
Der Renovierungsdiscounter Tedox schließt mehrere Filialen in Deutschland. Noch im Oktober und November 2026 endet der Verkauf an drei Standorten in Bayern, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Weitere Geschäfte haben ihren Betrieb bereits eingestellt. Auch für 2027 steht eine Schließung fest. Gleichzeitig plant das Unternehmen neue Märkte.
Die nächsten Schließungstermine stehen fest. Nach Angaben des Unternehmens ist in Ingolstadt am 31. Oktober 2026 der letzte Verkaufstag. Die Filiale in der Eriagstraße 13 wurde im April 1995 eröffnet und besteht damit seit mehr als 30 Jahren. Zum Abschluss bietet Tedox dort einen Rabatt von 50 Prozent auf das Sortiment an.
Zwei weitere Märkte schließen am 14. November 2026. Betroffen sind die Filiale in Eckernförde an der Rendsburger Straße 117 und der Standort in Mülheim an der Ruhr an der Weseler Straße 54. Für beide Geschäfte kündigt Tedox auf seinen Internetseiten einen Preisnachlass von 30 Prozent an. Die Filiale in Eckernförde war erst im November 2021 eröffnet worden.
Die angekündigten Schließungen folgen auf mehrere Standortaufgaben im laufenden Jahr. Insgesamt sind fünf weitere Märkte betroffen, deren Betrieb bereits eingestellt wurde. Dazu gehören Hof und Erding in Bayern, Beckum in Nordrhein-Westfalen, Lugau in Sachsen sowie Gardelegen in Sachsen-Anhalt.
In Hof und Beckum endete der Verkauf am 23. Mai 2026, in Erding am 22. August. Anfang Oktober folgte Gardelegen, Mitte Oktober auch Lugau. Für die drei letztgenannten Standorte kennzeichnet Tedox seine Filialseiten inzwischen ausdrücklich als dauerhaft geschlossen.
Damit sind für 2026 insgesamt acht Filialschließungen bekannt, von denen fünf bereits vollzogen wurden. Die betroffenen Geschäfte verteilen sich auf fünf Bundesländer. Ob weitere Standorte hinzukommen, ist derzeit nicht bekannt.
Über die bereits bekannten Schließungen hinaus wird Tedox auch seinen Standort im bayerischen Cham aufgeben. Das bestätigte Prokurist Thomas Hürter dem Bayerwald-Echo. Der Markt soll Ende September 2027 schließen. Nach Angaben der Mittelbayerischen Zeitung werden dafür wirtschaftliche Gründe angeführt.
Die Hintergründe der Standortaufgaben unterscheiden sich allerdings. Für Beckum hatte die Verkaufsleitung des Unternehmens ebenfalls wirtschaftliche Faktoren genannt. In Mülheim an der Ruhr spielt dagegen ein auslaufender Mietvertrag eine Rolle.
Nach Darstellung von Tedox konnte dort keine Verlängerung zu wirtschaftlich tragbaren Bedingungen vereinbart werden. Der Immobilieneigentümer widersprach dieser Darstellung bereits im November 2025 und sah die Verantwortung für die Schließung beim Unternehmen.
Ein einheitlicher Grund für sämtliche Filialschließungen ist nicht bekannt. Auch konkrete Angaben darüber, wie viele Beschäftigte insgesamt betroffen sind oder welche Perspektiven sie erhalten, liegen nicht für alle Standorte vor.
Parallel zu den Standortaufgaben gibt es weitere Expansionspläne. In Borken-Gemen entsteht an der Otto-Hahn-Straße ein neuer Tedox-Markt. Die Immobilie wird dafür umgebaut. Nach Angaben der Borkener Zeitung vom 15. Oktober soll das Geschäft voraussichtlich Ende Februar oder Anfang März 2027 eröffnen. Die zeitliche Einschätzung stammt vom Immobilienunternehmen, dem das Fachmarktzentrum gehört.
Tedox wurde 1972 gegründet und hat seinen Unternehmenssitz im niedersächsischen Bovenden-Harste bei Göttingen. Das Familienunternehmen verkauft insbesondere Bodenbeläge, Farben, Tapeten, Gardinen, Heimtextilien und Haushaltswaren.
Auf seiner Unternehmenswebsite nennt Tedox bundesweit mehr als 125 Filialen und rund 3.000 Beschäftigte. Eine aktuelle Gesamtzahl der nach allen angekündigten Schließungen verbleibenden Märkte veröffentlicht das Unternehmen dort nicht.
Die Standortveränderungen fallen in eine wirtschaftlich schwierige Phase für den deutschen Einzelhandel. Nach dem Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschland vom 5. Oktober 2026 verschlechterte sich die Verbraucherstimmung zuletzt deutlich. Besonders die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen blieb schwach.
Auch im Bau- und Heimwerkerhandel entwickelte sich der Umsatz zuletzt verhalten. Nach Angaben des Handelsverbands Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) erreichten die deutschen Bau- und Gartenfachmärkte im ersten Halbjahr 2026 einen Gesamtumsatz von 10,99 Milliarden Euro. Das entsprach einem nominalen Rückgang um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auf vergleichbarer Verkaufsfläche stieg der Umsatz dagegen leicht um 0,3 Prozent.
Die Branchenzahlen lassen keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Lage von Tedox zu. Fest steht jedoch, dass der Renovierungsdiscounter sein Standortnetz verändert. Während zahlreiche Filialen verschwinden, entstehen an anderer Stelle neue Verkaufsflächen.
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