Galeria meldet Umsatzplus vor Weihnachten: Zukunft der 83 Warenhäuser bleibt offen

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Die insolvente Warenhauskette Galeria meldet kurz vor Beginn des Weihnachtsgeschäfts eine positive Umsatzentwicklung. Nach Angaben des Unternehmens liegen die aktuellen Erlöse deutlich über dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig läuft die Suche nach neuen Investoren. Wie viele der bundesweit 83 Warenhäuser langfristig erhalten bleiben, ist weiterhin unklar.

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Galeria meldet höhere Umsätze im Herbstgeschäft

Galeria sieht sich nach eigenen Angaben für die bevorstehende Weihnachtssaison besser aufgestellt als noch vor wenigen Wochen. Das Unternehmen erklärte am Dienstag, 27. Oktober 2026, dass sich die Umsätze mit Beginn der kühleren Jahreszeit deutlich verbessert hätten.

Eine konkrete Wachstumsrate oder absolute Umsatzzahlen nannte die Geschäftsführung allerdings nicht. Damit lässt sich aus den aktuellen Angaben noch nicht ableiten, ob die Warenhauskette ihre wirtschaftlichen Schwierigkeiten dauerhaft überwinden kann.

Für Galeria kommt die Entwicklung zu einem wichtigen Zeitpunkt. Das Weihnachtsgeschäft zählt zu den umsatzstärksten Phasen des Einzelhandels und ist für die Finanzierung des laufenden Betriebs von besonderer Bedeutung.

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Neuer Kredit stabilisiert Warenversorgung

Eine wichtige Voraussetzung für die Fortführung des Geschäfts wurde bereits am 20. Oktober geschaffen. Galeria vereinbarte mit der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers ein sogenanntes Massedarlehen. Die erforderlichen Zustimmungen des Amtsgerichts und des Gläubigerausschusses lagen nach Unternehmensangaben vor.

Die Finanzierung soll die Warenversorgung sicherstellen und die Abwicklung laufender Zahlungen ermöglichen. Zur Höhe des neu vereinbarten Darlehens wurden keine konkreten Angaben veröffentlicht.

Nach zwischenzeitlichen Schwierigkeiten funktioniert die Belieferung der Warenhäuser laut Galeria inzwischen wieder regulär. Auch zuvor gesperrte Verkaufsbereiche seien wieder vollständig zugänglich.

Galeria-Gutscheine können wieder eingelöst werden

Für Kunden hat sich die Situation ebenfalls verbessert. Nachdem Galeria infolge des Insolvenzantrags zeitweise keine Geschenkgutscheine angenommen hatte, ist deren Einlösung seit dem 20. Oktober wieder möglich.

Nach Angaben des Unternehmens können Kunden ihre vorhandenen Gutscheine nutzen und auch neue Gutscheine erwerben. Die vorübergehende Einschränkung wurde damit aufgehoben.

Auch der Onlinehandel soll wieder normal funktionieren. Galeria erklärte am Dienstag, dass Bestellungen regulär bearbeitet und innerhalb der üblichen Lieferzeiten verschickt würden.

Der laufende Verkauf ist damit vorerst stabilisiert. Die Fortführung des Geschäftsbetriebs bedeutet allerdings keine Garantie für den langfristigen Bestand des Unternehmens.

Vierte Galeria-Insolvenz seit 2020

Galeria hatte am 2. Oktober 2026 beim Amtsgericht Düsseldorf erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Es handelt sich um die vierte Insolvenz der Warenhauskette innerhalb von sechs Jahren, nach den Verfahren der Jahre 2020, 2022 und 2024.

Das Amtsgericht Düsseldorf ordnete Anfang Oktober das vorläufige Insolvenzverfahren an und bestellte den Rechtsanwalt Frank Kebekus zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Eine Entscheidung über die endgültige Eröffnung des Verfahrens stand zunächst noch aus.

Der Geschäftsbetrieb in den 83 Warenhäusern wird währenddessen fortgesetzt. Die aktuelle Gesellschaft ist rechtlich nicht mit der früheren Galeria Karstadt Kaufhof GmbH identisch, deren Insolvenzverfahren aus dem Jahr 2024 noch einer Planüberwachung unterliegt.

Zukunft von rund 11.250 Beschäftigten ungewiss

Bei Galeria arbeiten nach den zuletzt veröffentlichten Angaben insgesamt rund 11.250 Menschen. Für zunächst etwa 9.650 Beschäftigte wurde Mitte Oktober Insolvenzgeld durch die Bundesagentur für Arbeit bewilligt. Weitere rund 1.600 Beschäftigte aus den Lebensmittelabteilungen und der Gastronomie sind von separaten Insolvenzverfahren betroffen.

Die Finanzierung der Löhne und Gehälter für Oktober, November und Dezember soll über Insolvenzgeld und dessen Vorfinanzierung ermöglicht werden. Damit wurde eine wesentliche Voraussetzung für den weiteren Betrieb geschaffen.

Eine langfristige Arbeitsplatzgarantie ergibt sich daraus jedoch nicht. Welche Beschäftigungsmöglichkeiten nach dem Insolvenzgeldzeitraum bestehen, hängt auch vom weiteren Sanierungsverlauf ab.

Investorensuche läuft bereits

Parallel zur Stabilisierung des laufenden Geschäfts sucht Galeria nach neuen Kapitalgebern. Nach Unternehmensangaben wird der Prozess von einer Unternehmensberatung unterstützt. Mit ersten Interessenten laufen bereits Gespräche.

Eine Übernahmevereinbarung wurde bislang nicht bekannt gegeben.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus will sämtliche 83 Warenhäuser einzeln auf ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit prüfen. Bereits im Sommer hatte Galeria 33 Standorte wegen ihrer wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf den Prüfstand gestellt.

Welche Filialen im Zuge einer möglichen Sanierung erhalten bleiben oder geschlossen werden könnten, ist noch nicht entschieden. Auch die Zahl möglicher Arbeitsplatzverluste steht nicht fest.

Galeria gehört seit Sommer 2024 der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsgesellschaft des Unternehmers Bernd Beetz. Die erneute Insolvenz verdeutlicht die anhaltenden Schwierigkeiten des klassischen Warenhausgeschäfts, das seit Jahren unter dem Wettbewerb mit dem Onlinehandel, spezialisierten Einzelhändlern und hohen Standortkosten steht.

Das gemeldete Umsatzplus verbessert die Ausgangslage für das Weihnachtsgeschäft. Über die langfristige Zukunft von Galeria entscheiden jedoch die weitere Finanzierung, der Verlauf des Insolvenzverfahrens und die Ergebnisse der Investorensuche.

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