Weniger Stellenabbau geplant: Deutsche Unternehmen bleiben bei Neueinstellungen vorsichtig

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Unternehmen in Deutschland wollen in den kommenden Monaten etwas weniger Arbeitsplätze abbauen. Eine umfassende Erholung des Arbeitsmarktes zeichnet sich allerdings noch nicht ab. Besonders in der Industrie und im Handel rechnen viele Betriebe weiterhin mit sinkenden Beschäftigtenzahlen. Bei den Dienstleistern entwickelt sich die Lage günstiger.

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Das ifo-Beschäftigungsbarometer Oktober 2026 stieg nach Angaben des Münchner ifo-Instituts auf 95,5 Punkte. Im September lag der Wert bei 95,1 Punkten. Damit verbesserte sich der Indikator zum vierten Mal in Folge und erreichte den höchsten Stand seit dem Sommer 2024.

Industrie und Handel planen weiterhin Personalabbau

Hinter dem insgesamt verbesserten Wert stehen unterschiedliche Entwicklungen in den Wirtschaftsbereichen. Vor allem Industrieunternehmen planen weiterhin, ihren Personalbestand zu reduzieren. Auch im Handel überwiegen nach den Oktoberergebnissen die Absichten zum Stellenabbau.

Die Entwicklung zeigt, dass sich eine bessere wirtschaftliche Stimmung nicht unmittelbar in zusätzliche Arbeitsplätze übersetzt. Unternehmen können ihre Geschäftsaussichten positiver einschätzen und gleichzeitig bei Einstellungen zurückhaltend bleiben.

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Bereits in den vorangegangenen Monaten hatte das ifo-Institut auf eine nur langsame Verbesserung der Personalplanungen hingewiesen. Im September gehörten die Nahrungsmittelindustrie sowie Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen zu den wenigen Industriebereichen mit positiven Beschäftigungsabsichten.

Dienstleister wollen wieder vorsichtig einstellen

Günstiger entwickelt sich die Situation im Dienstleistungssektor. Dort zeichnet sich nach den aktuellen Oktoberergebnissen wieder ein leichter Beschäftigungsaufbau ab.

Noch im September hatten sich die Absichten für Neueinstellungen und Stellenkürzungen bei Dienstleistungsunternehmen weitgehend ausgeglichen. Zusätzliche Mitarbeiter wurden damals insbesondere von Ingenieurbüros sowie Rechtsberatungen, Steuerberatungen und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften gesucht.

Im Baugewerbe deuteten die Septemberergebnisse dagegen auf weitgehend stabile Beschäftigtenzahlen hin. Die einzelnen Branchen bewegen sich damit weiterhin unterschiedlich durch die wirtschaftliche Erholung.

ifo-Experten sehen noch keine breite Erholung

Die leichte Verbesserung der Beschäftigungspläne bedeutet noch keine Trendwende auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Nach Einschätzung von Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen, werden die Unternehmen beim geplanten Stellenabbau zwar zurückhaltender. Für einen umfassenden Beschäftigungsaufbau sei die wirtschaftliche Erholung aber noch nicht kräftig genug.

Das Barometer berücksichtigt monatlich rund 9.500 Meldungen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Bauhauptgewerbe, dem Groß- und Einzelhandel sowie dem Dienstleistungssektor. Erfasst werden die Personalplanungen der Betriebe für die kommenden drei Monate.

Die Ergebnisse sind damit ein Frühindikator. Sie geben Auskunft über die Absichten der Unternehmen, nicht über bereits erfolgte Kündigungen oder tatsächliche Einstellungen.

Arbeitsmarkt entwickelt sich schwächer als die Konjunktur

Die neuen Beschäftigungspläne stehen einer zuletzt verbesserten wirtschaftlichen Stimmung gegenüber. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Oktober auf 90,2 Punkte. Im September lag er bei 89,9 Punkten. Ausschlaggebend waren vor allem optimistischere Geschäftserwartungen der Unternehmen. Ihre aktuelle Geschäftslage bewerteten sie dagegen etwas schlechter.

Am Arbeitsmarkt war die Schwäche zuletzt auch in den tatsächlichen Beschäftigtenzahlen erkennbar. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank sank die Zahl der Erwerbstätigen im August saisonbereinigt um rund 29.000 auf 45,62 Millionen Menschen.

Die Bundesbank verwies in ihrem Oktober-Monatsbericht darauf, dass sich die Beschäftigungsaussichten zuletzt zwar weniger negativ entwickelt hätten, der Saldo der Personalplanungen aber weiterhin unter null liege. Beschäftigungsverluste konzentrierten sich insbesondere auf das Verarbeitende Gewerbe und den Handel. Dagegen setzte sich der Beschäftigungsaufbau im Gesundheits- und Sozialwesen fort.

Für die kommenden Monate liefern die jüngsten ifo-Zahlen damit ein vorsichtig positives Signal. Die Unternehmen planen insgesamt weniger Stellenstreichungen als zuvor. Ob daraus ein nachhaltiger Beschäftigungsaufbau entsteht, hängt von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ab.

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