Generali baut 800 Arbeitsplätze ab und gibt drei Standorte auf

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Der Versicherungskonzern Generali plant einen umfassenden Umbau seines Deutschlandgeschäfts. Bis Ende 2030 sollen Tätigkeiten im Umfang von 800 Arbeitsplätzen wegfallen. Gleichzeitig will das Unternehmen seine Niederlassungen in Aachen, Nürnberg und Stuttgart aufgeben. Die betroffenen Teams sollen künftig an anderen Standorten arbeiten. Für die Beschäftigten kündigt Generali einen sozialverträglichen Übergang an.

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Der Stellenabbau bei Generali ist Teil einer Neuausrichtung, die das Unternehmen am Freitag, 23. Oktober 2026, vorgestellt hat. Die Deutschland-Tochter des italienischen Versicherungskonzerns beschäftigt derzeit rund 9.100 Menschen. Das geplante Abbauvolumen entspricht rechnerisch knapp neun Prozent dieser Beschäftigtenzahl. Über die konkrete Umsetzung verhandelt die Geschäftsführung mit dem Konzernbetriebsrat.

Generali schließt Standorte in Aachen, Nürnberg und Stuttgart

Besonders deutlich wird der Umbau bei den bisherigen Bürostandorten. Generali will die Beschäftigten künftig stärker in größeren Regionalzentren zusammenführen. Die Niederlassung in Aachen soll dabei mit Köln zusammengelegt werden. Für Nürnberg ist München als künftiger Arbeitsort vorgesehen, während die Stuttgarter Teams nach Karlsruhe wechseln sollen.

Insgesamt sieht die neue Standortstrategie fünf Regionalzentren in München, Köln, Karlsruhe, Hamburg und Saarbrücken vor. Hinzu kommen die bestehenden Spezialstandorte Frankfurt, Leipzig und Berlin.

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Mit der Zusammenlegung will Generali nach eigenen Angaben die Zusammenarbeit verbessern und Gebäudekosten verringern. Dabei verweist der Konzern auch auf veränderte Arbeitsmodelle mit einer stärkeren Verbindung von Büroarbeit und mobilem Arbeiten. Die Standortveränderungen sollen bis Ende 2030 umgesetzt werden.

Stellenabbau soll vor allem ohne Kündigungen erfolgen

Für die betroffenen Mitarbeiter kündigt Generali eine Arbeitsplatz- und Standortgarantie bis Ende 2030 an. Der geplante Personalabbau soll insbesondere durch freiwillige Altersregelungen, bevorstehende Renteneintritte und natürliche Fluktuation umgesetzt werden. Frei werdende Arbeitsplätze könnten damit teilweise unbesetzt bleiben.

Personalvorstand Arne Benzin erklärte in der Unternehmensmitteilung, die frühzeitige Ankündigung solle den Beschäftigten Planungssicherheit geben. Faire Lösungen wolle Generali gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung vereinbaren.

Wie viele Arbeitsplätze an den einzelnen Standorten wegfallen sollen, hat das Unternehmen bislang nicht aufgeschlüsselt. Auch die konkreten Bedingungen für Standortwechsel und freiwillige Regelungen sind noch Gegenstand der geplanten Veränderungen.

Gleichzeitig beabsichtigt Generali, neue Mitarbeiter mit zusätzlichen technologischen und digitalen Qualifikationen einzustellen.

Millioneninvestitionen in Digitalisierung und künstliche Intelligenz

Parallel zum Stellenabbau will Generali einen dreistelligen Millionenbetrag in die Modernisierung seiner IT-Systeme, Digitalisierung und künstliche Intelligenz investieren. Der Versicherer erwartet dadurch Produktivitätssteigerungen und will interne Abläufe vereinfachen.

Vorgesehen sind außerdem Veränderungen bei der Organisation von Serviceleistungen. Fachwissen soll stärker in bundesweit vernetzten Einheiten gebündelt werden. Einzelne Tätigkeiten will das Unternehmen künftig durch externe Spezialdienstleister übernehmen lassen.

Der Umbau erfolgt bei einem wirtschaftlich profitablen Unternehmen. Generali Deutschland erzielte nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2025 ein operatives Ergebnis von 1,04 Milliarden Euro. Die Beitragseinnahmen lagen bei rund 15,5 Milliarden Euro. Der Konzern zählt damit zu den großen Anbietern auf dem deutschen Versicherungsmarkt.

Umsetzung bis 2030 wird mit Betriebsrat verhandelt

Generali-Deutschlandchef Stefan Lehmann begründet die Neuausrichtung mit tiefgreifenden Veränderungen in der Versicherungsbranche. Der Konzern wolle seine Wettbewerbsfähigkeit sichern, Prozesse modernisieren und langfristig profitabel wachsen.

Der angekündigte Stellenabbau und die Standortzusammenlegungen erstrecken sich über mehrere Jahre. Die Unternehmensführung hat Verhandlungen mit dem Konzernbetriebsrat über das Maßnahmenpaket aufgenommen. Offen ist weiterhin, wie die Veränderungen im Einzelnen ausgestaltet werden und welche Vereinbarungen für die Beschäftigten an den drei aufzugebenden Standorten gelten werden.

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