
Der frühere Fußballspieler und langjährige Trainer Heiko Weber ist am Montagmorgen, 26. Oktober 2026, im Alter von 61 Jahren gestorben. Das bestätigte der FC Carl Zeiss Jena unter Berufung auf sein engstes Umfeld. Weber hatte im Februar eine schwere Krebserkrankung öffentlich gemacht. Auch Energie Cottbus und Erzgebirge Aue trauern um den früheren Stürmer, der vor allem den ostdeutschen Fußball über Jahrzehnte prägte. Zu seinen größten sportlichen Erfolgen gehören zwei aufeinanderfolgende Aufstiege mit Carl Zeiss Jena und ein historischer Treffer in der letzten Saison der DDR-Oberliga.
Die Nachricht vom Tod des früheren Fußballprofis löste bei mehreren seiner ehemaligen Vereine große Betroffenheit aus. Besonders eng war Weber mit dem FC Carl Zeiss Jena verbunden. Dort hatte er zunächst als Spieler und später in verschiedenen Trainerfunktionen gearbeitet.
Der Thüringer Verein würdigte Weber in seiner Mitteilung vom Montag als eine Persönlichkeit, die die Geschichte des Klubs während der deutschen Wiedervereinigung und in den anschließenden Jahren maßgeblich mitgestaltet habe. Aufsichtsrat, Präsidium, Ehrenrat sowie die Mannschaften und Verantwortlichen sprachen seiner Familie und seinen Freunden ihr Mitgefühl aus.
Auch Energie Cottbus veröffentlichte einen Nachruf. Der Verein erinnerte an Webers Einsatz als Trainer und bezeichnete ihn als ehrlichen und aufrichtigen Menschen. Der FC Erzgebirge Aue schloss sich den Beileidsbekundungen an und hob insbesondere seine Verdienste um den damaligen Neuaufbau der Mannschaft hervor.
Heiko Weber wurde am 26. Juni 1965 in Thale in Sachsen-Anhalt geboren. Dort begann er bei der BSG Stahl Thale mit dem Fußball. 1988 wechselte der Stürmer zum FC Carl Zeiss Jena und entwickelte sich zu einem wichtigen Bestandteil der Mannschaft.
Seinen Platz in der Vereinsgeschichte sicherte er sich am 25. Mai 1991. Am letzten Spieltag der DDR-Oberliga erzielte Weber gegen Energie Cottbus den Treffer zum 2:0. Es war zugleich das letzte Tor in der Geschichte der höchsten ostdeutschen Spielklasse. Jena qualifizierte sich durch den Erfolg für die 2. Bundesliga und gehörte damit zu den Vereinen, die nach der Wiedervereinigung im gesamtdeutschen Profifußball vertreten waren.
Auch auf europäischer Bühne hinterließ Weber Spuren. Am 26. Oktober 1988 traf er im Europapokal der Pokalsieger gegen Sampdoria Genua. Es war nach Angaben des FC Carl Zeiss Jena bis heute der letzte Heimtreffer des Vereins in einem europäischen Wettbewerb. Genau 38 Jahre später starb Weber.
Insgesamt absolvierte der Angreifer mehr als 300 Pflichtspiele für Carl Zeiss Jena. Allein in der 2. Bundesliga kam er nach Angaben von Energie Cottbus auf 148 Einsätze und erzielte 36 Tore.
Nach seiner aktiven Karriere wechselte Weber auf die Trainerbank. Von 2000 bis 2003 betreute er den FC Thüringen Weida, bevor er zu Carl Zeiss Jena zurückkehrte. Zunächst übernahm er dort die A-Jugend, im Sommer 2004 folgte die erste Mannschaft.
In den nächsten beiden Spielzeiten gelang ihm einer der bemerkenswertesten Erfolge seiner Trainerlaufbahn. 2005 führte er Jena aus der damals viertklassigen Oberliga in die Regionalliga. Bereits ein Jahr später gelang der direkte Durchmarsch in die 2. Bundesliga.
Damit brachte Weber den Traditionsverein nach mehreren Jahren wieder in den höherklassigen Profifußball. Der doppelte Aufstieg zählt zu den wichtigsten sportlichen Erfolgen des FC Carl Zeiss Jena nach der Jahrtausendwende.
Im April 2007 endete seine erste Amtszeit als Cheftrainer. Die Mannschaft befand sich damals im Abstiegskampf. Trotz der Trennung blieb die Verbindung zwischen Weber und seinem früheren Verein bestehen.
Nach seinem ersten Abschied aus Jena wechselte Weber zur zweiten Mannschaft von Energie Cottbus. Dort arbeitete er in der damaligen Regionalliga, die zu dieser Zeit noch die dritthöchste deutsche Spielklasse war.
Im September 2007 übernahm er nach der Trennung von Bundesliga-Trainer Petrik Sander kurzzeitig die Verantwortung für die erste Mannschaft. Sein Einsatz als Interimstrainer umfasste eine Bundesligapartie. Anschließend kehrte er zur Cottbuser Reserve zurück.
Im April 2008 wechselte Weber zum FC Erzgebirge Aue, der damals in der 2. Bundesliga gegen den Abstieg kämpfte. Den Gang in die Drittklassigkeit konnte der Verein nicht verhindern. In der folgenden Spielzeit arbeitete Weber als Teammanager an der personellen Neuausrichtung mit.
Aue erinnerte in seinem Nachruf daran, dass Weber mehrere spätere Leistungsträger zum Verein holte. Dazu gehörten Martin Männel, Arne Feick, Marc Hensel und Jan Hochscheidt. Sie bildeten wichtige Bestandteile der Mannschaft, die 2010 unter Trainer Rico Schmitt wieder in die 2. Bundesliga aufstieg. Weber selbst hatte Aue bereits 2009 verlassen.
Männel würdigte seinen früheren Trainer und Wegbegleiter mit persönlichen Worten. „Ich persönlich habe Heiko Weber viel zu verdanken“, erklärte der langjährige Auer Torhüter in der Vereinsmitteilung. Er erinnerte insbesondere an die gemeinsame Zeit in Cottbus und Aue.
2009 kehrte Weber erneut zum FC Carl Zeiss Jena zurück, zunächst als Sportdirektor. Im April 2011 übernahm er noch einmal das Traineramt der ersten Mannschaft. Diese Zusammenarbeit endete bereits nach wenigen Monaten.
Es folgten weitere Stationen im ostdeutschen Fußball. Von 2013 bis 2015 trainierte Weber den SSV Markranstädt. Anschließend wechselte er zum ZFC Meuselwitz, den er zwischen 2015 und 2020 über fünf Spielzeiten in der Regionalliga betreute. Dort gelang es ihm, den Verein über mehrere Jahre in der vierten Spielklasse zu etablieren.
Im Sommer 2020 führte ihn sein beruflicher Weg erneut nach Jena. Er arbeitete im Nachwuchsbereich des FC Carl Zeiss und betreute die zweite Mannschaft. Nachdem diese 2022 vom Spielbetrieb abgemeldet worden war, wechselte Weber ein weiteres Mal zum ZFC Meuselwitz.
Seine zweite Amtszeit beim Regionalligisten endete im April 2023. Es war seine letzte Station als Cheftrainer.
Im Februar 2026 wurde öffentlich, dass Weber schwer an Krebs erkrankt war. Der FC Carl Zeiss Jena unterstützte seinen früheren Spieler und Trainer und beteiligte sich an einem Spendenaufruf. Auch ehemalige Weggefährten und Anhänger anderer Vereine zeigten ihre Solidarität.
Mit den Spenden sollte unter anderem eine Schmerztherapie finanziert werden. Im Juni fand zudem ein Benefizspiel statt, an dem zahlreiche ehemalige Mitspieler und Fußballkollegen teilnahmen. Darunter waren Bernd Schneider, Henning Bürger, Mark Zimmermann und Torsten Ziegner.
Die Anteilnahme setzte sich nach der Nachricht von Webers Tod fort. Auch der Präsident des ZFC Meuselwitz, Hubert Wolf, zeigte sich gegenüber dem MDR betroffen. Er erinnerte an die langjährige Zusammenarbeit und das freundschaftliche Verhältnis zu Weber.
Für Carl Zeiss Jena bleibt Heiko Weber vor allem mit zwei besonderen Kapiteln der Vereinsgeschichte verbunden: dem letzten Tor der DDR-Oberliga und der Rückkehr in die 2. Bundesliga durch zwei aufeinanderfolgende Aufstiege. Sein Wirken reichte jedoch weit darüber hinaus. Auch in Cottbus, Aue und Meuselwitz war er über viele Jahre als Trainer, sportlicher Verantwortlicher und Förderer von Fußballspielern tätig.
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