Wohnmobile unter Druck: Neuzulassungen brechen ein, Händler setzen auf Rabatte

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Markt für Wohnmobile in Deutschland hat sich im September 2026 deutlich abgeschwächt. Die Neuzulassungen von Reisemobilen gingen gegenüber dem Vorjahresmonat um nahezu ein Drittel zurück. Auch Wohnwagen verzeichneten erhebliche Rückgänge. Während Händler mit Preisnachlässen auf ihre Fahrzeugbestände reagieren, erhöhen Finanzierungskosten und sinkende Zulassungszahlen den wirtschaftlichen Druck auf die Branche.

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Wohnmobile verlieren im September 30,8 Prozent

Nach aktuellen Zahlen des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD) wurden im September 2026 bundesweit 3.485 Reisemobile neu zugelassen. Im September des Vorjahres waren es noch 5.033 Fahrzeuge gewesen. Daraus ergibt sich ein Rückgang um 30,8 Prozent.

Auch bei den Wohnwagen fiel die Entwicklung negativ aus. Ihre Neuzulassungen sanken von 1.278 auf 1.044 Fahrzeuge. Das entspricht einem Minus von 18,3 Prozent.

Besonders deutlich zeigt sich die Abschwächung im gesamten dritten Quartal. Zwischen Juli und September kamen 14.037 neue Reisemobile auf die Straßen. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum waren das 22,2 Prozent weniger. Bei Wohnwagen erreichte der Rückgang im gleichen Zeitraum 11,1 Prozent.

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Allerdings war der September 2025 für Reisemobile ein außergewöhnlich starker Vergleichsmonat. Der Rückgang fällt deshalb im Monatsvergleich besonders deutlich aus.

Neuzulassungen auch seit Jahresbeginn rückläufig

Die schwächere Entwicklung beschränkt sich nicht auf einen einzelnen Monat. Von Januar bis September 2026 registrierte der CIVD insgesamt 57.890 neue Reisemobile. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum entspricht das einem Minus von 7,2 Prozent.

Bei den Wohnwagen wurden in den ersten neun Monaten 15.396 Neuzulassungen gezählt. Das waren 4,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

Auch die Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes bestätigt die rückläufige Entwicklung. Das KBA verzeichnete im September im Pkw-Segment Wohnmobile einen Rückgang um 29,8 Prozent. Die Abweichung zur CIVD-Auswertung erklärt sich durch unterschiedliche Abgrenzungen der erfassten Fahrzeuge. Der Branchenverband berücksichtigt zusätzlich bestimmte Reisemobile aus benachbarten Fahrzeugklassen.

Händler locken mit hohen Preisnachlässen

Für den Handel ist die Entwicklung besonders herausfordernd. Viele Betriebe hatten ihre Fahrzeugbestände während der Boomjahre ausgeweitet. Als sich die Nachfrage anschließend abschwächte, entstand zeitweise ein Überangebot.

Der CIVD hatte bereits Anfang 2026 auf überdurchschnittlich hohe Bestände im Handel hingewiesen. Gleichzeitig erklärte der Verband, dass diese im Verlauf des Jahres 2025 durch geringere Auslieferungen und den fortgesetzten Verkauf von Fahrzeugen deutlich reduziert worden seien.

Einzelne Händler versuchen weiterhin, vorhandene Lagerfahrzeuge über Preisaktionen zu verkaufen. Der Caravaning-Händler GÜMA wirbt beispielsweise mit Rabatten von bis zu 30 Prozent auf ausgewählte sofort verfügbare Neufahrzeuge.

Solche Angebote betreffen allerdings bestimmte Modelle und Fahrzeugbestände. Ein flächendeckender Preisrückgang in entsprechender Größenordnung lässt sich daraus nicht ableiten.

Hohe Finanzierungskosten belasten die Betriebe

Besonders bei Reisemobilen können längere Standzeiten erhebliche wirtschaftliche Folgen haben. Anders als bei Wohnwagen benötigen die Hersteller zusätzlich ein motorisiertes Basisfahrzeug. Dadurch ist bei der Produktion und im Handel vergleichsweise viel Kapital gebunden.

Bleiben Fahrzeuge länger unverkauft, laufen mögliche Finanzierungskosten weiter. Gleichzeitig können Preisnachlässe die Gewinnmargen verringern. Das verschärft insbesondere bei Unternehmen mit geringen finanziellen Reserven die wirtschaftliche Lage.

Dass einzelne Betriebe bereits mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert sind, zeigt der Fall der La Marca Mobility GmbH aus Bayern. Das auf Reisemobile und Camper spezialisierte Unternehmen beantragte im Mai 2026 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Das Amtsgericht Augsburg ordnete am 12. Mai das vorläufige Verfahren an.

Nach Angaben der mit der Sanierung befassten Kanzlei SOLVEA gehörten neben strukturellen Problemen auch Finanzierungskosten, schwache Margen und hohe Kapitalbindung zu den Ursachen der Liquiditätskrise. Der Geschäftsbetrieb wurde im vorläufigen Verfahren fortgeführt.

Ob die Zahl der Insolvenzverfahren unter Caravaning-Händlern insgesamt deutlich steigen wird, ist damit nicht belegt.

Hersteller haben ihre Produktion bereits reduziert

Die deutschen Hersteller hatten schon 2025 auf das Überangebot reagiert. Nach CIVD-Angaben wurden rund 99.000 Freizeitfahrzeuge produziert. Das entsprach einem Rückgang um etwa 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Maßnahmen sollten das Angebot stärker an die Nachfrage anpassen und den Abbau vorhandener Bestände unterstützen.

Trotz der schwächeren Entwicklung blieb die Branche wirtschaftlich bedeutend. Der Gesamtumsatz der deutschen Caravaning-Industrie belief sich 2025 auf rund 14,1 Milliarden Euro und lag damit etwa 6,5 Prozent unter dem Vorjahr.

Gebrauchte Wohnmobile bleiben ein wichtiger Markt

Die sinkenden Neuzulassungen bedeuten nicht, dass das Interesse am mobilen Urlaub grundsätzlich verschwunden ist.

Im Jahr 2025 wechselten in Deutschland nach CIVD-Angaben 192.239 gebrauchte Reisemobile und Wohnwagen den Besitzer. Das entsprach einem Anstieg um 2,7 Prozent und einem neuen Höchststand. Besonders Reisemobile waren auf dem Gebrauchtmarkt gefragt. Hier stieg die Zahl der Besitzumschreibungen auf 111.034 Fahrzeuge.

Auch international ist die Branche weiterhin ein bedeutender Wirtschaftszweig. Europaweit wurden 2025 mehr als 215.000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen.

Die aktuellen deutschen Zahlen zeigen damit vor allem eine deutliche Abschwächung des Neufahrzeuggeschäfts nach mehreren außergewöhnlich starken Jahren. Für Hersteller und Händler gewinnt die Anpassung ihrer Produktion, Lagerbestände und Preise an die tatsächliche Nachfrage weiter an Bedeutung.

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