
Der Autokonzern Stellantis hat im dritten Quartal 2026 sein bereinigtes operatives Ergebnis verbessert. Gleichzeitig verzeichnete der Hersteller von Opel, Peugeot, Fiat und Jeep einen erheblichen Mittelabfluss. Der Umsatz entwickelte sich nahezu unverändert, während die weltweiten Fahrzeugauslieferungen leicht zurückgingen. An seiner Jahresprognose hält das Unternehmen fest.
Die am Mittwoch, 28. Oktober 2026, veröffentlichten Stellantis-Quartalszahlen zeigen eine Verbesserung beim bereinigten operativen Ergebnis. Dieses lag im Zeitraum von Juli bis September bei 256 Millionen Euro. Im entsprechenden Vorjahresquartal hatte der Konzern 90 Millionen Euro erzielt.
Der Nettoumsatz lag bei rund 37,6 Milliarden Euro und damit annähernd auf dem Niveau des Vorjahres. Regional entwickelte sich das Geschäft unterschiedlich. Während Stellantis in Europa und Südamerika leichte Umsatzsteigerungen verzeichnete, gingen die Erlöse in Nordamerika um drei Prozent zurück.
Die operative Verbesserung fiel damit vergleichsweise gering aus. Der Konzern befindet sich weiterhin in einer Phase umfassender Anpassungen seines Fahrzeugangebots und seiner Kostenstruktur.
Deutlich angespannter entwickelte sich die Liquidität. Der industrielle freie Cashflow lag im dritten Quartal bei rund minus vier Milliarden Euro. Damit überstiegen die entsprechenden Auszahlungen die Einzahlungen erheblich.
Noch im zweiten Quartal hatte Stellantis einen positiven industriellen freien Cashflow von einer Milliarde Euro ausgewiesen. Die Entwicklung verdeutlicht, dass ein höheres bereinigtes operatives Ergebnis nicht automatisch zu einer besseren Liquiditätslage führt.
Der industrielle freie Cashflow berücksichtigt unter anderem die Mittelzuflüsse aus dem laufenden Geschäft sowie Investitionsausgaben. Er unterscheidet sich deshalb vom bilanziellen Nettogewinn oder Nettoverlust.
Bei den Fahrzeugauslieferungen zeigte sich ein deutlicher Unterschied zwischen den wichtigsten Absatzregionen.
Weltweit lieferte Stellantis im dritten Quartal nach vorläufigen Angaben rund 1,286 Millionen Fahrzeuge aus. Gegenüber den 1,3 Millionen Einheiten des Vorjahres entsprach dies einem Rückgang um ein Prozent.
In der erweiterten Europaregion stiegen die Auslieferungen um zehn Prozent auf rund 588.000 Fahrzeuge. Dazu trugen unter anderem elektrisch angetriebene Modelle, neue Kleinwagen und Fahrzeuge der chinesischen Partnermarke Leapmotor bei.
In Nordamerika gingen die Auslieferungen dagegen um zwölf Prozent auf 357.000 Fahrzeuge zurück. Stellantis führte dies insbesondere auf geplante Produktionspausen zurück, von denen unter anderem die Jeep-Modelle Grand Cherokee und Compass betroffen waren.
Auch im Nahen Osten und in Afrika sank die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge deutlich. Dort lag der Rückgang bei 21 Prozent. In Südamerika blieb das Volumen weitgehend stabil.
Trotz des schwachen Mittelzuflusses bestätigte Stellantis seine bisherigen Erwartungen für das Gesamtjahr 2026.
Der Konzern rechnet weiterhin mit einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Die bereinigte operative Marge soll im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegen. Beim industriellen freien Cashflow erwartet das Unternehmen eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.
Für 2027 strebt Stellantis wieder einen positiven industriellen freien Cashflow an. Dieses Ziel bleibt allerdings von der weiteren Geschäftsentwicklung abhängig.
Konzernchef Antonio Filosa setzt dabei auf ein umfangreiches Programm zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit. Nach Unternehmensangaben sollen bis Ende 2026 mindestens 40 Prozent der insgesamt geplanten jährlichen Effizienzsteigerungen von sechs Milliarden Euro umgesetzt sein.
Stellantis befindet sich nach erheblichen Belastungen im vergangenen Geschäftsjahr weiterhin in einer wirtschaftlichen Neuaufstellung. Der Konzern reagiert unter anderem mit einer veränderten Modellstrategie, Kostensenkungen und Anpassungen seiner Produktionsplanung.
Für das Unternehmen spielen dabei sowohl die Entwicklung auf dem nordamerikanischen Markt als auch der Wettbewerb in Europa eine wichtige Rolle. Zugleich muss Stellantis sein Angebot zwischen Elektrofahrzeugen, Hybridmodellen und klassischen Verbrennern ausrichten.
Die Ergebnisse des dritten Quartals zeigen dabei zwei unterschiedliche Entwicklungen: Das bereinigte operative Ergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr erhöht, während der industrielle Mittelabfluss weiterhin erheblich ist.
Für die kommenden Monate erwartet der Konzern einen stärkeren Ergebnisbeitrag des Schlussquartals. Ob die geplanten Verbesserungen erreicht werden, hängt von der weiteren Absatzentwicklung und der Umsetzung der Sparmaßnahmen ab.
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