Volkswagen meldet Milliardenverlust

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Volkswagen ist im dritten Quartal 2026 tief in die Verlustzone gerutscht. Wie der Wolfsburger Autokonzern am Donnerstag, 29. Oktober, mitteilte, lag das Konzernergebnis nach Steuern bei minus 5,82 Milliarden Euro. Auch operativ schrieb Europas größter Autohersteller rote Zahlen. Vor allem eine milliardenschwere Abschreibung auf Porsche, schwache Verkäufe in China und steigender Wettbewerbsdruck belasteten das Geschäft.

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Die Volkswagen Quartalszahlen 2026 verdeutlichen zugleich, wie stark die laufende Umstrukturierung und das veränderte Marktumfeld die Ertragslage des Unternehmens beeinflussen.

Volkswagen verzeichnet 5,82 Milliarden Euro Nettoverlust

Von Juli bis September 2026 erwirtschaftete Volkswagen einen Konzernumsatz von 75,28 Milliarden Euro. Das entsprach einem Rückgang von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, als die Erlöse noch bei 80,31 Milliarden Euro gelegen hatten.

Das operative Ergebnis lag bei minus 5,86 Milliarden Euro. Im dritten Quartal 2025 hatte Volkswagen bereits einen operativen Verlust von 1,30 Milliarden Euro verzeichnet. Die operative Umsatzrendite verschlechterte sich entsprechend von minus 1,6 auf minus 7,8 Prozent.

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Nach Steuern stand ein Verlust von 5,82 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus bei 1,07 Milliarden Euro gelegen.

Der operative Verlust fiel außerdem deutlich höher aus als erwartet. Nach Angaben von Reuters hatten Analysten von Visible Alpha mit einem operativen Minus von rund 2,6 Milliarden Euro gerechnet.

Porsche-Abschreibung belastet Volkswagen erheblich

Den größten Anteil an der Ergebnisverschlechterung hatten außergewöhnliche Belastungen. Allein im dritten Quartal verbuchte Volkswagen Sondereffekte von insgesamt 7,8 Milliarden Euro.

Besonders schwer wog eine Wertberichtigung auf den Firmenwert des Geschäftssegments Porsche in Höhe von 6,4 Milliarden Euro. Hintergrund waren veränderte Annahmen über die langfristige wirtschaftliche Entwicklung der Sportwagenmarke.

Die Abschreibung ist nicht zahlungswirksam. Sie reduziert den bilanziellen Unternehmenswert und belastet das operative Ergebnis, führt aber nicht unmittelbar zu einem entsprechenden Geldabfluss.

Hinzu kamen Wertberichtigungen von rund einer Milliarde Euro auf Vermögenswerte vollkonsolidierter Gesellschaften in China. Weitere Aufwendungen entstanden im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen, darunter dem angestrebten Verkauf der Volkswagen Osnabrück GmbH.

Über die ersten neun Monate summierten sich die Sondereffekte auf 8,7 Milliarden Euro.

China-Geschäft und Elektromobilität setzen VW unter Druck

Neben den bilanziellen Belastungen verschlechterte sich auch das operative Geschäft. Besonders deutlich zeigte sich dies auf dem chinesischen Automarkt.

Im dritten Quartal lieferte Volkswagen in China rund 405.800 Fahrzeuge aus. Gegenüber den 660.300 Fahrzeugen des Vorjahreszeitraums entspricht das einem Rückgang von 38,5 Prozent.

Weltweit sanken die Auslieferungen um 14,3 Prozent auf rund 1,89 Millionen Fahrzeuge.

Zusätzlich belasten der internationale Preiswettbewerb, US-Importzölle und die veränderte Nachfrage nach Elektrofahrzeugen die Ergebnisse.

Zwar entwickelt sich das Geschäft mit Elektroautos in Europa bei Volkswagen positiv. Allerdings verdient der Konzern mit batterieelektrischen Modellen nach eigenen Angaben derzeit weniger als mit vergleichbaren Verbrennerfahrzeugen.

Finanzvorstand Arno Antlitz verwies in seiner Stellungnahme zu den Neunmonatszahlen auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck und die schwierige Marktentwicklung. Der Konzern müsse die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung schneller umsetzen.

Neunmonatsbilanz zeigt deutlichen Gewinneinbruch

Auch die Ergebnisse für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres fielen schwach aus.

Der Konzernumsatz lag zwischen Januar und September bei 233,38 Milliarden Euro und damit 2,2 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Das operative Ergebnis erreichte lediglich 71 Millionen Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte Volkswagen noch einen operativen Gewinn von 5,41 Milliarden Euro erzielt.

Unter dem Strich stand nach neun Monaten ein Nettoverlust von 2,72 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatte Volkswagen noch einen Überschuss von 3,41 Milliarden Euro ausgewiesen.

Ohne die außergewöhnlichen Belastungen lag das operative Neunmonatsergebnis bei 8,8 Milliarden Euro. Daraus ergab sich eine bereinigte operative Umsatzrendite von 3,8 Prozent.

Positiv entwickelte sich dagegen der Netto-Cashflow im Konzernbereich Automobile. Dieser stieg in den ersten neun Monaten von 1,80 auf 4,39 Milliarden Euro. Dazu trugen insbesondere geringere Investitionen und Portfoliomaßnahmen bei.

Volkswagen hält an schwacher Jahresprognose fest

Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Volkswagen die bereits im September deutlich gesenkten Erwartungen.

Der Konzern rechnet weiterhin mit einem Jahresumsatz von rund 315 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite soll nach Unternehmensprognose bei höchstens einem Prozent liegen.

Ursprünglich hatte Volkswagen für 2026 eine operative Rendite zwischen 4,0 und 5,5 Prozent erwartet.

Beim Netto-Cashflow des Konzernbereichs Automobile geht das Unternehmen weiterhin von einer Spanne zwischen drei und sechs Milliarden Euro aus. Die Nettoliquidität soll zum Jahresende zwischen 32 und 34 Milliarden Euro liegen.

Finanzvorstand Arno Antlitz verwies auf ein konzernweites Kostenprogramm mit einem Umfang von rund 31 Milliarden Euro. Vorgesehen seien unter anderem einfachere Strukturen, eine gestraffte Modellpalette sowie Effizienzsteigerungen in Produktion und Entwicklung.

Die Geschäftsentwicklung bleibt nach Einschätzung des Unternehmens insbesondere von der Konjunktur, internationalen Handelsbeschränkungen und der Wettbewerbssituation abhängig.

VW-Aktie vor Handelsbeginn im Fokus

Eine verlässliche Kursreaktion auf die am Donnerstag veröffentlichten Geschäftszahlen ließ sich zum Berichtszeitpunkt um 8:04 Uhr im regulären Xetra-Handel noch nicht feststellen.

Die Volkswagen-Vorzugsaktie hatte den Mittwoch, 28. Oktober 2026, auf Xetra bei 69,04 Euro beendet. Das entsprach einem Tagesplus von 0,35 Prozent. Quelle: MarketScreener, Xetra-Schlusskurs vom 28. Oktober 2026, 17:35 Uhr.

Die reguläre Xetra-Handelssitzung am Donnerstag beginnt um 9 Uhr. Wie die Anleger auf den hohen Quartalsverlust, die milliardenschweren Sonderbelastungen und die bestätigte Jahresprognose reagieren, war damit zunächst noch offen.

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