
Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat im dritten Quartal 2026 weniger Umsatz erzielt als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stieg der Nettogewinn deutlich. Trotz geringerer Flugzeugauslieferungen und eines rückläufigen bereinigten operativen Ergebnisses bestätigte der Konzern am Mittwoch, 28. Oktober 2026, seine Prognose für das Gesamtjahr. Um das geplante Auslieferungsvolumen zu erreichen, muss Airbus allerdings im letzten Quartal deutlich mehr Verkehrsflugzeuge an Kunden übergeben als in den ersten drei Quartalen.
Die Quartalszahlen von Airbus zeigen für den Zeitraum von Juli bis September einen Umsatz von 17,47 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 17,83 Milliarden Euro gewesen. Damit gingen die Erlöse um zwei Prozent zurück.
Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um neun Prozent auf 1,77 Milliarden Euro. Im dritten Quartal 2025 hatte Airbus noch 1,94 Milliarden Euro erzielt.
Als wesentlichen Grund für die schwächere Entwicklung nennt der Konzern die geringere Zahl ausgelieferter Verkehrsflugzeuge. Hinzu kam eine ungünstigere Zusammensetzung der Auslieferungen im Flugzeug- und Hubschraubergeschäft. Auch die Integration früherer Geschäftsbereiche des US-Zulieferers Spirit AeroSystems belastete das Ergebnis.
Demgegenüber verbesserte sich das Geschäft mit Verteidigungs- und Raumfahrttechnik. Der höhere Beitrag aus diesem Bereich konnte die Rückgänge in den anderen Sparten jedoch nicht vollständig ausgleichen.
Unter dem Strich entwickelte sich das Ergebnis deutlich besser als der Umsatz. Der Nettogewinn erhöhte sich im dritten Quartal um 20 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte Airbus 1,12 Milliarden Euro verdient.
Das Ergebnis je Aktie stieg von 1,41 Euro auf 1,70 Euro. Auch das ausgewiesene operative Ergebnis verbesserte sich um drei Prozent auf 1,81 Milliarden Euro.
Der Unterschied zwischen dem rückläufigen bereinigten EBIT und dem höheren ausgewiesenen Ergebnis hängt unter anderem mit Sondereffekten zusammen. Während das dritte Quartal 2025 durch negative Anpassungen von 194 Millionen Euro belastet war, ergaben sich im aktuellen Quartal positive Nettoanpassungen von 37 Millionen Euro.
Die verschiedenen Ergebniskennzahlen verdeutlichen damit unterschiedliche Entwicklungen. Das laufende operative Geschäft stand unter Druck, während das ausgewiesene Ergebnis und der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr zulegten.
Für das Gesamtjahr 2026 hält Airbus an seinem Ziel fest, rund 870 Verkehrsflugzeuge auszuliefern. Bis Ende September hatte der Konzern 547 Maschinen an Kunden übergeben. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 507 Flugzeuge gewesen.
Damit liegen die Auslieferungen nach neun Monaten zwar um rund acht Prozent über dem Vorjahresniveau. Dennoch fehlen rechnerisch noch 323 Maschinen bis zur Zielmarke von 870 Flugzeugen.
Dafür müsste Airbus im Schlussquartal durchschnittlich knapp 108 Verkehrsflugzeuge pro Monat ausliefern. Im dritten Quartal waren es insgesamt 196 Maschinen gewesen, nach 201 im Vorjahreszeitraum.
Der Konzern setzt somit auf eine deutliche Steigerung seiner Auslieferungen in den letzten drei Monaten des Jahres. Gerade die Übergabe fertiggestellter Flugzeuge ist für Airbus wirtschaftlich bedeutend, weil sie maßgeblich zur Umsatzrealisierung und zum Mittelzufluss beiträgt.
Die schwächere Entwicklung im dritten Quartal steht einer insgesamt positiven Bilanz der ersten neun Monate gegenüber.
Von Januar bis September steigerte Airbus den Konzernumsatz um sieben Prozent auf 50,65 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis verbesserte sich um acht Prozent auf 4,50 Milliarden Euro.
Besonders deutlich fiel der Anstieg beim Nettogewinn aus. Dieser erhöhte sich von 2,64 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 3,59 Milliarden Euro, was einem Plus von 36 Prozent entspricht.
Auch bei den Bestellungen verzeichnete Airbus Zuwächse. Nach Stornierungen gingen in den ersten neun Monaten Nettoaufträge für 1.105 Verkehrsflugzeuge ein. Im Vorjahreszeitraum waren es 514 gewesen. Ende September umfasste der Auftragsbestand 9.310 Verkehrsflugzeuge.
Damit verfügt Airbus über einen umfangreichen Bestand fest bestellter Maschinen, deren Produktion und Auslieferung sich über mehrere Jahre erstreckt.
Neben dem Verkehrsflugzeuggeschäft gewann die Sparte Airbus Defence and Space an Bedeutung. Ihr Umsatz erhöhte sich in den ersten neun Monaten um fünf Prozent auf 9,34 Milliarden Euro.
Das bereinigte operative Ergebnis dieser Sparte stieg von 420 Millionen auf 672 Millionen Euro. Airbus führte diese Entwicklung auf höhere Geschäftsvolumina und eine verbesserte Profitabilität zurück.
Im Hubschraubergeschäft blieb der Umsatz mit rund 5,65 Milliarden Euro nahezu unverändert. Das bereinigte operative Ergebnis sank dagegen von 495 Millionen auf 445 Millionen Euro.
Für den Gesamtkonzern ergibt sich damit ein unterschiedliches Bild der Geschäftsbereiche. Während die Verkehrsflugzeugproduktion weiterhin das größte Geschäftsfeld bildet, leistete die Verteidigungs- und Raumfahrtsparte einen zunehmenden Beitrag zum operativen Ergebnis.
Auch bei den finanziellen Jahreszielen nahm Airbus keine Änderungen vor. Der Konzern strebt weiterhin ein bereinigtes operatives Ergebnis von rund 7,5 Milliarden Euro an.
Beim freien Cashflow vor Kundenfinanzierungen erwartet Airbus unverändert etwa 4,5 Milliarden Euro. Dieser Wert beschreibt vereinfacht die verfügbaren Zahlungsmittel nach Investitionen, bereinigt um Zahlungsströme aus der Finanzierung von Kundenflugzeugen.
Bis Ende September lag die Kennzahl allerdings bei minus 1,27 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatte der entsprechende Mittelabfluss 914 Millionen Euro erreicht.
Airbus begründete die Entwicklung vor allem mit dem Aufbau von Lagerbeständen und dem geplanten Produktionshochlauf. Hinzu kommt, dass ein erheblicher Teil der Flugzeugauslieferungen für die letzten Monate des Jahres vorgesehen ist.
Die Nettoliquidität des Konzerns belief sich Ende September auf rund sieben Milliarden Euro. Zum Jahresende 2025 hatte sie noch bei 12,2 Milliarden Euro gelegen.
Die bestätigte Jahresprognose steht unter dem Vorbehalt, dass keine zusätzlichen Störungen des Welthandels, der Lieferketten oder des eigenen Betriebs auftreten. Airbus berücksichtigt dabei bereits die gegenwärtig geltenden Zölle.
Für die weitere Geschäftsentwicklung bleibt damit insbesondere entscheidend, ob der Konzern das geplante Auslieferungsvolumen bis zum Jahresende erreicht und die dafür erforderliche Produktions- und Lieferleistung umsetzen kann.
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