Samsung meldet Rekordgewinn

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Samsung Electronics hat im dritten Quartal 2026 einen historischen Gewinn erzielt. Der südkoreanische Technologiekonzern profitiert von der weltweit steigenden Nachfrage nach Speicherchips für künstliche Intelligenz. Dennoch geriet die Samsung-Aktie am Donnerstag, 29. Oktober, unter Druck. Während das Halbleitergeschäft neue Höchstwerte erreichte, schrieb die Sparte für Smartphones und Netzwerktechnik operative Verluste.

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Samsung steigert Gewinn deutlich

Die am Donnerstag veröffentlichten endgültigen Samsung Quartalszahlen zeigen einen außergewöhnlich starken Anstieg von Umsatz und Gewinn. Die Konzernerlöse lagen im dritten Quartal bei 195,3 Billionen südkoreanischen Won. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Zuwachs von 126,9 Prozent. Im Vergleich zum zweiten Quartal stieg der Umsatz um 14 Prozent.

Der operative Gewinn lag bei 107,4 Billionen Won und damit 783,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Die operative Gewinnmarge erreichte rund 55 Prozent. Nach Angaben des Unternehmens überschritt damit erstmals ein Technologiekonzern die Marke von 100 Billionen Won operativem Quartalsgewinn.

Auch der Nettogewinn erhöhte sich erheblich. Er lag bei rund 75,1 Billionen Won, nachdem Samsung ein Jahr zuvor 12,2 Billionen Won ausgewiesen hatte. Das entspricht einer Steigerung um 514,6 Prozent. Allerdings blieb der Nettogewinn hinter der durchschnittlichen Analystenerwartung von 87 Billionen Won zurück.

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Speicherchips treiben Samsungs Rekordgewinn

Den entscheidenden Beitrag lieferte das Halbleitergeschäft. Die Sparte Device Solutions erzielte einen Umsatz von 147,1 Billionen Won und einen operativen Gewinn von 106,5 Billionen Won. Damit entfielen rund 99 Prozent des operativen Konzerngewinns auf diesen Geschäftsbereich.

Besonders gefragt waren leistungsfähige Speicherchips für KI-Rechenzentren. Samsung weitete den Verkauf seiner HBM4-Speicherchips aus. Diese Hochleistungsspeicher werden gemeinsam mit leistungsstarken Prozessoren eingesetzt, um große Datenmengen bei KI-Anwendungen schnell zu verarbeiten.

Nach Unternehmensangaben konnte Samsung den Umsatz mit HBM4-Chips gegenüber dem Vorquartal mehr als verdreifachen. Gleichzeitig erhöhten eine starke Nachfrage nach Serverspeichern und steigende Marktpreise die Erträge.

Auch Speicherlösungen für Rechenzentren, darunter Server-DRAM und SSDs, entwickelten sich positiv. Das Geschäft mit der Auftragsfertigung von Halbleitern verbesserte sich ebenfalls, insbesondere durch fortschrittliche Fertigungsverfahren und zusätzliche Aufträge für Hochleistungsrechner.

Smartphonegeschäft schreibt rote Zahlen

Im Gegensatz zur Chipproduktion blieb das Geschäft mit Smartphones und anderen Endgeräten unter Druck.

Die Sparte Mobile eXperience und das Netzwerkgeschäft erzielten zusammen einen Umsatz von 37,7 Billionen Won. Gleichzeitig entstand ein operativer Verlust von 0,6 Billionen Won. Zwar erhöhten neue Premiummodelle und faltbare Smartphones die Erlöse, steigende Kosten belasteten jedoch die Profitabilität.

Für den gesamten Geschäftsbereich Device eXperience, zu dem neben Smartphones auch Fernsehgeräte und Haushaltsgeräte gehören, meldete Samsung einen operativen Verlust von 0,8 Billionen Won.

Damit zeigt sich innerhalb des Konzerns eine deutliche Verschiebung: Während die Produktion von KI-Speicherchips hohe Erträge liefert, kämpfen die klassischen Elektronikgeschäfte mit steigenden Kosten.

Im vierten Quartal will Samsung insbesondere den Verkauf seiner Premiumgeräte stärken. Dazu gehören die Galaxy-S26-Reihe und die faltbaren Modelle Galaxy Z Fold8 und Fold8 Ultra.

Samsung-Aktie fällt trotz Rekordgewinn

Die Rekordzahlen konnten die Samsung-Aktie zunächst nicht dauerhaft stützen. Am Donnerstag drehte das Papier an der Börse in Seoul nach anfänglichen Kursgewinnen ins Minus.

Am 29. Oktober um 13:37 Uhr südkoreanischer Ortszeit, entsprechend 5:37 Uhr deutscher Zeit, notierte die Aktie laut Stock Analysis bei 230.000 Won. Das entsprach einem Rückgang von 4,96 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelsschluss.

Der Kursverlust fiel damit trotz des außergewöhnlich hohen Konzerngewinns deutlich aus. Eine Rolle spielten die bereits hohen Erwartungen an die Halbleitersparte. Außerdem lag der ausgewiesene Nettogewinn unter den Prognosen der Analysten.

Zusätzliche Aufmerksamkeit galt den geplanten Ausschüttungen an die Aktionäre. Samsung kündigte für das dritte Quartal eine Dividende von insgesamt 30 Billionen Won an. Konkrete Einzelheiten zu weiteren Aktienrückkäufen und Ausschüttungen sollen allerdings erst Ende Januar 2027 festgelegt werden.

Am Vortag hatte die Samsung-Aktie noch deutlich zugelegt. Die Entwicklung verdeutlicht, wie stark Erwartungen an die künftigen Gewinne mit KI-Speicherchips die Bewertung des Unternehmens beeinflussen.

Samsung erwartet anhaltend hohe Chipnachfrage

Für die kommenden Monate rechnet Samsung mit einer weiterhin starken Nachfrage nach Speicherprodukten für künstliche Intelligenz. Im vierten Quartal 2026 will der Konzern insbesondere den Absatz von HBM-Chips, Server-DRAM und SSDs ausbauen.

Auch für 2027 zeigt sich Samsung zuversichtlich. Das Unternehmen erwartet, dass die Investitionen in KI-Infrastruktur weiter steigen und die Nachfrage nach Speicherchips das verfügbare Angebot deutlich übertreffen könnte.

Diese Einschätzung ist eine Unternehmensprognose und hängt insbesondere von der Entwicklung der weltweiten Investitionen in Rechenzentren ab.

Um seine Produktionskapazitäten auszubauen, plant Samsung für 2026 Investitionen von rund 84,4 Billionen Won. Davon sollen 76,8 Billionen Won in die Halbleitersparte fließen.

Langfristig setzt der Konzern auf neue Fertigungsanlagen, leistungsfähigere Speicherprodukte und längerfristige Liefervereinbarungen mit Großkunden. Damit will Samsung seine Stellung im internationalen Wettbewerb mit anderen Speicherchipherstellern, insbesondere dem südkoreanischen Rivalen SK Hynix, stärken.

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