolai Remberg verzichten. Der 26-Jährige erlitt am 10. Oktober im Bundesligaspiel gegen die TSG Hoffenheim einen Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie.

Der Verein bestätigte die Diagnose am folgenden Tag. Remberg musste operiert werden und wird mehrere Monate fehlen. Ein genauer Termin für seine Rückkehr wurde nicht genannt.

Remberg war im Sommer 2025 von Holstein Kiel nach Hamburg gewechselt und hatte sich unmittelbar als Stammspieler im defensiven Mittelfeld etabliert. Vor Beginn der Saison 2026/27 ernannte Polzin ihn zum Mannschaftskapitän.

Sein Ausfall betrifft deshalb nicht nur die sportliche Besetzung der zentralen Positionen. Auch innerhalb der Mannschaft fällt eine Führungspersönlichkeit weg. Polzin erklärte am 26. Oktober, dass die sportlichen und menschlichen Aufgaben des Kapitäns nun auf mehrere Mitspieler verteilt werden müssten.

Auch Capaldo, Torunarigha und Poulsen fehlen

Neben den drei Mittelfeldspielern stehen dem HSV weitere wichtige Profis nicht zur Verfügung.

Der 28 Jahre alte Nicolás Capaldo, der sowohl im zentralen Mittelfeld als auch in der Defensive eingesetzt werden kann, hatte bereits vor der Partie in Paderborn mit körperlichen Beschwerden zu kämpfen. Der Argentinier war deshalb kurzfristig ausgefallen.

Ebenfalls betroffen ist der 29-jährige Innenverteidiger Jordan Torunarigha. Der HSV hatte bereits am 22. Oktober über leichte Beschwerden des Abwehrspielers informiert. Polzin erklärte am Montag, dass ein Einsatz derzeit mit einem zu hohen Risiko verbunden sei.

Eine genaue Ausfalldauer für beide Verteidiger wurde nicht bestätigt. Auch zu weitergehenden medizinischen Diagnosen machte der Verein in seiner aktuellen Mitteilung keine entsprechenden Angaben.

Zusätzlich fehlt Yussuf Poulsen. Der 32-jährige dänische Stürmer leidet nach Angaben des Trainers an Beschwerden im Hüftbereich. Deshalb steht er weder für das DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt am 27. Oktober noch für das Bundesliga-Duell mit demselben Gegner am 1. November zur Verfügung.

Wie lange Poulsen insgesamt ausfallen wird, ist noch offen. Der Verein bestätigte zunächst lediglich, dass es für die beiden Begegnungen innerhalb der laufenden Woche nicht reicht.

Damit fehlen dem HSV aktuell sechs Spieler aus gesundheitlichen Gründen. Sie verteilen sich auf mehrere Mannschaftsteile, besonders betroffen sind jedoch das zentrale Mittelfeld und die Defensive.

Mario Vuskovic gesperrt, Patson Daka wieder einsatzbereit

Neben den Verletzungen gibt es eine weitere personelle Einschränkung. Innenverteidiger Mario Vuskovic steht aufgrund seiner vierjährigen Dopingsperre weiterhin nicht für Pflichtspiele zur Verfügung. Der 24-jährige Kroate darf seit September wieder mit der Mannschaft trainieren, wird aber erst ab dem 15. November 2026 wieder spielberechtigt sein.

Seine Abwesenheit ist damit ausdrücklich kein verletzungsbedingter Ausfall. Sie reduziert allerdings ebenfalls die verfügbaren Optionen in der Hamburger Defensive.

Eine positive Entwicklung gibt es dagegen bei Patson Daka. Der 28-jährige Angreifer aus Sambia hatte zuletzt verletzungsbedingt gefehlt, ist nach Angaben von Polzin inzwischen aber wieder einsatzbereit. Allerdings verwies der Trainer auf den Trainingsrückstand des Stürmers.

Auch Albert Sambi Lokonga und Albert Grønbæk sind nach vorherigen Verletzungsproblemen wieder zurückgekehrt. Beide wurden bereits in Paderborn eingesetzt. Damit stehen zumindest im Mittelfeld wieder Alternativen zur Verfügung.

Verletzungslage fordert die Kaderplanung des HSV

Die zahlreichen Ausfälle fallen in eine Phase, in der der Hamburger SV seinen Kader nach einem umfangreichen Transfersommer neu zusammengestellt hat. Insgesamt zehn Spieler kamen für die Saison 2026/27 hinzu. Darunter waren mehrere Profis, die bereits Erfahrungen in europäischen Spitzenligen gesammelt hatten.

Neben Vieira und Nadir verpflichteten die Hamburger unter anderem Patson Daka von Leicester City, Terem Moffi von OGC Nizza sowie Zakaria El Ouahdi vom belgischen KRC Genk.

Trainer Polzin hatte nach Abschluss der Transferperiode Anfang September die Arbeit von Sportdirektor Claus Costa und dessen Team ausdrücklich gelobt. Die Neuzugänge sollten die Qualität erhöhen und den Kader auf mehreren Positionen breiter aufstellen.

Durch die aktuelle Personalsituation wird diese Kaderbreite nun besonders gefordert. Im zentralen Mittelfeld fehlen mit Remberg, Nadir und Vieira gleich drei Spieler mit unterschiedlichen Aufgaben. Während Remberg vor allem für defensive Stabilität und Zweikampfführung steht, ist Vieira stärker in die offensive Spielgestaltung eingebunden. Nadir sollte zusätzliche Möglichkeiten im Zentrum eröffnen.

Polzin machte am Montag deutlich, dass er trotz der Schwierigkeiten an der grundsätzlichen Ausrichtung festhalten will. Der Trainer erklärte, dass sich der HSV nicht in eine Opferrolle begeben werde. Zwar stehe ihm eine kleinere Auswahl zur Verfügung, die verbleibenden Spieler seien aber bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Für die kommenden Wochen muss der Hamburger SV seine personellen Möglichkeiten damit neu verteilen. Während beim langfristig verletzten Remberg eine monatelange Pause feststeht, sind die genauen Rückkehrtermine von Vieira, Nadir und den weiteren angeschlagenen Profis noch nicht bestimmt.

Mit MS-Aktuell immer ohne Paywall lesen
Bei Google bevorzugen

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu